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Sachsen-Anhalt vereint auf kleiner Fläche fünf UNESCO-Welterbestätten, den höchsten Berg Norddeutschlands und mehrere Standorte, an denen sich Kettenfahrzeuge unter Anleitung selbst fahren lassen. Wer einen Tagesausflug oder ein Wochenende plant, findet zwischen Halle, Magdeburg und dem Harz Kulturprogramm, Natur und mit Landsberg und Benneckenstein zwei Adressen für ein technisches Angebot, das sich von Schloss- und Museumsbesuchen unterscheidet.
UNESCO-Welterbe auf kleiner Fläche
Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zählt fünf Kulturdenkmale des Landes zur UNESCO-Welterbeliste: die Altstadt von Quedlinburg mit Stiftskirche und Schloss, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben, die Bauhausstätten in Dessau-Roßlau, die Kulturlandschaft Gartenreich Dessau-Wörlitz und den Naumburger Dom.
Manche Übersichten kommen auf sechs Stätten, weil sie die Himmelsscheibe von Nebra mitzählen. Das ist nicht falsch, aber eine andere Kategorie: Die Himmelsscheibe steht als Weltdokumentenerbe auf einer eigenen UNESCO-Liste, getrennt von der Welterbeliste für Kulturdenkmale. Wer beide Listen zusammenzählt, kommt auf sechs, wer nur die Welterbeliste meint, auf fünf.
Die fünf Stätten unterscheiden sich deutlich voneinander. Quedlinburg zeigt eine weitgehend erhaltene Fachwerkaltstadt mit mittelalterlichem Grundriss, dazu die Stiftskirche St. Servatii auf dem Burgberg. In Wittenberg und Eisleben stehen Wohn- und Wirkungsstätten Martin Luthers, Ausgangspunkt der Reformation im 16. Jahrhundert. Das Bauhaus Dessau vereint die Schulgebäude der gleichnamigen Architekturbewegung der 1920er Jahre, das benachbarte Gartenreich Dessau-Wörlitz einen Landschaftspark mit Schlössern und Kanälen im englischen Stil. Der Naumburger Dom ist vor allem für seine gotischen Stifterfiguren bekannt, allen voran die Statue der Uta von Naumburg im Westchor.
Quedlinburg und der Harz liegen in Fahrdistanz zueinander, ebenso Wittenberg und Dessau. Für ein Wochenende lassen sich zwei bis drei Stätten mit einer Übernachtung verbinden, ohne dass die Anfahrt den Tag dominiert.
Der Harz: Brocken, Rappbodetalsperre und Hängebrücke
Der Brocken ist mit 1.141 Metern der höchste Berg Sachsen-Anhalts und ganz Norddeutschlands. Er liegt im Nationalpark Harz und lässt sich zu Fuß oder mit der Brockenbahn erreichen. Der Harz liegt nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern reicht auch nach Niedersachsen hinein. Der höchste Punkt gehört zu Sachsen-Anhalt.
Wer es aktiver mag, findet an der Rappbodetalsperre die Hängebrücke Titan RT. Sie überspannt das Tal auf rund 458 Metern Länge in etwa 100 Metern Höhe über dem Talgrund und gilt als eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken ihrer Art. Die Rappbodetalsperre selbst dient in erster Linie der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz der Region.
Beide Ziele liegen im Westharz und lassen sich gut mit einem Aufenthalt in Wernigerode oder Thale verbinden. Wernigerode zeigt eine bunte Fachwerkaltstadt mit Schloss oberhalb der Stadt, Thale bildet den Ausgangspunkt für das Bodetal mit Hexentanzplatz und Rosstrappe, zwei Felsplateaus, die per Seilbahn oder zu Fuß erreichbar sind. Für Bahnfahrten durch den Harz verkehrt zudem die Harzer Schmalspurbahn, deren Streckennetz mehrere der genannten Orte verbindet.
Städte als Ausgangspunkt
Halle an der Saale und Magdeburg eignen sich als Basis für Ausflüge in beide Richtungen, zum Welterbe im Süden wie zum Harz im Westen. Magdeburg ist Landeshauptstadt und liegt an der Elbe, der Magdeburger Dom prägt die Altstadt. Halle ist als Geburtsstadt Georg Friedrich Händels bekannt und liegt näher an Landsberg sowie an Leipzig auf der anderen Seite der Landesgrenze. Beide Städte bieten Bahnanschluss in Richtung Harz und in Richtung der Lutherstädte.
Mit dem Auto ist Sachsen-Anhalt über die Autobahnen A2 und A14 gut erschlossen, die A2 verbindet Magdeburg in Ost-West-Richtung, die A14 Halle und Magdeburg in Nord-Süd-Richtung. Für Ausflüge in den Harz führen die Bundesstraßen von Magdeburg, Halle und Wernigerode aus in vergleichbarer Fahrzeit auf die jeweiligen Ziele zu.
Panzerfahren als Ausflugsziel
Neben Welterbe und Naturschauplätzen bietet Sachsen-Anhalt eine dritte Art von Ausflugsziel. An den Standorten Landsberg und Benneckenstein bieten Betreiber geführte Fahrten mit Kettenfahrzeugen an.
Landsberg liegt im Saalekreis nahe Halle, Benneckenstein im Harz und damit in erreichbarer Nähe zu Brocken und Rappbodetalsperre. Welche Fahrzeuge an welchem Standort zur Verfügung stehen, wie eine Fahrt abläuft und was sie kostet, steht auf den jeweiligen Standortseiten. Diese Angaben legt jeder Betreiber selbst fest und sie ändern sich je nach Saison.
Für Besucher ohne Vorerfahrung ist keine besondere Qualifikation nötig. Eine Einweisung vor Ort gehört bei beiden Standorten zum Ablauf. Vor der eigentlichen Fahrt steht üblicherweise eine technische Einführung in das Fahrzeug, danach folgt die Fahrt unter Aufsicht auf abgegrenztem Gelände. Wie lange eine Einheit dauert und wie viele Personen gleichzeitig teilnehmen können, hängt vom jeweiligen Betreiber ab und steht auf den Standortseiten. Die beiden Standorte unterscheiden sich in Gelände und Umgebung: Landsberg liegt im dichter erschlossenen Umland von Halle, Benneckenstein direkt im bewaldeten Harz. Wer den Ausflug mit einer Wanderung oder einem Museumsbesuch verbinden will, findet an beiden Orten Anknüpfungspunkte in der jeweiligen Region.
Ein Wochenende in Sachsen-Anhalt kombinieren
Die drei Themenfelder lassen sich je nach Ausgangspunkt bündeln. Von Magdeburg aus liegt die Altmark nah, ein zweiter Tag kann Richtung Harz führen. Von Halle aus verbindet sich Landsberg gut mit einem Abstecher nach Naumburg oder Wittenberg. Von Wernigerode oder Thale aus liegt Benneckenstein in kurzer Fahrzeit, sodass sich Brocken, Rappbodetalsperre und Panzerfahren an einem verlängerten Wochenende unterbringen lassen, ohne dass ein Ziel den ganzen Tag beansprucht.
Beste Reisezeit
Die Welterbestätten sind ganzjährig zugänglich, auch wenn einzelne Innenräume im Winter kürzere Zeitfenster haben können. Für den Harz eignen sich Frühling und Herbst am besten, weil die Wanderwege dann meist schneefrei und weniger überlaufen sind als im Hochsommer. Auf dem Brocken herrscht auch im Sommer ein raueres Klima als im Flachland, wetterfeste Kleidung ist unabhängig von der Jahreszeit sinnvoll. Panzerfahren findet je nach Standort ganzjährig oder saisonal statt, die genauen Zeiten stehen auf den Standortseiten.
Ausflug bei schlechtem Wetter
Regen und Wind schränken die Auswahl in Sachsen-Anhalt kaum ein. Museen, Kirchen und die Innenräume der Welterbestätten sind wetterunabhängig, ebenso Hallenangebote in Halle und Magdeburg. Eine Übersicht wetterunabhängiger Ziele bietet der Beitrag zu Ausflugszielen bei schlechtem Wetter.
Ausflug als Geschenk
Ein Tag Panzerfahren lässt sich auch verschenken, etwa als Geschenk für Männer oder als Programmpunkt am Vatertag. Anders als ein Museumsbesuch verbindet die Fahrt Technik mit einer aktiven Erfahrung, für die keine Vorkenntnisse nötig sind. Wer den Ausflug mit einer der Welterbestätten oder dem Harz kombiniert, füllt ein Wochenende ohne doppelte Anfahrt.
Häufige Fragen
Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es in Sachsen-Anhalt?
Fünf: die Altstadt von Quedlinburg, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben, die Bauhausstätten in Dessau-Roßlau, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und der Naumburger Dom. Manche Übersichten zählen zusätzlich die Himmelsscheibe von Nebra dazu, die als Weltdokumentenerbe auf einer separaten UNESCO-Liste geführt wird.
Liegt der Harz vollständig in Sachsen-Anhalt?
Nein. Der Harz reicht auch nach Niedersachsen hinein. Der höchste Punkt, der Brocken mit 1.141 Metern, gehört zu Sachsen-Anhalt.
Wo kann man in Sachsen-Anhalt Panzer fahren?
An den Standorten Landsberg und Benneckenstein bieten Betreiber geführte Fahrten mit Kettenfahrzeugen an. Details zu Fahrzeugen und Ablauf stehen auf den jeweiligen Standortseiten.
Was kostet eine Panzerfahrt in Sachsen-Anhalt?
Die Preise legt jeder Betreiber selbst fest, sie unterscheiden sich je nach Standort und Saison. Aktuelle Angaben stehen auf den jeweiligen Standortseiten.
Lassen sich Welterbe, Harz und Panzerfahren an einem Wochenende verbinden?
Ja, abhängig vom Ausgangspunkt. Wernigerode und Thale liegen nah an Benneckenstein, Halle nah an Landsberg. Mit einer Übernachtung lassen sich jeweils zwei der drei Themenfelder an einem Wochenende unterbringen.
Weitere Themen rund um Ausflüge und Panzerfahren finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.