
Der Leopard 2 ist der Kampfpanzer, mit dem die Bundeswehr ab 1979 ihre Kampfpanzerflotte grundlegend erneuerte. Hersteller ist Krauss-Maffei. Das Fahrzeug wiegt gefechtsbereit 55,15 Tonnen, wird von einem Motor des Typs MTU MB 873 Ka-501 mit 1500 PS angetrieben und erreicht damit für seine Gewichtsklasse ein hohes Leistungsgewicht. Die Besatzung besteht aus vier Personen: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Bewaffnet ist die Grundversion mit einer 120-mm-Glattrohrkanone vom Typ L44. Als „Grundversion“ gilt hier die ursprüngliche Auslieferung an die Bundeswehr, aus der später die Kampfwertsteigerungen A5 bis A8 hervorgingen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Kampfpanzer |
| Herkunftsland | Deutschland |
| Hersteller | Krauss-Maffei |
| Bauzeit | keine Angabe |
| Stückzahl | keine Angabe |
| Gefechtsgewicht | 55,15 t |
| Länge | 9,67 m |
| Breite | 3,70 m |
| Höhe | keine Angabe |
| Motor | MTU MB 873 Ka-501 |
| Leistung | 1500 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | keine Angabe |
| Reichweite | 550 km |
| Besatzung | 4 |
| Hauptbewaffnung | 120-mm-Glattrohrkanone L44 |
| Panzerung | Mehrschichtige Verbundpanzerung (Kompositpanzerung) |
| Watfähigkeit | 1,2 m |
Vier Zeilen der Tabelle zeigen „keine Angabe“. Das ist kein fehlender Datensatz, sondern die Folge widersprüchlicher Quellen. Die Gründe dafür stehen in den folgenden Abschnitten.
Entwicklungsgeschichte
In den 1960er Jahren arbeiteten Deutschland und die USA zunächst gemeinsam an einem neuen Kampfpanzer. Das gemeinsame Projekt erreichte keine Serienreife, und beide Länder setzten die Entwicklung danach getrennt fort. In Deutschland übernahm Krauss-Maffei die weitere Konstruktion. Grund für ein neues Fahrzeug war die Einschätzung, dass die vorhandenen Kampfpanzer den technischen Anforderungen der 1970er Jahre nicht mehr genügten. Nach mehreren Prototypen begann laut bundeswehr.de im Oktober 1979 die Auslieferung der ersten Serienfahrzeuge an die Truppe.
Zum Vorgänger des Leopard 2 gibt es in den Quellen zwei unterschiedliche Lesarten, und das ist keine Ungenauigkeit, sondern eine historische Einordnungsfrage. Wikipedia führt den Leopard 1 als Vorgänger in der Entwicklungslinie. bundeswehr.de stellt dagegen ausdrücklich fest, der Leopard 2 habe „bis auf den Namen keine Ähnlichkeit mit dem Leopard 1″, und ordnet ihn als Ablösung der amerikanischen Kampfpanzer M48 ein, die neben dem Leopard 1 in der Bundeswehr im Einsatz waren.
Beide Angaben beantworten unterschiedliche Fragen. Wikipedia beschreibt die Modellgeneration: Der Leopard 2 folgt dem Leopard 1 als nächste deutsche Kampfpanzer-Konstruktion in der zeitlichen Abfolge. Bundeswehr.de beschreibt dagegen, welches Fahrzeug in der Truppe tatsächlich ersetzt wurde, und betont zugleich, dass der Leopard 2 technisch eine Neuentwicklung ist und nicht auf der Konstruktion des Leopard 1 aufbaut. Beide Lesarten werden hier nicht gegeneinander entschieden, sondern nebeneinandergestellt.
Technik im Detail
Die Kraft des Motors MTU MB 873 Ka-501 geht über ein Kettenlaufwerk auf den Boden. Angetrieben wird die Kette über das hinten liegende Treibrad, während vorne ein Leitrad für die nötige Spannung sorgt. Die Laufrollen sind einzeln über eine Drehstabfederung am Wannenboden aufgehängt. Dadurch gleicht jede Rolle Bodenunebenheiten für sich aus, statt die Bewegung auf die gesamte Wanne zu übertragen. Die Gleiskette selbst besteht aus einzelnen Kettengliedern mit Gummipolstern, die den Verschleiß auf befestigten Straßen verringern. Laut Datenblatt beträgt die Reichweite auf der Straße 550 Kilometer. Eine Quelle nennt für die Grundversion abweichend 500 Kilometer, ohne die Bedingungen dafür näher zu erläutern.
Der Turm trägt als Hauptbewaffnung eine Glattrohrkanone im Kaliber 120 Millimeter, Typ L44. Die Bezeichnung L44 gibt das Verhältnis von Rohrlänge zu Kaliber an. Zur Munitionswirkung und zu Zielverfahren gibt es hier keine Angaben.
Die Panzerung besteht aus einer mehrschichtigen Verbundpanzerung, auch Kompositpanzerung genannt. Sie kombiniert mehrere Materialschichten, statt aus einem einzelnen Stahlblock zu bestehen. Eine Quelle ergänzt, dass konkrete Schutzwerte dazu nicht veröffentlicht sind.
Zwei weitere Werte streuen zwischen den Quellen so stark, dass die Tabelle darauf verzichtet. Für die Höchstgeschwindigkeit nennt bundeswehr.de ausdrücklich für die Grundversion 65 km/h auf der Straße. Eine andere Quelle nennt 68 km/h, allerdings für den späteren A4 und nicht für die Grundversion. Wikipedia gibt mit 60 bis 72 km/h eine Spanne über alle Ausführungen an, ohne sie einer bestimmten Version zuzuordnen. Bei der Höhe liegt der Unterschied zusätzlich an unterschiedlichen Messpunkten: bundeswehr.de nennt für die Grundversion näherungsweise 2,7 Meter, Wikipedia gibt 3,03 Meter an, gemessen bis zur Oberkante des Periskops und gültig bis zum A7A1, eine dritte Quelle nennt 2,79 Meter, bezieht sich damit aber auf den A4 und nicht auf die Grundversion.
Varianten
Die Bundeswehr erhielt die Grundversion in acht Baulosen zwischen 1979 und 1992. Innerhalb dieser Baulose änderte sich das Fahrzeug schrittweise: Die Bauzustände A0 bis A4 unterscheiden sich unter anderem in der Optik, der Munitionslagerung und der Elektronik, ohne dass sich Kaliber oder Grundkonstruktion änderten.
Ab November 1995 rüstete die Bundeswehr einen Teil der A4-Fahrzeuge auf den Standard A5 um. Diese Kampfwertsteigerung brachte eine keilförmige Zusatzpanzerung an der Turmfront, ein neues Kommandantenperiskop mit Wärmebildgerät und eine bauliche Vorbereitung für eine spätere Kanone vom Typ L55 mit längerem Rohr. Aus dem A5 gingen die weiteren Kampfwertsteigerungen Leopard 2A6, Leopard 2A7 und Leopard 2A8 hervor. Jede dieser Ausführungen hat in diesem Verzeichnis eine eigene Seite mit eigenem Datenblatt.
Einsatz und Verbreitung
Die Angaben zu Bauzeit und Stückzahl der Grundversion hängen davon ab, wie eng man den Begriff fasst. Das ist kein Rundungsunterschied, sondern eine Abgrenzungsfrage zwischen den Quellen.
Wikipedia bezieht sich mit der Zeitspanne 1979 bis 1982 auf das erste Baulos: 380 Fahrzeuge im Bauzustand A0, davon 209 von Krauss-Maffei und 171 von MaK. Das ist die Grundversion im engsten Sinn, der ursprüngliche Auslieferungszustand vor jeder Nachbesserung.
Bundeswehr.de fasst unter „Grundversion“ dagegen die gesamte Lieferung mit der 120-mm-Kanone L44 zusammen: Oktober 1979 bis März 1992, acht Baulose, 2.125 Fahrzeuge in den Bauzuständen A0 bis A4. In dieser Gesamtzahl stecken auch die 695 Fahrzeuge des Bauzustands Leopard 2A4, die auf der eigenen Seite dieses Modells geführt werden. Wer nach der Stückzahl der Grundversion fragt, bekommt je nach Quelle also entweder die Zahl für das erste Baulos allein oder die Zahl für alle acht Baulose zusammen.
Das Datenblatt führt deshalb weder 380 noch 2.125 als feste Zahl, die Abgrenzung wird stattdessen im Text erklärt. Abnehmer der hier beschriebenen acht Baulose war die Bundeswehr.
Verbleib heute
Im ursprünglichen Auslieferungszustand A0 bis A4 steht heute kein Fahrzeug mehr im aktiven Bestand der Bundeswehr. Ein Teil der A4-Fahrzeuge wurde ab 1995 auf den Standard A5 umgerüstet, aus dem die weiteren Kampfwertsteigerungen Leopard 2A6, Leopard 2A7 und Leopard 2A8 hervorgingen. Diese späteren Ausführungen bilden heute den aktiven Bestand der Bundeswehr.
Einzelne Fahrzeuge früher Bauzustände sind in Fahrzeugsammlungen und Museen erhalten. Den Leopard 2 führt weiterhin der Hersteller KNDS im Programm, der aus Krauss-Maffei Wegmann hervorgegangen ist. Zum Fahrbetrieb auf öffentlich zugänglichen Strecken steht die Grundversion in Deutschland nicht zur Verfügung.
Kann man einen Leopard 2 selbst fahren?
Nein, der Leopard 2 in der Grundversion steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Als Kampfpanzertyp, aus dem die aktiven Kampfwertsteigerungen der Bundeswehr hervorgegangen sind, ist das Fahrzeug nicht für zivile Fahrerlebnisse freigegeben.
Auch der Leopard 1 ist kein Ersatz. Die frühere Kampfpanzer-Generation der Bundeswehr ist zwar inzwischen ausgemustert, auf zivilen Fahrgeländen steht von dieser Baureihe aber nur ein Bergepanzer auf Leopard-1-Fahrgestell, kein Kampfpanzer. Wer die beiden Generationen technisch vergleichen will, findet die Daten auf der Seite zum Leopard 1; eigenständige Konstruktionen sind sie beide, wie der Abschnitt zur Entwicklungsgeschichte zeigt.
Verwandte Fahrzeuge
Alle Kampfpanzer und weiteren Fahrzeuge dieses Verzeichnisses finden Sie in der Fahrzeugübersicht. Zum Leopard 2 gehören insbesondere:
- Leopard 1, Vorgänger laut Wikipedia, von bundeswehr.de als eigenständige Konstruktion ohne technische Ähnlichkeit beschrieben
- Leopard 2A4, Bauzustand innerhalb der Grundversion mit eigener Seite
- Leopard 2A6, Kampfwertsteigerung nach A5
- Leopard 2A7, weitere Kampfwertsteigerung
- Leopard 2A8, aktuellste im Verzeichnis geführte Ausführung
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Leopard 2?
Die Grundversion des Leopard 2 wiegt gefechtsbereit 55,15 Tonnen. Das Gewicht verteilt sich auf Wanne und Turm, wobei die Verbundpanzerung den größten Anteil ausmacht. Spätere Kampfwertsteigerungen wie der A6 oder der A7 sind durch zusätzliche Panzerung und Ausstattung schwerer als die hier beschriebene Grundversion.
Wie schnell fährt ein Leopard 2?
Für die Grundversion nennt bundeswehr.de ausdrücklich eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h auf der Straße. Andere Quellen nennen 68 km/h, allerdings für den späteren A4, oder eine Spanne von 60 bis 72 km/h über alle Ausführungen hinweg. Wegen dieser Streuung führt das Datenblatt hier keine feste Zahl.
Wie viele Leopard 2 wurden gebaut?
Das hängt von der Abgrenzung ab. Wikipedia zählt für das erste Baulos von 1979 bis 1982 insgesamt 380 Fahrzeuge. Bundeswehr.de fasst unter Grundversion die gesamte Lieferung von Oktober 1979 bis März 1992 in acht Baulosen zusammen: 2.125 Fahrzeuge, darin enthalten die 695 Fahrzeuge des Bauzustands A4.
Kann man einen Leopard 2 selbst fahren?
Nein. Die Grundversion des Leopard 2 steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung, da aus ihr die aktiven Kampfpanzer der Bundeswehr hervorgegangen sind. Auch der ältere Leopard 1 ist als Kampfpanzer kein Ausweg: Auf zivilen Fahrgeländen steht von dieser Baureihe nur ein Bergepanzer auf Leopard-1-Fahrgestell.
Welchen Motor hat der Leopard 2?
Die Grundversion wird von einem Motor des Typs MTU MB 873 Ka-501 angetrieben, der 1500 PS leistet. Der Motor treibt das Fahrzeug über ein Kettenlaufwerk an und ermöglicht laut Datenblatt eine Reichweite von 550 Kilometern auf der Straße.
Wie viele Personen gehören zur Besatzung?
Die Besatzung des Leopard 2 besteht aus vier Personen: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Diese Aufteilung gilt für die Grundversion ebenso wie für die späteren Kampfwertsteigerungen A5, A6, A7 und A8, die jeweils eine eigene Seite in diesem Verzeichnis haben.
Was unterscheidet den Leopard 2 vom Leopard 1?
Die Quellen widersprechen sich hier. Wikipedia führt den Leopard 1 als Vorgänger des Leopard 2 in der Entwicklungslinie. Bundeswehr.de betont dagegen, der Leopard 2 habe bis auf den Namen keine Ähnlichkeit mit dem Leopard 1 und sei zur Ablösung der amerikanischen M48 eingeführt worden. Beide Angaben beantworten unterschiedliche Fragen.