
Der Leopard 2A8 ist die neueste Bauversion des deutschen Kampfpanzers Leopard 2 und der erste komplette Neubau der Baureihe seit 1992. Hersteller ist KNDS Deutschland. Anders als die Versionen ab dem 2A5, die jeweils aus vorhandenen Wannen kampfwertgesteigert wurden, entsteht der 2A8 vollständig neu gefertigt. Die Bundeswehr hat 123 Fahrzeuge bestellt, ausgeliefert ist davon bislang keines. Das erste neu gebaute Fahrzeug wurde am 19. November 2025 öffentlich vorgestellt, der Zulauf zur Truppe soll 2027 beginnen, die vollständige Ausstattung ist für 2030 geplant. Ein Selbstfahrangebot gibt es für den Leopard 2A8 nicht, weiter unten finden Sie dazu eine Alternative aus derselben Fahrzeugfamilie.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Kampfpanzer |
| Herkunftsland | Deutschland |
| Hersteller | KNDS Deutschland GmbH & Co. KG |
| Bauzeit | keine Angabe |
| Stückzahl | 123 (Bundeswehr, bestellt, noch nicht ausgeliefert) |
| Gefechtsgewicht | keine Angabe |
| Länge | keine Angabe |
| Breite | keine Angabe |
| Höhe | keine Angabe |
| Motor | MTU MB 873 Ka-501 |
| Leistung | 1500 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 60 km/h |
| Reichweite | keine Angabe |
| Besatzung | 4 |
| Hauptbewaffnung | 120-mm-Glattrohrkanone L55A1 |
| Panzerung | Modulare Verbundpanzerung mit aktivem Schutzsystem Trophy |
| Watfähigkeit | keine Angabe |
Entwicklungsgeschichte
Der Leopard 2A8 entsteht vor dem Hintergrund einer veränderten Sicherheitslage in Europa und der Abgabe mehrerer Leopard 2A6 der Bundeswehr an die Ukraine. Um diese Lücke zu schließen und die Kampfpanzerflotte zu erneuern, bestellte die Bundeswehr 2023 zunächst 18 Fahrzeuge als Ersatz für die abgegebenen 2A6, 2024 folgten 105 weitere. Insgesamt stehen damit 123 Fahrzeuge im Auftragsbuch, ausgeliefert ist davon bislang keines.
Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte eine zusätzliche Bestellung von 75 weiteren Fahrzeugen an. Bislang ist daraus kein abgeschlossener Vertrag geworden, die Zahl bleibt eine Ankündigung.
Technisch markiert der 2A8 einen Bruch mit der bisherigen Beschaffungslogik der Baureihe. Alle Ausführungen ab dem 2A5 entstanden als Kampfwertsteigerung vorhandener Wannen, ältere Fahrzeuge wurden zurückgerüstet, überarbeitet und unter neuer Bezeichnung wieder ausgeliefert. Der 2A8 ist dagegen der erste komplette Neubau der Leopard-2-Baureihe seit 1992. Vorgestellt wurde das erste neu gebaute Fahrzeug im November 2025.
Von welcher Vorgängerversion der 2A8 konstruktiv abgeleitet ist, wird in den Quellen nicht einheitlich benannt. Ein Automagazin nennt, unter Berufung auf KNDS, den 2A7V als Vorgänger. Bundeswehr.de dagegen bezeichnet den 2A7A1 als Basis. Beide Angaben stammen von Stellen, die an der Beschaffung beteiligt sind, ein Widerspruch, der sich aus den öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht auflösen lässt.
Der Truppenzulauf soll 2027 beginnen, die vollständige Ausstattung der Bundeswehr ist für 2030 vorgesehen.
Technik im Detail
Antrieb liefert ein MTU MB 873 Ka-501 mit 1500 PS, der das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h bringt. Wie bei Kettenfahrzeugen dieser Gewichtsklasse üblich laufen Kettenlaufwerk, Laufrollen und hinteres Treibrad über eine Gleiskette, gefedert durch eine Drehstabfederung. Die Hauptbewaffnung ist eine 120-mm-Glattrohrkanone vom Typ L55A1, hier als reine Typbezeichnung ohne Angaben zur Wirkung.
Wanne und Turm sind mit modularer Verbundpanzerung ausgeführt, der Schutz im Dachbereich wurde gegenüber älteren Baustufen verstärkt. Ergänzt wird dieser passive Schutz durch das aktive Schutzsystem Trophy des israelischen Herstellers Rafael, eine Bauartbezeichnung ohne Angaben zu Schutzwerten oder Abfangleistung in den vorliegenden Unterlagen.
Beim Gefechtsgewicht liegt keine gesicherte Zahl vor, weil zwei Quellengruppen deutlich auseinanderliegen. Das KNDS-Datenblatt nennt in der allgemeinen Systembeschreibung eine Spanne von 61,5 bis 64,3 Tonnen. Mehrere Fachpublikationen, darunter hartpunkt.de und esut.de, nennen dagegen übereinstimmend bis zu 69,5 Tonnen für die der Bundeswehr vorgestellte Konfiguration mit Trophy-Aktivschutz und zusätzlicher Panzerung. Das ist vermutlich kein Streit der Quellen, sondern eine Frage der Ausstattung: Das Datenblatt beschreibt offenbar eine Basis- oder Exportkonfiguration, die Fachpresse die schwerere, für die Bundeswehr vorgesehene Ausführung mit zusätzlichem Schutz.
Auch bei Länge, Breite und Höhe weichen Hersteller-Datenblatt und Fachpresse voneinander ab, erkennbar wegen unterschiedlicher Messbasis, etwa mit oder ohne Kanone nach vorn beziehungsweise bis Turmdach oder bis Periskop gemessen. Zur Reichweite nennt das Datenblatt unter 400 Kilometer auf Straße, ein Automagazin unter Berufung auf KNDS 450 Kilometer. Zur Watfähigkeit liegt nur eine Quelle vor: Sie nennt 4,0 Meter für die Unterwasserfahrt mit Tauchvorbereitung und, getrennt davon, 1,0 Meter für das Waten ohne Vorbereitung.
Varianten
Zu einer klassischen Bauserien-Historie mit unterschiedlichen Baulosen wie bei früheren Leopard-2-Versionen liegen für den 2A8 keine Angaben vor, dafür ist das Programm noch zu jung. Während alle Ausführungen von 2A5 bis 2A7 Kampfwertsteigerungen vorhandener Wannen waren, jeweils mit eigenem Nachrüststand, ist der 2A8 wie beschrieben ein Neubau ohne diese Stufenstruktur.
Zu Exportversionen des 2A8 liegen ebenfalls keine belastbaren Angaben aus zwei unabhängigen Quellen vor. Die Beschaffung ist auf die Bundeswehr bezogen dokumentiert, weitergehende Aussagen zu anderen Nutzerstaaten lassen sich aus den vorliegenden Daten nicht verlässlich treffen.
Innerhalb der Bundeswehr-Beschaffung selbst gibt es zwei abgeschlossene Bestellzeitpunkte, 2023 und 2024, sowie die noch offene dritte Charge von 75 Fahrzeugen, die Pistorius angekündigt hat. Ob und wann daraus eine verbindliche Bestellung wird, ist offen.
Einsatz und Verbreitung
Bislang ist der Leopard 2A8 ausschließlich für die Bundeswehr dokumentiert, zu anderen Nutzerstaaten liegen keine durch zwei unabhängige Quellen gedeckten Angaben vor. Die Bundeswehr hat 123 Fahrzeuge bestellt. Im Unterschied zu den älteren Leopard-2-Versionen, die teils seit Jahrzehnten im Truppendienst stehen, befindet sich der 2A8 vollständig in der Beschaffungsphase. Kein Fahrzeug dieser Version stand bislang im aktiven Truppendienst der Bundeswehr.
Der Rollout des ersten neu gebauten Fahrzeugs fand im November 2025 statt, das Fahrzeug wurde bei diesem Anlass öffentlich vorgestellt. Nach Angaben der Bundeswehr soll der Zulauf der bestellten Fahrzeuge zu den Truppenteilen 2027 beginnen. Die vollständige Ausstattung der vorgesehenen Verbände mit dem Leopard 2A8 ist für 2030 geplant.
Der 2A8 ist Teil eines mehrjährigen Beschaffungsprogramms, mit dem die Bundeswehr ihre Kampfpanzerflotte nach den Abgaben an die Ukraine und angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa erneuert und ergänzt. Wer heute nach dem Leopard 2A8 sucht, findet also ein Fahrzeug, das öffentlich vorgestellt, aber bei der Truppe noch nicht angekommen ist. Aussagen zu praktischen Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb sind entsprechend noch nicht möglich.
Verbleib heute
Museale oder ausgemusterte Exemplare des Leopard 2A8 gibt es naturgemäß nicht, das Fahrzeug ist zu neu und steht noch nicht im Truppendienst. Verfügbare Angaben beziehen sich auf den Stand der Beschaffung: Von den 123 bestellten Fahrzeugen war bislang keines an die Bundeswehr ausgeliefert. Das öffentlich vorgestellte erste Fahrzeug aus dem Rollout im November 2025 diente der Präsentation des neuen Bauzustands, nicht der Übergabe an eine Truppeneinheit.
Bis zur geplanten vollständigen Ausstattung der Bundeswehr im Jahr 2030 wird sich die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge schrittweise erhöhen, beginnend mit dem für 2027 vorgesehenen Zulauf zur Truppe.
Kann man einen Leopard 2A8 selbst fahren?
Nein, der Leopard 2A8 steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Das liegt nicht nur an fehlenden kommerziellen Angeboten, das Fahrzeug befindet sich noch im Zulauf zur Bundeswehr und ist außerhalb des Truppendienstes praktisch nicht zugänglich.
Auch der Leopard 1, der historische Vorgänger der gesamten Leopard-2-Baureihe, wird als Kampfpanzer nirgends zum Fahren angeboten. Aus dieser Entwicklungslinie steht auf zivilen Fahrgeländen nur ein Bergepanzer auf Leopard-1-Fahrgestell. Er teilt das Grundprinzip von Kettenlaufwerk und Drehstabfederung, ist aber kein Kampfpanzer.
Verwandte Fahrzeuge
- Leopard 1: historischer Vorgänger der gesamten Leopard-2-Baureihe, in Deutschland nicht als Kampfpanzer fahrbar.
- Leopard 2A4: Bauversion der 1980er und frühen 1990er Jahre, letzter einheitlicher Flottenstandard vor den späteren Kampfwertsteigerungen.
- Leopard 2A6: kampfwertgesteigerte Version mit der Kanone L55.
- Leopard 2A7: Zwischenstufe vor dem kompletten Neubau des 2A8.
Eine Übersicht aller hier geführten Kampfpanzer findet sich in der Fahrzeugdatenbank.
Häufige Fragen
Wie schwer ist der Leopard 2A8?
Eine gesicherte Zahl gibt es nicht, weil sich Hersteller-Datenblatt und Fachpresse deutlich unterscheiden. KNDS nennt in der allgemeinen Systembeschreibung 61,5 bis 64,3 Tonnen, mehrere Fachpublikationen nennen übereinstimmend bis zu 69,5 Tonnen für die der Bundeswehr vorgestellte Konfiguration mit Trophy-Aktivschutz und Zusatzpanzerung. Vermutlich handelt es sich um unterschiedliche Ausstattungsstufen, nicht um einen echten Quellenstreit.
Wie schnell fährt der Leopard 2A8?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Datenblatt bei 60 km/h. Diese Angabe wird von den vorliegenden Quellen einheitlich genannt und gilt unabhängig von der Diskussion um das genaue Gefechtsgewicht, die sich auf Masse und Abmessungen bezieht, nicht auf die Antriebsleistung des MTU MB 873 Ka-501 mit 1500 PS.
Wie viele Leopard 2A8 wurden bestellt?
Die Bundeswehr hat 123 Fahrzeuge bestellt: 18 im Jahr 2023 als Ersatz für an die Ukraine abgegebene Leopard 2A6, weitere 105 im Jahr 2024. Verteidigungsminister Pistorius kündigte zusätzlich 75 Fahrzeuge an, das ist aber noch keine abgeschlossene Bestellung.
Kann man einen Leopard 2A8 selbst fahren?
Nein. Der Leopard 2A8 befindet sich noch im Zulauf zur Bundeswehr und steht in Deutschland nicht für Selbstfahrangebote zur Verfügung. Auch der Leopard 1 aus derselben Fahrzeugfamilie wird als Kampfpanzer nicht angeboten; auf zivilen Fahrgeländen steht daraus nur ein Bergepanzer auf Leopard-1-Fahrgestell.
Wann kommt der Leopard 2A8 in die Bundeswehr?
Der erste neu gebaute Leopard 2A8 wurde im November 2025 öffentlich vorgestellt. Der Zulauf der bestellten Fahrzeuge zur Truppe soll 2027 beginnen, die vollständige Ausstattung der Bundeswehr mit dieser Version ist für 2030 vorgesehen.
Wer ist der Vorgänger des Leopard 2A8?
Auch das ist nicht einheitlich belegt. Ein Automagazin nennt, unter Berufung auf KNDS, den Leopard 2A7V als Vorgänger, bundeswehr.de bezeichnet den Leopard 2A7A1 als Basis. Beide Angaben stammen von an der Beschaffung beteiligten Stellen, ein Widerspruch, der sich aus öffentlich zugänglichen Unterlagen nicht auflösen lässt.
Wer stellt den Leopard 2A8 her?
Hersteller ist KNDS Deutschland GmbH & Co. KG. Das Unternehmen verantwortet die gesamte Leopard-2-Baureihe und liefert mit dem 2A8 erstmals seit 1992 wieder eine komplette Neubauversion statt einer Kampfwertsteigerung vorhandener Wannen. Ausgeliefert ist bislang keines der 123 bestellten Fahrzeuge.