Die Gleiskette ist ein geschlossenes Band aus einzelnen, beweglich verbundenen Kettengliedern, das um Treibrad, Leitrad und Laufrollen eines Kettenfahrzeugs umläuft. Sie verteilt das Fahrzeuggewicht auf eine große Aufstandsfläche und senkt dadurch den Bodendruck gegenüber einem Radfahrzeug deutlich. So bewegen sich Kettenfahrzeuge auch auf weichem, unebenem oder zerstörtem Untergrund fort, wo Räder einsinken oder durchdrehen.
Gleiskette im Detail
Ein Kettenlaufwerk besteht aus mehreren Bauteilen, die auf beiden Fahrzeugseiten gleich aufgebaut sind. Das Treibrad überträgt die Motorkraft auf die Kette, meist über eine Verzahnung, die in die Kettenglieder greift. Am gegenüberliegenden Ende sitzt das Leitrad, das die Kette spannt und führt, ohne selbst angetrieben zu werden. Dazwischen tragen die Laufrollen das Fahrzeuggewicht, während Stützrollen den oberen, unbelasteten Kettenstrang führen. Ein Kettenspanner gleicht die Längung durch Verschleiß aus.
Bei modernen Kampfpanzern bestehen die einzelnen Kettenglieder meist aus Stahl und tragen Gummipolster, die den Straßenbelag schonen und Vibrationen dämpfen. Die Bundeswehr beschreibt die Kette in ihrer Übersicht zum Kampfpanzer Leopard 2 als tragendes Element für Beweglichkeit und Geländegängigkeit. Baumaschinen und ältere Militärfahrzeuge nutzen dagegen häufig gummiummantelte Bandketten ohne einzelne, gelenkig verbundene Glieder.
Die militärische Nutzung von Gleisketten geht auf landwirtschaftliche Zugmaschinen vom Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, die auf losem Ackerboden nicht einsanken. Die britische und die französische Armee ließen daraus im Ersten Weltkrieg gepanzerte Kettenfahrzeuge entwickeln, die ab 1916 erstmals im Kampf eingesetzt wurden, um Schützengräben und Stacheldrahtfelder zu überwinden. Die raupenartige Bewegung der Kettenglieder brachte dafür die Bezeichnung „caterpillar movement“ hervor. Die US-Firma Holt Manufacturing Company sicherte sich daraufhin die Marke Caterpillar, unter der das spätere Baumaschinenunternehmen bekannt wurde.
Die Alternative zur Gleiskette ist das Rad. Radfahrzeuge sind leichter und erreichen auf befestigten Straßen höhere Geschwindigkeiten. Ihre Wartung ist günstiger, dafür haben sie einen höheren Bodendruck und weniger Traktion im Gelände. Halbkettenfahrzeuge, die vorn Räder und hinten Ketten kombinieren, waren vor allem im Zweiten Weltkrieg verbreitet und gelten heute als technisch überholt.
Bedeutung beim Panzerfahren
Ein Kettenfahrzeug lenkt nicht wie ein Auto über eingeschlagene Räder, sondern über die Kettenlenkung. Die beiden Ketten laufen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, das Fahrzeug dreht sich zur langsameren Seite ein. Moderne Kampfpanzer setzen dafür ein Überlagerungslenkgetriebe ein, das über ein Lenkrad oder einen Steuerknüppel bedient wird. Beim Fahren spürt man das als deutlichen Ruck in der Kurve. Der Wendekreis ergibt sich nicht aus einem Lenkeinschlag, sondern aus der Geschwindigkeitsdifferenz der beiden Ketten.
Der niedrige Bodendruck der Gleiskette lässt sich auf Erlebnisstrecken unmittelbar erfahren. Kettenfahrzeuge überfahren Geröll, Schlamm oder ausrangierte Fahrzeugwracks, ohne einzusinken, während ein Radfahrzeug an derselben Stelle steckenbleiben würde. Wer selbst fährt, bemerkt außerdem die Kettenspannung. Eine zu straff eingestellte Kette erhöht Verschleiß und Lenkkräfte, eine zu lose Kette kann bei enger Kurvenfahrt abspringen. Instruktoren prüfen die Spannung deshalb vor jeder Fahrt.