Der Kettenspanner ist die Vorrichtung im Kettenlaufwerk eines Kettenfahrzeugs, die die Spannung der Gleiskette einstellt und laufend nachregelt. Er wirkt in der Regel über das Leitrad, das mit einer Schraubspindel oder einem hydraulischen Spannzylinder gegen die Kette gedrückt wird. Ohne Nachspannen würde die Kette durch Verschleiß und Wärmedehnung zu locker werden und von den Laufrollen abspringen.
Kettenspanner im Detail
Das Leitrad sitzt am gegenüberliegenden Ende des Laufwerks zum Treibrad und trägt selbst keinen Antrieb. Es dient nur der Führung und Spannung der Kette. Der Kettenspanner verschiebt dieses Leitrad in Längsrichtung des Fahrzeugs und verändert damit die wirksame Kettenlänge zwischen Treibrad und Leitrad.
Zwei Bauarten sind gebräuchlich. Bei der mechanischen Variante wird eine Schraubspindel von Hand oder mit einem Werkzeug gedreht, die das Leitrad langsam nach vorn oder hinten schiebt. Diese Bauart findet sich vor allem bei älteren und einfacher aufgebauten Kettenfahrzeugen und muss in festen Wartungsintervallen manuell nachgestellt werden. Bei der hydraulischen Variante drückt ein Spannzylinder das Leitrad ständig mit definiertem Druck gegen die Kette. Diese Bauart gleicht Längenänderungen selbsttätig aus, etwa wenn sich die Kette im Fahrbetrieb durch Reibungswärme ausdehnt und im Stand wieder zusammenzieht.
Nachstellen ist notwendig, weil sich die Kette über die Lebensdauer längt. Jedes Kettenglied ist über Bolzen mit dem nächsten verbunden, und an diesen Verbindungen entsteht durch Bewegung und Belastung Spiel. Die Summe dieses Spiels über alle Glieder macht die gesamte Kette länger, bis sie irgendwann den zulässigen Verschleißgrenzwert erreicht und ausgetauscht werden muss.
Eine zu lose Kette erhöht die Gefahr, dass sie bei Kurvenfahrt oder auf unebenem Gelände von den Laufrollen springt. Eine zu straff gespannte Kette erhöht dagegen die Reibung im gesamten Laufwerk, was Kraftstoffverbrauch und Verschleiß an Laufrollen, Treibrad und Kette selbst steigert. Der Kettenspanner hält die Spannung zwischen diesen beiden Grenzen.
Bedeutung beim Panzerfahren
Wer selbst einen Panzer fährt, bekommt vom Kettenspanner meist nichts direkt mit, seine Wirkung zeigt sich aber im Fahrverhalten. Eine korrekt gespannte Kette läuft ruhig und ohne spürbares Schlagen im Laufwerk. Eine zu lose Kette macht sich dagegen durch ein deutliches Rattern und Poltern bemerkbar, besonders bei engen Kurven.
Die Kontrolle der Kettenspannung gehört bei Anbietern von Panzerfahrten zur routinemäßigen Wartung vor jeder Fahrt, denn ein Abspringen der Kette während der Fahrt bedeutet Stillstand und Bergung. Am Fahrzeug selbst erkennt man die Bauart des Kettenspanners an der Position des Leitrads: Bei hydraulischen Systemen liegt hinter dem Leitrad meist ein sichtbarer Zylinder, bei mechanischen Systemen eine Spindel mit Kontermutter. Kettenlaufwerke mit geregelter Kettenspannung gehören bei modernen Kampfpanzern wie dem Leopard 2 der Bundeswehr zur Standardausstattung.
Verwandte Begriffe
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