Leiträder

Das Leitrad ist das nicht angetriebene Rad am Ende des Kettenlaufwerks, das die Gleiskette umlenkt und in Spannung hält. Anders als das Treibrad überträgt es keine Antriebskraft. Bei den meisten Kettenfahrzeugen liegt es dem Treibrad gegenüber: Sitzt der Antrieb vorn, befindet sich das Leitrad hinten, und umgekehrt.

Leiträder im Detail

Ein Kettenlaufwerk besteht im Kern aus zwei Rädern und der Kette dazwischen: dem Treibrad, das die Kette antreibt, und dem Leitrad, das sie am anderen Ende umlenkt. Dazwischen tragen die Laufrollen das Fahrzeuggewicht auf der Lauffläche der Kette ab. Das Leitrad selbst hat, wie das Treibrad, in der Regel keinen dauerhaften Bodenkontakt.

Konstruktiv ist das Leitrad meist auf einem schwenk- oder verschiebbaren Arm gelagert. Diese Lagerung erlaubt es, den Abstand zwischen Leitrad und Treibrad fein zu verstellen und damit die Kettenspannung einzustellen. Die eigentliche Verstellmechanik dafür ist der Kettenspanner, ein eigenes Bauteil. Das Leitrad ist also das Rad, der Kettenspanner der Mechanismus, der seine Position justiert.

Warum diese Trennung von Antrieb und Umlenkung? Würde jedes Rad im Laufwerk gleichzeitig antreiben, müssten alle Räder exakt synchron laufen, sonst verspannt sich die Gleiskette oder springt ab. Mit einem einzelnen Treibrad und einem passiven Leitrad bleibt die Kraftübertragung einfach und wartungsarm. Manche zivile Kettenfahrzeuge, etwa kleinere Baumaschinen, sparen sich ein eigenständiges Leitrad und nutzen stattdessen eine der vorderen Laufrollen zugleich als Umlenkpunkt. Bei Kettenfahrzeugen mit hohem Gewicht und hoher Geländebelastung, wie militärischen Kettenfahrzeugen, hat sich die getrennte Bauform aus Treibrad, Laufrollen und Leitrad durchgesetzt, weil sie sich leichter warten und austauschen lässt.

Vom oberen Kettentrum, das nach dem Leitrad zum Treibrad zurückläuft, wird die Kette bei vielen Fahrzeugen zusätzlich von Stützrollen geführt, damit sie nicht durchhängt und gegen die Wanne schlägt. Leitrad und Stützrolle übernehmen damit unterschiedliche Aufgaben am selben Laufwerk: Das Leitrad lenkt die Kette am Ende um, die Stützrolle trägt sie auf der Strecke dazwischen. In der Lauffläche unterscheidet sich das Leitrad von den Laufrollen meist durch einen glatten, breiteren Rand ohne Führungszähne, damit Schlamm und Schnee beim Umlaufen leichter abgeworfen werden.

Bedeutung beim Panzerfahren

Beim Fahren selbst ist das Leitrad kaum spürbar, seine Einstellung aber schon. Ist die Kette am Leitrad zu locker gespannt, schlägt sie beim Beschleunigen und in Kurven hörbar gegen die Laufrollen, im schlimmsten Fall springt sie ab. Ist sie zu straff gespannt, steigt der Rollwiderstand, und der Verschleiß an Bolzen und Buchsen der Kette nimmt zu. Wer an einer Fahrveranstaltung teilnimmt, sieht das Leitrad meist beim Rundgang um das Fahrzeug vor der Fahrt: Es liegt am gegenüberliegenden Ende zum Treibrad und lässt sich an seiner meist glatten, unverzahnten Lauffläche vom angetriebenen Rad unterscheiden. Im Deutschen Panzermuseum Munster lassen sich Kettenlaufwerke mit Leiträdern an ausgestellten Fahrzeugen im Original betrachten.

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