Laufrolle

Die Laufrolle ist das Bauteil im Kettenlaufwerk eines Panzers, auf dem das Fahrzeug mit seinem gesamten Gewicht steht und über das sich die Gleiskette abrollt. Sie überträgt die Last der Wanne auf die Kette und hält diese zusammen mit den Stützrollen zwischen Führrad und Treibrad gespannt. Ohne Laufrollen ist ein Kettenantrieb technisch nicht möglich.

Laufrolle im Detail

Eine Laufrolle besteht meist aus zwei Rädern mit einem schmalen Zwischenraum dazwischen. In diesem Zwischenraum führen die Kettenglieder ihre Führungszähne, sodass die Kette nicht seitlich abrutschen kann. Gefedert werden Laufrollen bei Militärfahrzeugen am häufigsten über Drehstabfederung, seltener über Blattfedern oder Schraubenfedern.

Bei der Bandage gibt es zwei Bauformen. Laufrollen mit Gummibandage laufen leiser und schonen den Kontakt zwischen Rolle und Kette, weil kein Metall auf Metall reibt. Reine Stahllaufrollen kamen unter anderem bei Rohstoffknappheit zum Einsatz und dämpfen stattdessen über eine innenliegende Gummischicht. Sie sind lauter, gelten aber als unempfindlicher gegenüber Schlamm, Splitt und scharfkantigem Gelände.

Deutsche Konstrukteure setzten bei Tiger, Panther und Tiger II ein Schachtellaufwerk ein. Die Laufrollen sind außen und innen versetzt angeordnet und überlappen sich. Das verteilt das Fahrzeuggewicht gleichmäßiger auf den Untergrund und verbessert die Geländegängigkeit. Der Preis dafür zeigt sich in der Werkstatt: An eine innere Rolle kommt der Mechaniker erst heran, nachdem er eine Reihe äußerer Rollen abgebaut hat, ein Arbeitsschritt, der Reparaturen im Feld erheblich verlängert. Der sowjetische T-34 ging den umgekehrten Weg: Große Laufrollen übernehmen dort zugleich die Funktion der Stützrollen, eigene Stützrollen entfallen. Der Leopard 2 und andere moderne Kampfpanzer verzichten dagegen auf das Schachtellaufwerk. Jede Laufrolle hängt einzeln, dadurch bleibt der Rollenwechsel einfach, ohne dass die Geländegängigkeit merklich leidet.

Fahrzeuge mit Schachtellaufwerk wie Panther und Tiger II gehören zu den Exponaten des Deutschen Panzermuseums Munster.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer selbst einen Kettenpanzer fährt, bemerkt die Laufrollen zuerst akustisch. Stahllaufrollen erzeugen ein deutliches Klappern und Rasseln, gummibandagierte Rollen laufen spürbar ruhiger. Beim Überfahren von Bodenwellen und Gräben gleicht die Drehstabfederung der Laufrollen einen Teil der Stöße aus, sodass die Fahrt im Innenraum weicher wirkt, als es die massive Kette vermuten lässt.

An Fahrzeugen mit Schachtellaufwerk zeigen Instrukteure häufig, warum ein Rollenwechsel im Feld so lange dauert: Um an eine innere Rolle zu gelangen, müssen zuerst mehrere äußere Rollen abgenommen werden. Diese Konstruktionsschwäche war einer der Gründe, warum spätere Fahrzeuggenerationen zu einfacheren, einzeln aufgehängten Laufrollen zurückkehrten.

Auch der Zustand der Bandage lässt sich am Fahrzeug direkt ablesen. Rissige oder abgefahrene Gummibandagen sind an Übungsfahrzeugen keine Seltenheit, weil Drehen auf der Stelle und scharfkantiger Untergrund die Rollen stärker belasten als eine gerade Fahrstrecke. Wer die Laufrollen vor der Fahrt kurz betrachtet, erkennt daran, wie intensiv ein Fahrzeug im Übungsbetrieb genutzt wird.

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