Rennstrecken-Erlebnisse in Deutschland

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Header: Rennstrecke aus der Vogelperspektive oder Boxengasse, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
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Deutschland hat mit dem Nürburgring, dem Hockenheimring und dem Sachsenring drei internationale Rennstrecken, die auch außerhalb des Profisports zugänglich sind. Dazu kommen kleinere Kurse und private Trackday-Strecken. Wer sich für Motorsport interessiert, findet hier einen Überblick über Lage, Streckenlänge und Betreiber der bekanntesten Anlagen, dazu Hinweise, wo Geschwindigkeit auch ohne eigenes Auto und ohne Rennstreckenlizenz erfahrbar ist.

Alle drei Strecken haben eine lange Geschichte im deutschen Rennsport und werden bis heute für Meisterschaftsläufe, Trackdays und teils für Touristenfahrten genutzt. Die folgenden Angaben zu Streckenlänge, Lage und Betreiber stammen aus den offiziellen Streckenseiten und werden dort ergänzend geprüft, wo sich Angaben je nach Quelle unterscheiden.

Nürburgring: Nordschleife und Grand-Prix-Strecke

Der Nürburgring liegt in der Eifel in Rheinland-Pfalz. Betreiber ist die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG. Die Anlage besteht aus zwei getrennten Strecken: der Nordschleife und der modernen Grand-Prix-Strecke. Nach Angaben des Betreibers ist die Nordschleife 20,832 Kilometer lang, die Grand-Prix-Strecke misst 5,148 Kilometer.

Ältere Quellen nennen für die reine Nordschleife ohne die Verbindung zur Grand-Prix-Strecke auch eine Länge von rund 20,6 Kilometern. Die Zahl hängt davon ab, ob die Zieldurchfahrt über die GP-Strecke mitgezählt wird. Beide Angaben beziehen sich auf denselben Streckenverlauf, unterscheiden sich aber in der Zählweise des Verbindungsstücks.

Die Nordschleife wurde 1927 eröffnet und ist bis heute eine der längsten permanent genutzten Rennstrecken der Welt. Auf ihr findet jährlich das bekannte 24-Stunden-Rennen statt, außerdem zahlreiche Trackdays unterschiedlicher Veranstalter. Für Fahrer ohne Rennlizenz gibt es Zeitfenster für freies Fahren mit dem eigenen Fahrzeug, die als Touristenfahrten bekannt sind. Für Rennsportveranstaltungen gilt dagegen die Streckenzulassung nach den Regeln des zuständigen Sportverbands. Die Nordschleife gilt wegen ihrer Streckenführung mit vielen Kuppen, Senken und wechselnden Steigungen als eine der anspruchsvollsten Strecken der Welt, was sie sowohl bei Werksfahrern für Fahrzeugtests als auch bei Hobbyfahrern beliebt macht.

Hockenheimring in Baden-Württemberg

Der Hockenheimring liegt in der Stadt Hockenheim in Baden-Württemberg. Betreiber ist die Hockenheim-Ring GmbH. Die heutige Grand-Prix-Strecke ist 4,574 Kilometer lang und wurde 2002 in ihrer jetzigen Form fertiggestellt, nachdem die Formel 1 eine kürzere, technisch anspruchsvollere Streckenführung verlangt hatte. Zuvor bestand der Kurs seit 1965 aus einer deutlich längeren Streckenführung mit dem charakteristischen Motodrom als Zuschauerbereich.

Der Hockenheimring war bis 2019 wiederholt Austragungsort des Großen Preises von Deutschland. Neben Formel-1-Rennen finden auf dem Gelände regelmäßig Trackdays, DTM-Läufe und Motorradveranstaltungen statt. Namensgebend für das sogenannte Motodrom ist der stadionartige Zuschauerbereich rund um den letzten Streckenabschnitt vor Start und Ziel, in dem mehrere Kurven auf engem Raum liegen und von den Tribünen aus gut einsehbar sind.

Sachsenring in Sachsen

Der Sachsenring liegt nahe Hohenstein-Ernstthal in Sachsen, die Anlage selbst befindet sich auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Oberlungwitz. Motorsportlicher Betreiber ist der ADAC Sachsen e.V.

Bei der Streckenlänge weichen die Angaben je nach Messmethode voneinander ab. Der Betreiber nennt für die Rennstrecke 3.671 Meter, die Gemeinde Hohenstein-Ernstthal führt für die Ideallinie rund 3.704 Meter. Beide Zahlen beziehen sich auf den seit 2001 genutzten Streckenverlauf mit 14 Kurven, davon vier Rechts- und zehn Linkskurven, die gegen den Uhrzeigersinn befahren werden. Die Vorgängerstrecke aus den Jahren 1996 bis 2000 war mit rund 3.508 Metern kürzer, die ursprüngliche Strecke von 1927 maß rund 8.618 Meter.

Der Sachsenring ist die einzige der drei großen deutschen Rennstrecken, die regelmäßig einen Grand Prix der Motorrad-Weltmeisterschaft austrägt. Daneben ist die Strecke auch für Automobilrennen wie die DTM zugelassen und wird regelmäßig für Trackdays gebucht.

Weitere Strecken im Überblick

Neben den drei großen Anlagen gibt es in Deutschland eine Reihe kleinerer Kurse, die für Trackdays und Amateursport genutzt werden. Dazu zählen unter anderem der EuroSpeedway Lausitz in Brandenburg, der Bilster Berg in Nordrhein-Westfalen und der Norisring in Nürnberg, der als Stadtkurs auf öffentlichen Straßen abgesteckt wird. Belastbare Kennzahlen zu Länge und Kurvenzahl dieser Strecken werden hier nicht aufgeführt, weil sich die verfügbaren Angaben je nach Quelle unterscheiden.

Diese kleineren Strecken sind für Einsteiger oft zugänglicher als die drei großen Anlagen, weil die Trackday-Termine seltener ausgebucht sind und die Streckenführung meist weniger anspruchsvoll ausfällt. Wer zum ersten Mal auf einer Rennstrecke fahren möchte, findet dort häufig ruhigere Bedingungen als am Nürburgring oder Hockenheimring.

Wer regelt den Rennbetrieb: der DMSB

Zuständiger Dachverband für den Automobil- und Motorradsport in Deutschland ist der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB). Der Verband vergibt die für den Renneinsatz erforderlichen Lizenzen an Fahrer und Sportwarte, legt technische und sportliche Reglements fest und ist an der Abnahme von Rennstrecken beteiligt. Wer an einer Deutschen Meisterschaft oder einem international ausgeschriebenen Rennen teilnehmen möchte, braucht dafür eine DMSB-Lizenz. Für Touristenfahrten auf offenen Strecken ist keine Lizenz nötig, hier gelten die Teilnahmebedingungen des jeweiligen Streckenbetreibers.

Der DMSB ist zudem an der technischen Abnahme von Rennstrecken beteiligt, bevor diese für offizielle Wettbewerbe zugelassen werden. Diese Abnahme betrifft unter anderem Sicherheitseinrichtungen wie Auslaufzonen, Leitplanken und Reifenstapel. Für private Trackdays ohne Wettbewerbscharakter ist keine DMSB-Zulassung der Strecke erforderlich, hier reicht die Betriebserlaubnis des Streckenbetreibers.

Alternative zur Rennstrecke: Kettenfahrzeuge statt Rundenzeiten

Rennstrecken sind auf Geschwindigkeit und Ideallinie ausgelegt. Wer Fahrtechnik und Fahrzeugtechnik abseits von Asphalt und Rundenzeit erleben möchte, findet in Deutschland auch Gelände, auf denen historische Kettenfahrzeuge selbst gefahren werden können. Das Fahrverhalten unterscheidet sich grundlegend von einem Sportwagen auf der Rennstrecke: Lenkung über Bremsen statt Lenkrad, Geschwindigkeiten im zweistelligen Bereich, dafür Fahrbahnen aus Schlamm, Sand und Schotter.

Wie sich ein Rennstreckentag von einem Fahrtag mit Kettenfahrzeugen unterscheidet und was dabei jeweils zu beachten ist, beschreibt der Beitrag Panzerfahren in Deutschland oder Prag. Einen Überblick über weitere geländebasierte Angebote gibt der Beitrag Offroad-Erlebnisse im Überblick. Ein Beispiel für eine deutsche Strecke, auf der Kettenfahrzeuge gefahren werden, ist die Anlage in Steinhöfel.

Praktische Hinweise für den Einstieg

Trackdays auf den großen Strecken werden von unterschiedlichen Anbietern organisiert: Fahrsicherheitszentren, Automobilclubs, Fahrzeughersteller und private Veranstalter. Die Bedingungen, etwa zu zugelassenen Fahrzeugklassen, Helmpflicht und technischer Abnahme, legt jeweils der Veranstalter des einzelnen Trackdays fest, nicht der Streckenbetreiber selbst. Wer zum ersten Mal auf einer Rennstrecke fährt, sollte sich vorab direkt beim jeweiligen Anbieter über Ablauf und Voraussetzungen informieren.

Für alle drei vorgestellten Strecken gilt: Der reguläre Rennbetrieb und die Touristenfahrten unterliegen eigenen Terminplänen, die sich saisonal ändern. Aktuelle Termine veröffentlichen die Betreiber auf ihren jeweiligen Streckenwebsites.

Unabhängig vom gewählten Format gehört eine Fahrzeug- und Sicherheitseinweisung vor der ersten Runde zum Standardablauf. Bei Trackdays mit eigenem Fahrzeug wird üblicherweise eine technische Kurzabnahme durchgeführt, bei der Reifenzustand, Bremsen und Flüssigkeitsstände geprüft werden. Ein eigener Helm wird bei den meisten Veranstaltern vorausgesetzt oder kann vor Ort geliehen werden, die genauen Vorgaben unterscheiden sich je nach Anbieter.

Häufige Fragen

Kann man auf der Nürburgring-Nordschleife auch ohne Rennlizenz fahren?

Ja. Für Zeiten außerhalb des offiziellen Renn- und Trainingsbetriebs gibt es Touristenfahrten, bei denen mit zugelassenen Fahrzeugen frei gefahren werden kann. Eine Rennlizenz ist dafür nicht erforderlich, es gelten aber die Straßenverkehrsregeln und die Teilnahmebedingungen des Betreibers.

Welche der drei großen Strecken ist die längste?

Mit 20,832 Kilometern ist die Nürburgring-Nordschleife deutlich länger als der Hockenheimring mit 4,574 Kilometern und der Sachsenring mit 3,671 Kilometern. Die Nordschleife gehört damit zu den längsten permanent genutzten Rennstrecken weltweit.

Braucht man für einen Rennstreckentag eine DMSB-Lizenz?

Nur für den Start bei DMSB-lizenzierten Rennen und Meisterschaften. Trackdays für Hobbyfahrer und Touristenfahrten sind ohne Lizenz zugänglich, hier reicht in der Regel ein gültiger Führerschein und ein für den Trackday zugelassenes Fahrzeug.

Gibt es in Deutschland auch Fahr-Erlebnisse abseits von Autos und Motorrädern?

Ja. Neben Rennstrecken für Pkw und Motorräder gibt es Geländeanlagen, auf denen historische Kettenfahrzeuge unter Anleitung selbst gefahren werden. Einen Vergleich verschiedener Formate zeigt der Beitrag Die besten Adrenalin-Erlebnisse in Deutschland. Als Geschenkidee eignet sich dafür auch die Übersicht Geschenk für Männer.

Weitere Ratgeberbeiträge rund um Fahr- und Geländeerlebnisse finden sich in der Ratgeber-Übersicht.