LAV-25

LAV-25 Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: U.S. Naval Forces Central Command/U.S. Fifth Fleet, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der LAV-25 ist ein amphibisches Aufklärungsfahrzeug auf Radbasis mit der Antriebsformel 8×8. Entwickelt wurde er in Kanada, im Einsatz steht er vor allem beim US Marine Corps. Die Grundkonstruktion geht auf den Schweizer Radschützenpanzer Mowag Piranha zurück, den General Motors of Canada, Diesel Division (heute General Dynamics Land Systems Canada), in den frühen 1980er Jahren für die US-Streitkräfte weiterentwickelte. Bewaffnet ist der LAV-25 mit der 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster, angetrieben von einem Detroit Diesel 6V53T. Er erreicht auf der Straße bis zu 100 km/h und ist schwimmfähig. Das Fahrzeug ist bis heute im Dienst und deckt damit einen Zeitraum vom Kalten Krieg bis in die Gegenwart ab. In Deutschland steht der LAV-25 derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Amphibisches Aufklärungsfahrzeug (Radschützenpanzer), 8×8
Herkunftsland Kanada / USA
Hersteller General Dynamics Land Systems Canada (vormals General Motors of Canada, Diesel Division)
Bauzeit keine Angabe (strittig, siehe Abschnitt Entwicklungsgeschichte)
Stückzahl keine Angabe (strittig, siehe Abschnitt Einsatz und Verbreitung)
Gefechtsgewicht 12,8 t
Länge 6,39 m
Breite 2,5 m
Höhe 2,69 m
Motor Detroit Diesel 6V53T
Leistung keine Angabe (strittig, siehe Abschnitt Technik im Detail)
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h
Reichweite 660 km
Besatzung keine Angabe (strittig, siehe Abschnitt Einsatz und Verbreitung)
Hauptbewaffnung 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster
Panzerung Geschweißter Stahl
Watfähigkeit keine Angabe

Entwicklungsgeschichte

Das US Marine Corps suchte in den späten 1970er Jahren ein leichtes, radbetriebenes Aufklärungs- und Transportfahrzeug, das amphibische Fähigkeiten mit hoher Straßengeschwindigkeit verband. Die bis dahin genutzten Kettenfahrzeuge galten für diese Rolle als zu langsam und zu wartungsintensiv. Als Basis wählte man den Schweizer Radschützenpanzer Mowag Piranha, ein modulares 8×8-Konzept, das sich bereits in mehreren Ländern bewährt hatte. General Motors of Canada, Diesel Division, erhielt den Zuschlag, das Fahrzeug in Lizenz für die US-Streitkräfte zu fertigen und an die Anforderungen des Marine Corps anzupassen.

Der Produktionsauftrag an General Motors of Canada erging im September 1982. Wann das Fahrzeug anschließend in den aktiven Dienst überging, wird in den Quellen unterschiedlich angegeben: Eine Quelle nennt 1983 als Jahr der Indienststellung, eine andere 1985. Die Differenz lässt sich mit dem Ablauf einer Beschaffung dieser Größenordnung erklären. Zwischen Vertragsabschluss, ersten Auslieferungen und der flächendeckenden Ausstattung ganzer Verbände liegen üblicherweise mehrere Jahre, sodass unterschiedliche Etappen als Stichjahr in die Literatur eingehen können.

Aus der Beschaffung ging zunächst die Basisversion LAV-25 hervor. General Motors of Canada, Diesel Division, ging in den folgenden Jahren im Rüstungskonzern General Dynamics auf, seither firmiert der Hersteller als General Dynamics Land Systems Canada und fertigt bis heute Fahrzeuge der LAV-Familie für unterschiedliche Auftraggeber. Aus derselben Plattform entwickelten sich später weitere, eigenständige Fahrzeugtypen für andere Aufgaben, etwa Panzerabwehr- und Bergeversionen. Diese Fahrzeuge unterscheiden sich technisch deutlich vom LAV-25 und werden mit eigenen Datenblättern geführt.

Technik im Detail

Anders als bei den meisten in diesem Verzeichnis beschriebenen Kettenfahrzeugen läuft der LAV-25 auf acht Rädern. Die Antriebsformel 8×8 bedeutet, dass alle vier Achsen angetrieben werden. Ein Kettenlaufwerk, wie es bei klassischen Schützen- und Kampfpanzern verbaut ist, besitzt das Fahrzeug nicht. Die Radaufhängung erlaubt hohe Geländegängigkeit bei geringerem Wartungsaufwand als bei einem Kettenfahrzeug, zugleich liegt die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße mit 100 km/h vergleichsweise hoch.

Angetrieben wird der LAV-25 von einem Detroit Diesel 6V53T, einem aufgeladenen V6-Dieselmotor. Zur genauen Leistung widersprechen sich die Quellen: Eine nennt 300 PS, eine andere 275 PS als Grundleistung, die sich über eine Aufladung namens Charged Injection auf bis zu 300 PS steigern lasse. Beide Angaben laufen damit auf denselben technischen Bestwert hinaus, sie unterscheiden sich nur darin, ob dieser Wert als Standard- oder als Maximalleistung verstanden wird.

Die Wanne besteht aus geschweißtem Stahl. Damit unterscheidet sich der LAV-25 von neueren Radschützenpanzern, die zusätzlich mit Verbundpanzerung ausgerüstet werden, um bei geringerem Gewicht einen besseren Schutz zu erreichen. Der Motor des LAV-25 ist zudem ein reiner Dieselantrieb und kein Vielstoffmotor, der wie bei manchen anderen Militärfahrzeugen auch andere Kraftstoffarten verarbeiten könnte.

Die amphibische Auslegung erlaubt dem Fahrzeug, Gewässer aus eigener Kraft zu überqueren. Konkrete Werte zur Watfähigkeit liegen nicht vor.

Varianten

Innerhalb der Modellreihe LAV-25 selbst gab es mehrere Kampfwertsteigerungen: LAV-25A1, LAV-25A2 und LAV-25A3 bezeichnen aufeinanderfolgende Nachrüststandards desselben Grundfahrzeugs, unter anderem mit Verbesserungen bei Elektronik, Optik und Antrieb. Es handelt sich dabei nicht um eigenständige neue Fahrzeugtypen, sondern um überarbeitete Versionen des LAV-25.

Davon zu unterscheiden sind die übrigen Mitglieder der LAV-Familie, die auf derselben Piranha-Basis aufbauen, aber eigene Fahrzeugtypen mit anderem Aufbau und anderer Rolle sind: der LAV-AT als Panzerabwehrversion, der LAV-M als Trägerfahrzeug für Mörser und der LAV-R als Bergefahrzeug. Diese Varianten unterscheiden sich in Bewaffnung, Aufbau und Besatzungszahl deutlich vom LAV-25 und werden auf eigenen Seiten mit eigenen Datenblättern geführt, nicht als Zeile dieser Seite.

Über die gemeinsame Konstruktionsbasis ist der LAV-25 zudem mit dem Radpanzer Stryker der US Army verwandt, der aus einer weiterentwickelten Piranha-Linie hervorging. Beide Fahrzeuge teilen das Grundprinzip eines 8×8-Radschützenpanzers, unterscheiden sich aber in Herkunftslinie, Beschaffungsgeschichte und technischen Details, die jeweils auf der eigenen Fahrzeugseite dokumentiert sind.

Einsatz und Verbreitung

Hauptnutzer des LAV-25 ist das US Marine Corps, das das Fahrzeug in seinen leichten Panzeraufklärungsbataillonen einsetzt. Der Einsatzzeitraum reicht von der Einführung in den 1980er Jahren bis in die Gegenwart.

Zur Stückzahl der LAV-25-Konfiguration selbst schwanken die Angaben zwischen 401 und 422 Fahrzeugen. Häufig kursiert daneben die Zahl von rund 758 Fahrzeugen. Sie bezieht sich jedoch auf die gesamte LAV-Familie mit allen Varianten wie LAV-AT, LAV-M und LAV-R zusammen, nicht auf den LAV-25 allein. Wer diese Zahl auf den LAV-25 überträgt, überschätzt seinen Anteil an der Gesamtstückzahl der Familie.

Auch bei der Besatzung gehen die Angaben auseinander, allerdings aus einem nachvollziehbaren Grund. Mehrere technische Quellen nennen eine Kapazität von drei Besatzungsmitgliedern plus Platz für sechs weitere Personen und beschreiben damit die maximale Ladekapazität des Fahrzeugs. Das US Marine Corps selbst nennt für den typischen Aufklärungseinsatz dagegen drei Besatzungsmitglieder plus vier weitere Personen, meist drei Aufklärungssoldaten und einen Sanitäter, Pionier oder Mechaniker. Die höhere Zahl beschreibt also die technische Kapazität, die niedrigere die in der Praxis übliche Belegung.

Verbleib heute

Der LAV-25 steht weiterhin im aktiven Dienst des US Marine Corps. Zu einem genauen Ausmusterungsdatum oder einem geplanten Nachfolgeprogramm liegen keine belastbaren Daten vor. Die Modellreihe insgesamt, einschließlich der Varianten LAV-AT, LAV-M und LAV-R, bleibt fester Bestandteil der Ausrüstung des Marine Corps.

Angaben zu einzelnen Museumsexemplaren in Deutschland liegen nicht vor. Wer sich für aktuell fahrbare Radfahrzeuge in Deutschland interessiert, findet eine Übersicht im Fahrzeugkatalog.

Kann man einen LAV-25 selbst fahren?

Nein, der LAV-25 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Anders als bei mehreren Kettenfahrzeugen, die bei deutschen Anbietern regelmäßig im Fahrbetrieb stehen, ist für diesen Radschützenpanzer aktuell kein Standort mit Selbstfahrangebot bekannt. Eine laufend aktualisierte Übersicht aller in Deutschland fahrbaren Modelle finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Verwandte Fahrzeuge

Der LAV-25 gehört zur selben Fahrzeugfamilie wie der LAV-AT, der LAV-M und der LAV-R, die auf derselben Basis aufbauen, aber eigene Rollen erfüllen. Über die gemeinsame Mowag-Piranha-Konstruktion besteht außerdem eine Verwandtschaft zum Radpanzer Stryker der US Army. Eine Übersicht aller in der Datenbank geführten Fahrzeuge, einschließlich dieser verwandten Typen, finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein LAV-25?

Das Gefechtsgewicht des LAV-25 liegt bei 12,8 Tonnen. Damit gehört er zu den leichteren Radschützenpanzern seiner Klasse, deutlich unter dem Gewicht vieler Kettenschützenpanzer. Das geringere Gewicht trägt zusammen mit der Antriebsformel 8×8 zur Schwimmfähigkeit und zur hohen Straßengeschwindigkeit des Fahrzeugs bei.

Wie schnell fährt ein LAV-25?

Auf der Straße erreicht der LAV-25 eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Angetrieben wird er von einem Detroit Diesel 6V53T. Zur genauen Motorleistung widersprechen sich die Quellen, sie liegt je nach Angabe zwischen 275 und 300 PS. Die Reichweite wird mit 660 Kilometern angegeben.

Wie viele LAV-25 wurden gebaut?

Zur Stückzahl der LAV-25-Konfiguration schwanken die Angaben zwischen 401 und 422 Fahrzeugen. Die häufig zitierte Zahl von rund 758 Fahrzeugen betrifft dagegen die gesamte LAV-Familie mit allen Varianten zusammen, nicht den LAV-25 allein. Eine gesicherte Einzelzahl für den LAV-25 lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.

Wie groß ist die Besatzung eines LAV-25?

Die Angaben schwanken. Mehrere Quellen nennen drei Besatzungsmitglieder plus Kapazität für sechs weitere Personen. Das US Marine Corps selbst beschreibt für den typischen Aufklärungseinsatz dagegen drei Besatzungsmitglieder plus vier weitere, meist drei Scouts und einen Sanitäter, Pionier oder Mechaniker. Beide Zahlen beschreiben unterschiedliche Dinge.

Kann man einen LAV-25 selbst fahren?

Nein, der LAV-25 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Für diesen Radschützenpanzer ist aktuell kein Standort mit Selbstfahrangebot bekannt. Eine Übersicht der in Deutschland fahrbaren Fahrzeuge, historisch wie modern, finden Sie im Fahrzeugkatalog dieser Seite.

Wann wurde der LAV-25 eingeführt?

Auch hier schwanken die Quellen. Der Produktionsauftrag an General Motors of Canada erging im September 1982, eine Quelle nennt 1983 als Jahr der Indienststellung, eine andere 1985. Eine genaue, unstrittige Jahreszahl lässt sich daraus nicht ableiten.

Ist der LAV-25 mit dem Stryker verwandt?

Ja, beide Fahrzeuge gehen auf die Mowag-Piranha-Konstruktion zurück. Der LAV-25 entstand als kanadisch-amerikanische Weiterentwicklung für das US Marine Corps, der Stryker der US Army aus einer späteren Piranha-Linie. Technische Werte des einen Fahrzeugs lassen sich nicht auf das andere übertragen, beide werden auf eigenen Seiten mit eigenen Datenblättern geführt.