Fahrerbeobachtungsgerät

Das Fahrerbeobachtungsgerät ist die Gesamtheit der optischen Geräte, mit denen der Fahrer eines gepanzerten Fahrzeugs das Gelände beobachtet, ohne die schützende Wanne zu verlassen. Dazu gehören feste oder auswechselbare Winkelspiegel für die Tagsicht, bei Bedarf ein Nachtsichtgerät und, in modernen Fahrzeugen, eine Rückfahrkamera. Es sitzt unmittelbar vor dem Fahrerplatz, in oder neben der Fahrerluke.

Fahrerbeobachtungsgerät im Detail

Bei geöffneter Luke fährt der Fahrer mit freiem Blick über den Lukenrand, so wie beim Autofahren mit heruntergelassenem Fenster. Sobald die Luke geschlossen wird, etwa bei Beschuss, schlechtem Wetter oder zur Übung, ist der Blick nach außen allein auf das Fahrerbeobachtungsgerät angewiesen. Klassisch besteht es aus mehreren Winkelspiegeln, die fächerförmig vor der Luke angeordnet sind und dem Fahrer ein Sichtfeld nach vorn und schräg zur Seite geben. Winkelspiegel bestehen heute meist aus Polymethylmethacrylat, einem splitterfesten Kunststoffglas, das zusätzlich mit Filterfolien und Laserschutz ausgestattet werden kann.

Für den Betrieb bei Dunkelheit lässt sich bei vielen Fahrzeugen der mittlere Winkelspiegel gegen ein passives Nachtsichtgerät tauschen. Neuere Konstruktionen ersetzen die einzelnen Spiegel durch Klappspiegel oder Kamerasysteme. Ein Beispiel ist das Fahrerassistenzsystem SPECTUS im Leopard 2, das nach Angaben der Bundeswehr eine Rückblickkamera mit integriertem Wärmebildgerät nutzt und dem Fahrer damit das Rückwärtsfahren bei Nacht und schlechter Sicht ohne Einweiser erlaubt. Bei Dunkelheit müssen unbenutzte Winkelspiegel von innen abgedeckt werden, damit kein Licht aus dem Kampfraum nach außen dringt und die Tarnung verrät.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer auf einem Erlebnisgelände selbst hinter dem Steuer sitzt, lernt den Unterschied zwischen offener und geschlossener Luke meist direkt am eigenen Körper. Mit offener Luke orientiert man sich wie gewohnt über den freien Blick nach vorn und zur Seite. Wird die Luke geschlossen und nur über die Winkelspiegel gefahren, schrumpft das Sichtfeld spürbar: Entfernungen zu Hindernissen, Fahrspurrändern oder anderen Fahrzeugen lassen sich schwerer einschätzen, und Kopfbewegungen ersetzen den Blick, den man sonst frei über die Schulter wirft. Fahrschulen auf Erlebnisgeländen üben deshalb häufig zunächst mit offener und erst danach mit geschlossener Luke. Nachtsichtgeräte und Rückfahrkameras spielen im zivilen Erlebnisfahren in der Regel keine Rolle, weil bei Tageslicht und niedriger Geschwindigkeit gefahren wird. Das Grundprinzip, bei geschlossener Luke allein auf ein schmales, optisches Fenster angewiesen zu sein, lässt sich aber schon bei einer kurzen Übungsfahrt nachvollziehen.

Verwandte Begriffe

Eng verbunden ist das Fahrerbeobachtungsgerät mit der Luke, deren Öffnungszustand direkt bestimmt, ob der Fahrer frei oder nur über die Optik sieht. Eine vergleichbare Funktion für den Kommandanten übernimmt die Kommandantenkuppel mit ihrem eigenen Rundumblick-Periskop. Weitere Begriffe rund um Panzertechnik finden sich im Lexikon.