Transportpanzer Fuchs (TPz 1 Fuchs)

Transportpanzer Fuchs Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: GALAXY 2018 A7, Lizenz CC0, via Wikimedia Commons

Der Transportpanzer Fuchs ist ein radgetriebenes, gepanzertes Mannschaftstransportfahrzeug der Bundeswehr. Die Serienproduktion begann 1979, das erste Fahrzeug erreichte die Truppe Ende desselben Jahres beziehungsweise Anfang 1980. Bis 1993 lieferte der Hersteller mehr als eintausend Exemplare an die Bundeswehr, die genaue Gesamtzahl über alle Varianten und Exportkunden hinweg schwankt je nach Quelle deutlich. Mit einem Gefechtsgewicht von 17 Tonnen und einer Reichweite von rund 800 Kilometern ist der Fuchs auf Straßen wie im Gelände unterwegs. Dank seiner selbsttragenden Stahlwanne ist er zudem schwimmfähig, eine Eigenschaft, die ihn von vielen zeitgleich entwickelten Kettenfahrzeugen unterscheidet. In Deutschland steht der Fuchs derzeit bei keinem Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung. Als Nachfolger ist der Patria 6×6 vorgesehen, dessen Serienfertigung im Dezember 2025 vertraglich besiegelt wurde.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Transportpanzer
Herkunftsland Deutschland
Hersteller keine Angabe
Bauzeit 1973 bis 1993
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht 17 Tonnen
Länge keine Angabe
Breite keine Angabe
Höhe keine Angabe
Motor V8-Diesel Mercedes-Benz OM 402A
Leistung 320 PS
Höchstgeschwindigkeit keine Angabe
Reichweite 800 km
Besatzung keine Angabe
Hauptbewaffnung 7,62-mm-Maschinengewehr MG3
Panzerung Panzerstahl (selbsttragende geschweißte Wanne)
Watfähigkeit schwimmfähig

Zu Hersteller, Länge, Breite und Höhe gibt es jeweils nur eine Quelle. Sie nennt als ursprünglichen Hersteller und Generalunternehmer der Serienproduktion Thyssen-Henschel aus Kassel, ein Unternehmen, das seit 1999 in Rheinmetall Landsysteme aufgegangen ist. Für die Standardausführung nennt dieselbe Quelle eine Länge von 6,83 Metern, eine Breite von 2,98 Metern und eine Höhe von 2,30 Metern ohne Antennen.

Entwicklungsgeschichte

Die Bundeswehr suchte in den 1960er und 1970er Jahren ein geländegängiges Radfahrzeug, das leichter zu warten und günstiger zu betreiben war als die bis dahin genutzten Kettenfahrzeuge. Eine Quelle nennt als Vorgänger den Schützenpanzer kurz Hotchkiss und den M113, deren Aufgaben der Fuchs in Teilen übernahm. 1973 lieferte der Hersteller zehn Fahrzeuge an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zur Truppenerprobung. Nach erfolgreicher Erprobung begann 1979 die Serienproduktion, das erste Serienfahrzeug erreichte die Truppe Ende 1979 beziehungsweise Anfang 1980, je nach Quelle.

Zur genauen Stückzahl gibt es unterschiedliche Angaben. Sie reichen von rund 540 Fahrzeugen der reinen Standardversion bis zu über 1.600 Fahrzeugen, wenn die gesamte Fuchs-Familie mit allen Kampfwertsteigerungen und Exportvarianten zusammengezählt wird. Zwei Quellen nennen übereinstimmend 1.031 Fahrzeuge, die bis 1993 an die Bundeswehr geliefert wurden, das dürfte die belastbarste Einzelzahl für die reine Bundeswehr-Beschaffung sein. Die Bandbreite erklärt sich vor allem daraus, ob nur der TPz 1 in seiner Grundversion gezählt wird oder die komplette Fuchs- und Fuchs-2-Familie samt aller Exportaufträge.

Die Bezeichnung TPz 1 steht für Transportpanzer 1 und unterscheidet das Fahrzeug von späteren Rad- und Kettenfahrzeugen mit ähnlicher Aufgabe. Innerhalb der Bundeswehr entwickelten sich aus der Grundversion zahlreiche Rüstsätze für unterschiedliche Truppengattungen, vom reinen Mannschaftstransport bis zu Sonderaufgaben wie ABC-Aufklärung oder Sanitätsdienst. Diese Vielseitigkeit trug wesentlich dazu bei, dass der Fuchs über vier Jahrzehnte im aktiven Dienst blieb, ohne dass ein einzelnes Nachfolgemodell alle seine Rollen auf einmal übernehmen konnte.

Technik im Detail

Der Fuchs ist ein Radfahrzeug mit sechs angetriebenen Rädern, kein Kettenfahrzeug. Anders als Kampf- und Schützenpanzer mit Kettenlaufwerk und umlaufender Gleiskette rollt er auf luftbereiften Rädern. Das senkt den Wartungsaufwand und die Betriebskosten gegenüber Kettenfahrzeugen deutlich, kostet im Gegenzug einen Teil der Geländegängigkeit auf sehr weichem oder felsigem Untergrund.

Angetrieben wird der Fuchs von einem V8-Dieselmotor des Typs Mercedes-Benz OM 402A mit 320 PS. Diese Leistung reicht für eine Reichweite von rund 800 Kilometern auf einer Tankfüllung. Die Wanne ist selbsttragend und geschweißt und besteht aus klassischem Panzerstahl. Damit unterscheidet sich der Fuchs von neueren Radfahrzeugen, die auf Verbundpanzerung aus mehreren Materialschichten setzen. Die geschweißte Stahlwanne macht das Fahrzeug zugleich schwimmfähig: Ohne besondere Vorbereitung kann der Fuchs Gewässer im Wasserfahrbetrieb überqueren, angetrieben über die eigenen Räder.

Die Bewaffnung beschränkt sich in der Standardausführung auf ein 7,62-mm-Maschinengewehr vom Typ MG3 zur Selbstverteidigung. Anders als Schützenpanzer mit Glattrohrkanone ist der Fuchs nicht für den Kampf gegen gepanzerte Ziele ausgelegt. Seine Aufgabe ist der geschützte Transport von Personal und Ausrüstung. Diese Zurückhaltung bei der Bewaffnung hält Gewicht und Fahrzeugkosten niedrig und passt zur Rolle als Mannschaftstransporter und Trägerfahrzeug für unterschiedliche Rüstsätze.

Innen bietet der Fuchs Platz für Fahrer und Kommandant sowie eine wechselnde Zahl an Insassen im hinteren Transportraum, abhängig von Rüstsatz und Ausstattung. Ein und dieselbe Wanne dient je nach Aufbau als Truppentransporter, Kommandofahrzeug, Sanitätsfahrzeug oder Träger für Aufklärungssensorik. Diese Bauweise mit austauschbaren Aufbauten auf gleicher Basis war für ein Fahrzeug der 1970er Jahre ungewöhnlich konsequent umgesetzt und trug zur langen Nutzungsdauer bei.

Varianten

Aus der Grundversion TPz 1 entstand über die Jahrzehnte eine Reihe von Kampfwertsteigerungen, in der Bundeswehr-Sprache mit KWS abgekürzt. Die Version 1A7 erhielt eine modulare Schutzausstattung mit zusätzlicher Panzerung, um dem gestiegenen Bedrohungsniveau in Auslandseinsätzen zu begegnen. Die Version 1A8 baut darauf auf: verstärkter Minen- und Ballistikschutz sowie, je nach Ausstattung, eine fernbedienbare Waffenstation des Typs FLW200 gehören zu den Änderungen. Rheinmetall rüstet Bestandsfahrzeuge der Bundeswehr fortlaufend auf diesen Stand um.

Für den Export entwickelte der Hersteller den Fuchs 2 mit vergrößertem Innenraum und leistungsstärkerem Triebwerk gegenüber der ursprünglichen Bundeswehr-Version. Algerien bestellte 2024 einen Großauftrag über Fuchs-2-Fahrzeuge, die in Lizenz im Land selbst gefertigt werden, nachdem bereits 2014 ältere Fuchs-1-Fahrzeuge geliefert worden waren. Weitere Nutzerstaaten sind unter anderem Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie, in geringerer Stückzahl, Großbritannien und Norwegen.

Einsatz und Verbreitung

Die Bundeswehr setzte den Fuchs von Beginn an in mehreren Truppengattungen ein: als reines Transportfahrzeug, als Trägerfahrzeug der Pioniertruppe, als Gruppenfahrzeug der Aufklärung und, mit besonderer ABC-Schutzausstattung, als Spürpanzer zur Erkundung chemischer, biologischer und radioaktiver Gefahren. Diese Bandbreite an Rollen erklärt mit, warum sich die Gesamtzahl gebauter Fahrzeuge so schwer in eine einzige Zahl fassen lässt.

Der Fuchs war an Auslandseinsätzen der Bundeswehr beteiligt, unter anderem in Afghanistan. Über Jahrzehnte hinweg begleitete er deutsche Kontingente unter wechselnden Mandaten der Vereinten Nationen und der NATO. Seine Rolle blieb dabei technisch unverändert: geschützter Transport von Personal und Material auf Straßen und im Gelände, nicht der Kampf gegen bewaffnete Ziele.

International ist der Fuchs über Exportverkäufe verbreitet. Neben der Bundeswehr nutzen unter anderem Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate Fahrzeuge der Fuchs-Familie, ebenso Großbritannien und Norwegen in geringerer Zahl. Mit dem Auftrag Algeriens aus dem Jahr 2024 kommt ein weiterer bedeutender Nutzerstaat hinzu, dessen Fahrzeuge in Lizenz vor Ort gefertigt werden. Die genaue Verteilung nach Land und Version ist öffentlich nicht vollständig dokumentiert.

Bei der Bundeswehr selbst ist der Fuchs bis heute im aktiven Bestand, auch wenn mit dem Patria 6×6 bereits ein Nachfolgeprogramm feststeht. Ein vollständiger Austausch der Flotte wird sich über mehrere Jahre erstrecken, weil neue Fahrzeuge schrittweise ausgeliefert und alte Bestände parallel weiterbetrieben werden.

Verbleib heute

Der Fuchs steht bei der Bundeswehr weiterhin im aktiven Dienst, wie die offizielle Fahrzeugübersicht der Bundeswehr bestätigt. Nach dem im Dezember 2025 unterzeichneten Serienvertrag für den Nachfolger Patria 6×6 über bis zu 876 Fahrzeuge wird die Auslieferung die Bestandsflotte schrittweise ablösen. Ein genauer Zeitpunkt für die vollständige Außerdienststellung des Fuchs steht öffentlich nicht fest.

Ausgemusterte Fahrzeuge finden sich vereinzelt in Sammlungen und bei Museen mit Schwerpunkt auf Nachkriegstechnik der Bundeswehr. Eine systematische, öffentlich zugängliche Übersicht ausgestellter Exemplare mit gesicherten Standortangaben liegt für den Fuchs derzeit nicht vor.

Kann man einen Fuchs selbst fahren?

Nein, dieses Modell steht in Deutschland aktuell bei keinem Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung. Anbieter von Panzerfahrten konzentrieren sich überwiegend auf ältere, ausgemusterte Kettenfahrzeuge, für die zivile Ersatzteil- und Wartungsstrukturen etabliert sind. Der Fuchs ist dagegen noch aktiv im Bestand der Bundeswehr und mehrerer ausländischer Streitkräfte, was den zivilen Fahrbetrieb praktisch ausschließt. Eine Übersicht weiterer hier gelisteter Fahrzeuge zeigt, welche Modelle sich aktuell selbst fahren lassen, darunter auch andere Radfahrzeuge mit ähnlichem Fahrverhalten.

Verwandte Fahrzeuge

Als Vorgänger nennt eine Quelle den Schützenpanzer kurz Hotchkiss und den M113, deren Aufgaben der Fuchs in Teilen übernahm. Als Nachfolger ist der Patria 6×6 im Rahmen des Programms Transportpanzer Neue Generation vorgesehen, dessen Serienfertigung im Dezember 2025 vertraglich besiegelt wurde. Eine Übersicht aller Fahrzeuge führt zu weiteren Rad- und Kettenfahrzeugen mit vergleichbarer Rolle.

Häufige Fragen

Wie schwer ist der Transportpanzer Fuchs?

Das Gefechtsgewicht des Fuchs liegt in der Grundausführung TPz 1 bei 17 Tonnen. Dieser Wert gilt für die Standardversion ohne zusätzliche Schutzausstattung. Die Kampfwertsteigerungen 1A7 und 1A8 sowie der schwerere Fuchs 2 bringen durch zusätzliche Panzerung und Technik mehr Gewicht auf die Waage als die Grundausführung.

Wie schnell fährt der Fuchs?

Zur Höchstgeschwindigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Sie reichen von 96 Kilometern pro Stunde auf der Straße bis zu Werten von über 100 Kilometern pro Stunde, je nach Quelle und möglicherweise je nach Ausführung. Eine gesicherte Einzelzahl für die Grundversion lässt sich aus den verfügbaren Quellen nicht ableiten.

Wie viele Fuchs wurden gebaut?

Auch hier schwanken die Angaben stark, je nachdem ob nur die Standardversion oder die gesamte Fuchs-Familie mit allen Exportvarianten gezählt wird. Die Spanne reicht von rund 540 bis zu 1.600 Fahrzeugen. Am häufigsten genannt wird eine Zahl von 1.031 Fahrzeugen, die bis 1993 an die Bundeswehr geliefert wurden.

Welche Besatzung hat der Fuchs?

Auch die Besatzungsstärke wird uneinheitlich angegeben, üblich sind Werte zwischen 10 und 12 Personen, je nachdem ob nur Fahrpersonal und Kommandant gezählt werden oder die volle Kapazität inklusive mitgeführter Infanteristen. Eine einzelne gesicherte Zahl für die Grundausführung lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht bestimmen.

Wer stellt den Fuchs her?

Eine Quelle nennt Thyssen-Henschel aus Kassel als ursprünglichen Hersteller und Generalunternehmer der Serienproduktion, eine zweite Bestätigung dafür gibt es nicht. Thyssen-Henschel ist seit 1999 Teil von Rheinmetall Landsysteme, das Bestandsfahrzeuge bis heute wartet, modernisiert und für Exportkunden weiterentwickelt, etwa in Form des Fuchs 2.

Kann man den Fuchs selbst fahren?

Nein, der Fuchs steht in Deutschland aktuell bei keinem Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung. Er ist noch aktiv im Bestand der Bundeswehr und mehrerer Streitkräfte, was den zivilen Fahrbetrieb praktisch ausschließt. Wer ein vergleichbares Radfahrzeug fahren möchte, findet eine Übersicht auf der Fahrzeugseite von panzerfahren.de.

Was löst den Fuchs bei der Bundeswehr ab?

Als Nachfolger ist der Patria 6×6 im Programm Transportpanzer Neue Generation vorgesehen. Im Dezember 2025 wurde ein Serienvertrag über bis zu 876 Fahrzeuge geschlossen. Ein genaues Ende der Nutzung des Fuchs bei der Bundeswehr steht öffentlich noch nicht fest, die Ablösung erfolgt schrittweise über mehrere Jahre.