Panzergrenadier bezeichnet einen Soldaten der gepanzerten Infanterie, deren Kennzeichen ein eigenes gepanzertes Fahrzeug ist, der Schützenpanzer. Als Truppengattung sind Panzergrenadiere darauf ausgelegt, im Verband mit Panzern mitzuhalten, geschützt zu fahren und bei Bedarf abzusitzen. In der Bundeswehr bilden sie zusammen mit der Panzertruppe den Truppengattungsverbund Panzertruppen.
Panzergrenadier im Detail
Der Begriff stammt aus der Wehrmacht. Seit 1942 hießen die bis dahin als „Schützen“ bezeichneten infanteristischen Verbände der Panzerdivisionen Panzergrenadiere. Die Umbenennung war mehr als ein Etikettenwechsel: Sie war Teil des Konzepts von Generaloberst Heinz Guderian, Infanterie und Panzerwaffe in einer gemeinsamen Struktur zu führen. Die Infanterie sollte dabei nicht mehr zu Fuß hinter den Panzern folgen, sondern mit einem eigenen gepanzerten Fahrzeug, dem Schützenpanzer, in gleichem Tempo mitkommen.
Das Wort „Grenadier“ selbst ist älter und stammt aus dem Französischen. Ursprünglich bezeichnete es einen Infanteristen, der auf das Werfen von Handgranaten spezialisiert war. Im 20. Jahrhundert war diese ursprüngliche Bedeutung bereits verblasst, „Grenadier“ stand allgemein für Infanterie. „Panzer-“ als Vorsilbe machte daraus die gepanzerte, mechanisierte Variante. Auch der Duden ordnet den Begriff in diese Richtung ein: Er beschreibt die Panzergrenadiere als Teil der Kampftruppen, der stets an der Seite der Panzertruppe operiert, und bestätigt damit genau jenen Punkt, der die Bezeichnung seit ihrer Entstehung trägt: die feste Kopplung an ein eigenes gepanzertes Fahrzeug.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Bezeichnung erhalten. In der Bundeswehr wurde die Panzergrenadiertruppe zunächst der Infanterie zugeordnet, später den gepanzerten Kampftruppen. Heute ist sie gemeinsam mit der Panzertruppe im Truppengattungsverbund Panzertruppen zusammengefasst. Prägend blieb über alle Jahrzehnte dasselbe Merkmal: die Bindung an einen eigenen Schützenpanzer, der die Truppengattung von der leichten oder luftbeweglichen Infanterie unterscheidet.
Bedeutung beim Panzerfahren
Wer selbst einen Schützenpanzer fährt, erlebt den Kern dieser Truppengattungsbezeichnung unmittelbar: Das Fahrzeug ist kein Kampfpanzer, sondern ein Transportmittel mit eigenem Kettenlaufwerk, das seine Insassen geschützt und geländegängig an ein Ziel bringt. Die Luke am Heck oder an der Wanne, durch die Besatzung und Mitfahrer ein- und aussteigen, macht sichtbar, wofür der Fahrzeugtyp konstruiert wurde: schnelles Auf- und Absitzen. Am Bodendruck und an der Kettenauslegung lässt sich außerdem nachvollziehen, warum gerade dieses Fahrzeugkonzept Gelände bewältigt, das für Räderfahrzeuge nicht passierbar ist. Wer den Unterschied zwischen einem Kampfpanzer und einem Schützenpanzer einmal selbst gefahren ist, versteht, warum die Bundeswehr für Panzergrenadiere und Panzertruppe zwei getrennte, aber eng verbundene Truppengattungen führt. Der Kampfpanzer ist auf Feuerkraft und Panzerung ausgelegt, der Schützenpanzer auf Transport und Beweglichkeit der mitgeführten Besatzung. Genau dieser Unterschied lässt sich am Steuer eines Schützenpanzers unmittelbar nachvollziehen, an Gewicht, Wendigkeit und Innenraum.
Verwandte Begriffe
- Kettenlaufwerk: das Antriebs- und Fahrwerksprinzip, das den Schützenpanzer geländegängig macht
- Gleiskette: das tragende Bauteil des Kettenlaufwerks
- Luke: der Zugang, über den Panzergrenadiere ein- und aussteigen
- Bodendruck: erklärt, warum Kettenfahrzeuge auch weiches Gelände befahren können
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