Wanne

Die Wanne ist der gepanzerte, selbsttragende Unterbau eines Kettenfahrzeugs. Sie nimmt Fahrwerk, Antrieb und Besatzung auf und gliedert sich bei den meisten Fahrzeugen in Fahrerraum, Kampfraum und Motorraum. Bei klassischen Kampfpanzern trägt sie zusätzlich den drehbaren Turm, der über den Turmdrehkranz mit der Wanne verbunden ist.

Wanne im Detail

Die Aufteilung der Wanne folgt dem Fahrzeugtyp. Bei Kampfpanzern liegt der Fahrerraum meist vorn in der Wannenspitze, der Kampfraum mit dem Turm in der Mitte und der Motorraum hinten. Schützenpanzer teilen den Raum anders ein. Beim Transportpanzer Fuchs liegen Fahrerraum, Motorraum und Transportraum nebeneinander, ein Kriechgang entlang der rechten Seite des Motorraums verbindet Fahrer- und Transportraum.

Konstruktiv besteht die Wanne bei Kampfpanzern aus gegossenem oder geschweißtem Panzerstahl, bei Schützenpanzern gelegentlich aus Aluminium. Sie ist selbsttragend: Die Wanne trägt die nicht selbsttragenden Teile des Fahrwerks und schützt Besatzung und Technik gegen direkten und indirekten Beschuss sowie gegen Minenwirkung. Schweißkonstruktionen erlauben komplexere Formen aus einzelnen Panzerstahlplatten, Gussteile kommen dort zum Einsatz, wo eine Form aus einem Stück mehr Widerstandsfähigkeit bringt als eine Schweißnaht. Bei modernen Kampfpanzern wird die Wannenfront zusätzlich mit aufgesetzter Zusatzpanzerung verstärkt, um die Besatzung besser zu schützen (Bundeswehr: Kampfpanzer Leopard 2).

Auch das Fahrwerk hängt an der Wanne. Bei der heute gebräuchlichen Drehstabfederung sind die Torsionsstäbe direkt in der Wannenstruktur gelagert, die Laufrollenarme sitzen außen an den Wannenseiten. Diese Bauweise spart Bauraum im Innern, weil keine separaten Federelemente wie bei einer Blattfederung untergebracht werden müssen. Zugang zur Wanne bieten Luken auf der Wannenoberseite: eine für den Fahrerraum, weitere für Kampf- und Motorraum, je nach Fahrzeugtyp zusätzlich eine Notluke im Wannenboden.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer selbst einen Panzer fährt, spürt die Wannenkonstruktion zuerst beim Einstieg. Der Weg zum Fahrerplatz führt über die Kettenabdeckung und eine Luke auf der Wannenoberseite nach unten in den Fahrerraum. Dort ist es eng: Die Sitzposition liegt tief in der Wanne, die Beinfreiheit ist knapp, größere Personen sitzen mit angewinkelten Knien.

Auf befestigter Strecke bleibt die Fahrerluke meist offen, der Kopf ragt heraus, die Sicht entspricht ungefähr der in einem offenen Fahrzeug. Wird die Luke geschlossen, etwa im Gelände, schrumpft das Sichtfeld auf wenige kleine Fenster mit Winkelspiegeln. Bei einem von der Fahrzeitschrift Auto Touring des ÖAMTC getesteten Fahrzeug waren es drei Öffnungen von etwa 18 mal 7 Zentimetern (Auto Touring: Auto Touring fährt Panzer). Rückwärtsfahrt bei geschlossener Luke findet dann praktisch ohne direkte Sicht statt, nur über die Periskope.

Dazu kommt die Hitze. Motor und Getriebe laufen im hinteren Wannenteil, Abwärme und begrenzte Belüftung heizen den Innenraum bei Sommertemperaturen spürbar über die Außentemperatur auf. Wer zum ersten Mal in der Wanne sitzt, unterschätzt meist, wie fest sie einen umschließt und wie wenig davon von außen zu sehen ist.

Verwandte Begriffe

Alle Fachbegriffe im Überblick: Lexikon.

  • Drehstabfederung: das Federelement, das häufig direkt in der Wanne verbaut ist.
  • Kettenlaufwerk: das Fahrwerk, das außen an der Wanne befestigt ist.
  • Luke: der Zugang zu Fahrer-, Kampf- und Motorraum.
  • Turmdrehkranz: die Verbindung zwischen Wanne und Turm.
  • Schottpanzerung: die Abtrennung von Munitions- und Treibstofffächern innerhalb der Wanne.