Der Panzerfahrer ist das Besatzungsmitglied, das ein Kettenfahrzeug lenkt, beschleunigt und bremst und es geländeangepasst über die Strecke führt. Er sitzt allein in der Fahrerluke vorn in der Wanne, getrennt vom Kommandanten, dem Richtschützen und, sofern vorhanden, dem Ladeschützen im Turm, und folgt während der Fahrt dessen Kommandos.
Panzerfahrer im Detail
Der Arbeitsplatz liegt tief in der Wanne, meist mittig oder leicht versetzt vorn im Fahrzeug. Der Sitz lässt sich in der Höhe verstellen. Bei geöffneter Luke fährt der Fahrer mit dem Oberkörper aus dem Fahrzeug heraus und hat freie Sicht nach vorn und zur Seite. Bei geschlossener Luke wird der Sitz abgesenkt, und die Sicht beschränkt sich auf das, was Sichtblöcke oder Spiegel im vorderen Wannenbereich zeigen.
Die Bedienelemente unterscheiden sich je nach Fahrzeugtyp. Bei älteren Kettenfahrzeugen steuert der Fahrer über zwei Lenkhebel, mit denen sich die beiden Ketten unabhängig voneinander abbremsen oder antreiben lassen, ähnlich einer Kupplungslenkung: Zieht er den linken Hebel, verlangsamt die linke Kette, und das Fahrzeug dreht nach links. Neuere Konstruktionen ersetzen die Hebel durch ein Lenkrad oder eine Lenkstange, die sich in der Handhabung an ein Kraftfahrzeug anlehnt, technisch aber weiterhin nur die Drehzahl der beiden Ketten gegeneinander verstellt, nicht den Einschlag von Rädern. Dazu kommen ein Gasfußhebel und, je nach Getriebeart, eine Wahlmöglichkeit für Fahrstufen oder Gänge: ein Wählhebel für Automatikstufen ähnlich einem Pkw, oder ein Schaltgetriebe mit separater Kupplung bei älteren Baureihen. Bei Kampfpanzern wie dem Leopard 2 gehören neben dem Fahrer der Kommandant, der Richtschütze und der Ladeschütze zur Besatzung im Turm.
Bedeutung beim Panzerfahren
Genau diese Position nimmt der Gast beim Selbstfahren ein. Er sitzt im Fahrersitz, bedient Lenkhebel oder Lenkrad, Gasfußhebel und Getriebewahl selbst und erlebt damit unmittelbar, wie stark sich die Sicht zwischen offener und geschlossener Luke unterscheidet. Mit offener Luke lässt sich die Strecke frei überblicken. Mit geschlossener Luke bleibt nur der eingeschränkte Ausschnitt der Sichtblöcke, und Entfernungen sind deutlich schwerer einzuschätzen. Beim österreichischen Schützenpanzer Ulan etwa muss die Luke laut einem Erfahrungsbericht des Bundesheer-Magazins Truppendienst wegen des engen Turmschwenkbereichs geschlossen bleiben, die Sicht beschränkt sich dann auf einen kleinen Spiegel.
Während der Fahrt bleibt der Fahrer auf die Ansagen des Kommandanten angewiesen, der von oben die bessere Übersicht hat und kurze Kommandos wie links, rechts, halten oder rückwärts gibt. Die Verständigung läuft je nach Fahrzeug über eine Bordsprechanlage oder, wenn keine vorhanden ist, über direkten Zuruf. Wer zum ersten Mal selbst fährt, merkt schnell: Die Reaktion auf diese Kommandos gehört genauso zur Übung wie das Lenken selbst.
Verwandte Begriffe
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