Feuerlöschanlage

Eine Feuerlöschanlage ist ein automatisches System aus Brandsensoren, druckgefüllten Löschmittelflaschen und pyrotechnischen Auslösern, das Brände im Innenraum eines Panzers erkennt und löscht, bevor sie sich ausbreiten. Sie gliedert sich in zwei getrennte Zonen: eine für den Kampfraum mit der Besatzung, eine für den Motorraum. Beide Zonen lösen unabhängig voneinander aus, damit ein Brand nicht von einem Bereich in den anderen übergreift.

Feuerlöschanlage im Detail

Die Sensoren reagieren entweder auf die typische Lichtsignatur einer Flamme, dann spricht man von optischen oder Infrarot-Detektoren, oder auf einen sehr schnellen Temperaturanstieg. Sie sitzen an mehreren Stellen im Kampfraum, meist in der Nähe von Munitionslagerung und Hydraulikleitungen, sowie im Motorraum nahe Kraftstoffleitungen und Aggregaten. Löst ein Sensor aus, öffnet ein pyrotechnisches oder elektromagnetisches Ventil an einer oder mehreren Löschmittelflaschen. Das Löschmittel verteilt sich über ein Rohr- und Düsensystem im gesamten Raumvolumen, sodass die Flamme erstickt, statt gezielt an einer Stelle bekämpft zu werden. Nach Angaben des Herstellers Marotta liegt die Reaktionszeit vom Sensorsignal bis zum Löschmittelausstoß bei militärischen Fahrzeugsystemen bei unter zehn Millisekunden. Der Detektorhersteller Fike nennt für vergleichbare Infrarot-Detektoren in industriellen Anlagen Ansprechzeiten ab etwa 40 Millisekunden. Die genaue Zeit hängt also von Bauart und Anwendung ab, liegt aber durchgehend im Bereich weniger Millisekunden bis Zehntelsekunden.

Als Löschmittel diente über Jahrzehnte Halon 1301, chemisch Bromtrifluormethan. Es erstickt Flammen sehr wirksam und leitet keinen Strom, schädigt aber die Ozonschicht. Die Neuproduktion ist seit den 1990er-Jahren verboten. In neueren Anlagen kommen deshalb Ersatzstoffe zum Einsatz, etwa Mischungen aus Heptafluorpropan (HFC-227ea) und Natriumbicarbonat-Pulver oder Mittel wie Novec 1230. Diese Stoffe sind ozonunschädlich, haben aber teils andere Nachteile, etwa ein höheres Treibhausgaspotenzial als Halon. Nach jeder Auslösung müssen die Flaschen ausgetauscht oder neu befüllt und die gesamte Anlage geprüft werden, bevor das Fahrzeug wieder einsatzbereit ist.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer auf einem Erlebnisgelände selbst einen Panzer fährt, bekommt die Feuerlöschanlage in der Regel nicht zu sehen, wohl aber in der Sicherheitseinweisung vor der Fahrt zu hören. Dort zeigt der Betreiber, wo der manuelle Auslöser sitzt, was ein Warnsignal im Innenraum bedeutet und über welche Luke der Innenraum im Ernstfall am schnellsten zu verlassen ist. Diese Einweisung gehört bei seriösen Anbietern zum Standardablauf, unabhängig davon, ob das jeweilige Fahrzeug über eine automatische Anlage oder nur über tragbare Feuerlöscher verfügt. Wer die Einweisung aufmerksam verfolgt, weiß im Ernstfall sofort, wo Auslöser und Ausstieg liegen, statt sie erst suchen zu müssen.

Verwandte Begriffe

  • Schottpanzerung: trennt Munitionsräume baulich ab und ergänzt die Feuerlöschanlage um einen rein mechanischen Schutz.
  • Turmkorb: der Raum, in dem ein Großteil der Kampfraum-Sensoren sitzt.
  • Luke: der Fluchtweg, den die Sicherheitseinweisung im Brandfall erklärt.
  • Ladeautomat: steht im Kampfraum in unmittelbarer Nähe der Munition und damit der Löschzonen.

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