Ladeautomat

Ein Ladeautomat ist ein mechanisches oder mechanisch-elektronisches System, das die Hauptwaffe eines Kampfpanzers ohne menschlichen Ladeschützen mit Munition versorgt. Er entnimmt die passende Granate aus einem Magazin, führt sie ins Rohr und schließt den Verschluss, ausgelöst über eine Bedieneinheit durch Richtschütze oder Kommandant. Panzer mit Ladeautomat kommen mit einer Besatzung von drei statt vier Personen aus.

Ladeautomat im Detail

In der Praxis haben sich drei Bauformen durchgesetzt. Beim Karusselllader liegt das Magazin horizontal im Wannenboden unter dem Turmkorb und dreht sich wie eine Trommel, bis die gewünschte Munitionsart vor dem Ladearm steht. Diese Bauform prägt sowjetische und russische Kampfpanzer wie T-64, T-72, T-80 und T-90. Die Wanne muss dafür breit genug ausgelegt sein, um ausreichend Munition unterzubringen. Beim Bandlader liegt das Magazin dagegen im Turmheck, dem sogenannten Bustle. Ein Förderband übernimmt von dort den Transport der Munition zur Ladevorrichtung. Diese Lösung findet sich im französischen Leclerc, im japanischen Typ 90 und Typ 10 sowie im südkoreanischen K2. Das Revolvermagazin schließlich arbeitet mit einer kleinen, drehbaren Trommel begrenzter Kapazität. Der französische AMX-13 nutzt zwei solcher Trommeln begrenzter Kapazität.

Der Wegfall des Ladeschützen erlaubt die Besatzung von drei statt vier Personen. Ob das auch einen kleineren Turm bedeutet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei vielen Karussell-Ladern sinkt das Turmgewicht spürbar, weil kein Innenraum für eine vierte Person vorgehalten werden muss. Die Fachliteratur verweist aber auch auf Konstruktionen, bei denen der Ladeautomat keine messbare Turmverkleinerung brachte und vor allem die Arbeitsbedingungen der verbliebenen Turmbesatzung verbesserte.

Der neue Kampfpanzer Panther KF51 von Rheinmetall führt das Prinzip fort. Er ist von vornherein für eine Besatzung von drei Personen ausgelegt, das automatische Ladesystem ist Teil einer digitalen Architektur, die perspektivisch auch unbemannte Türme ermöglichen soll.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer bei einer Panzerfahrt im Turm mitfährt, sitzt bei einem Karusselllader direkt über dem rotierenden Magazin. Der Ladevorgang ist als mechanisches Surren und Rattern spürbar, anders als das manuelle Nachladen durch einen Ladeschützen. Eine Besatzungsposition weniger bedeutet im Turm auch weniger Sitzplätze: Der Raum, den sonst ein Ladeschütze einnehmen würde, ist beim Ladeautomat durch Magazin und Fördermechanik belegt, nicht durch zusätzlichen Platz für Mitfahrer. An Fahrzeugen mit Bandlader lässt sich die Bauform von außen oft an der ausgebeulten Heckwanne des Turms erkennen, eben jenem Bustle, in dem das Magazin sitzt.

Verwandte Begriffe

Der Ladeautomat hängt eng mit dem Turmkorb zusammen, der beim Karusselllader über dem Magazin sitzt, und mit dem Turmdrehkranz, der die Turmgröße und damit den verfügbaren Bauraum begrenzt. Die von ihm nachgeladene Waffe ist meist eine Glattrohrkanone, gerichtet über den Kanonenrichtantrieb. Die reduzierte Besatzung wirkt sich auch auf die Anordnung der Kommandantenkuppel aus, da der Kommandant im Dreimannturm zusätzliche Beobachtungsaufgaben übernimmt. Einen Überblick über weitere Fachbegriffe bietet das Panzer-Lexikon.