Die Rauchgranate ist ein Wurfkörper, der aus einer Nebelmittelwurfanlage verschossen wird und um ein Fahrzeug eine Sichtbehinderung erzeugt. Sie besteht aus einer Hülle mit Zeitzünder, einer Ausstoßladung und einem pyrotechnischen Nebelsatz, der nach dem Abschuss abbrennt und ein Aerosol aus feinen Partikeln freisetzt. Auf Kampf- und Schützenpanzern ist sie ein Bestandteil der fest am Turm montierten Nebelmittelwurfanlage.
Rauchgranate im Detail
Das Gehäuse der Rauchgranate ist zylindrisch und passt in seinen Abmessungen zum jeweiligen Wurfbecher der Nebelmittelwurfanlage. Der Zeitzünder sitzt am Kopf der Granate und wird vor dem Verschuss auf eine feste Zeit eingestellt. Nach kurzer Flugphase löst er im Heck eine Ausstoßladung aus. Diese trennt den hinteren Teil der Hülle ab und legt dadurch den Nebelkörper frei.
Der Nebelkörper enthält einen pyrotechnischen Nebelsatz. Beim Abbrennen entstehen feine feste und flüssige Partikel, die sich mit der Umgebungsluft zu einem Aerosol verbinden. Die Partikel streuen und absorbieren Licht, wodurch eine optisch dichte Wolke entsteht. Der Vorgang ist rein physikalisch-chemischer Natur: Verbrennung, Kondensation der Verbrennungsprodukte und Durchmischung mit der Luft.
Ausgelöst wird die Granate elektrisch über das Abfeuer- und Bediengerät der Nebelmittelwurfanlage. Die Wurfbecher sind auf gepanzerten Fahrzeugen in Gruppen angeordnet und leicht winkelversetzt ausgerichtet, sodass die Granaten nicht auf einem Punkt, sondern über einen Bereich um das Fahrzeug herum niedergehen. Beim Leopard 2A6 sind es zwei Gruppen zu je acht Wurfbechern je Seite des Turms. Eine vergleichbare Nebelmittelwurfanlage besteht laut Bundeswehr aus 16 Abschussgeräten. Bedient und ausgelöst wird sie über ein zentrales Gerät, das am Platz des Fahrers untergebracht ist.
Die Auslösung der Anlage erfolgt manuell durch die Besatzung über das Bediengerät. Bei manchen Fahrzeugtypen lässt sich die Nebelmittelwurfanlage zusätzlich mit anderen Bordsystemen koppeln, etwa mit einem Laserwarngerät, sodass die Zündung auch automatisch erfolgen kann.
Bedeutung beim Panzerfahren
Bei Besichtigungen und Erlebnisfahrten sind die Wurfbecher der Nebelmittelwurfanlage von außen gut zu erkennen: kleine, meist in zwei Reihen angeordnete Rohröffnungen links und rechts am Turm. Bei zivil genutzten oder musealen Fahrzeugen ist die Anlage in aller Regel deaktiviert, die Becher sind leer oder blindiert. Wer die Batterie am Turm sieht, erkennt daran unmittelbar ein für den Gefechtseinsatz ausgelegtes Fahrzeug, auch wenn beim Fahrbetrieb selbst keine Granate verschossen wird.
Für Besucherinnen und Besucher ohne militärtechnischen Hintergrund ist die Nebelmittelwurfanlage oft das erste sichtbare Bauteil, an dem sich ein für den Gefechtseinsatz gebautes Fahrzeug von einem reinen Übungs- oder Freizeitfahrzeug unterscheidet. Als Sichtschutzmittel steht die Rauchgranate technisch für sich, unabhängig von der übrigen Ausstattung des jeweiligen Fahrzeugs.
Verwandte Begriffe
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