Schnorchel

Ein Schnorchel ist bei Kettenfahrzeugen ein aufgesetztes Rohr oder ein Schacht, das dem Motor bei Wasserdurchfahrten Verbrennungsluft von oberhalb der Wasseroberfläche zuführt. Er verhindert, dass Wasser in den Ansaugtrakt und damit in den Motor eindringt, und erhöht dadurch die Watfähigkeit des Fahrzeugs deutlich über die unvorbereitete Grenze hinaus. Ohne Schnorchel ersäuft der Motor, sobald Luftfilter oder Ansaugöffnungen unter Wasser geraten.

Schnorchel im Detail

In der Panzertechnik haben sich zwei Bauformen durchgesetzt: der Rohrschnorchel und der Turmschnorchel.

Der Rohrschnorchel ist die ältere Bauform. Beim Tauchpanzer III der Wehrmacht bildete zunächst eine auf der Wasseroberfläche schwimmende Boje den oberen Endpunkt: Ein 18 Meter langer Schlauch stellte von dort aus die Luftzufuhr sicher. Die maximale Tauchtiefe lag bei 15 Metern. 168 Fahrzeuge der Baureihen F, G und H erhielten bis 1941 auf diese Weise die Tauchfähigkeit; ein Teil davon querte im Juni 1941 beim Beginn des Ostfeldzugs den Grenzfluss Bug unter Wasser.

Der Turmschnorchel ist die heute übliche Bauform bei Kampfpanzern. Er wird am Kommandantenluk auf dem Turm angesetzt, häufig aus mehreren aufsteckbaren Segmenten zusammengesetzt, und leitet die Ansaugluft von oberhalb der Wasserlinie zum Motor. Eine Tauchhydraulik verschließt dabei die übrigen Lüftungsöffnungen des Fahrzeugs und öffnet im Innenraum eine Ansaugklappe, sodass der Motor ausschließlich über den Schnorchel atmet. Zur genauen Montagedauer machen die verfügbaren Quellen keine belastbaren Zeitangaben; belegt ist nur die Abfolge der Schritte, nicht ihre Dauer je Fahrzeugtyp.

Vom Schnorchel am Kampfpanzer zu unterscheiden ist der Ansaugschnorchel an zivilen Geländewagen. Dort handelt es sich um ein außen angebrachtes Ansaugrohr, das Wasser und zusätzlich Staub vom Luftfilter fernhält, aber deutlich kürzer ausfällt und weder eine Tauchhydraulik noch eine Abdichtung des gesamten Innenraums voraussetzt. Er erhöht die Wattiefe des Geländewagens, macht ihn aber nicht tauchfähig. Der Panzerschnorchel ist Teil eines geschlossenen Systems aus Dichtungen, Klappen und Hydraulik; der Offroad-Schnorchel bleibt ein einzelnes Anbauteil am Luftfilter.

Bedeutung beim Panzerfahren

Der Schnorchel versorgt nur den Motor mit Luft, nicht die Besatzung im Innenraum. Weil der Turmschnorchel am Kommandantenluk angesetzt wird, ist genau diese Luke während der Wasserdurchfahrt blockiert; für die Besatzung bleiben dann nur die übrigen Ausstiege nutzbar, und die Rundumsicht des Kommandanten fällt für die Dauer der Durchfahrt weg.

Bei den auf deutschen Strecken gefahrenen Fahrzeugen spielt der Schnorchel praktisch keine Rolle, da tiefe Gewässerdurchfahrten dort nicht vorgesehen sind. Wer ein historisches oder ein modernes Fahrzeug besichtigt, erkennt trotzdem oft die Befestigungspunkte am Kommandantenluk, auch wenn der eigentliche Schnorchel für den touristischen Einsatz demontiert ist. Bei Museumsfahrzeugen liegt er häufig separat neben dem Fahrzeug, weil er im normalen Fahrbetrieb ohne Wasserdurchfahrt nur die Sicht einschränken würde.

Verwandte Begriffe

Der Schnorchel wird direkt an der Kommandantenkuppel angesetzt und blockiert dabei die Luke, über die er montiert ist. Am Turm selbst hängt seine Anbringung mit der Bauweise von Turmkorb und Turmschwenkwerk zusammen, da diese den nutzbaren Raum rund um das Luk bestimmen. Weitere Begriffe rund um den Panzer finden sich im Lexikon.