Flakpanzer

Ein Flakpanzer ist ein gepanzertes Kettenfahrzeug, dessen drehbarer Turm mit Radar- oder optischer Zielerfassung und schnellfeuernden Maschinenkanonen für die Luftabwehr ausgerüstet ist. Kennzeichnend ist eine hohe Turm- und Rohrrichtgeschwindigkeit, mit der sich schnelle, tieffliegende Ziele erfassen lassen. Von Kampfpanzern unterscheidet sich der Flakpanzer durch seine auf Luftziele statt Bodenziele ausgelegte Sensorik und Bewaffnung.

Flakpanzer im Detail

Die Bauform folgt einem festen Muster. Auf dem Fahrgestell eines vorhandenen Kettenfahrzeugs, häufig eines Kampfpanzers, sitzt ein leichter, drehbarer Turm. Er trägt zwei bis vier Maschinenkanonen im Kaliber zwischen 20 und 35 Millimetern sowie ein Suchradar, das mit dem Turm mitdreht. Manche Ausführungen ergänzen das Radar um ein optisches Zielfernrohr oder ersetzen die Kanonen ganz durch Lenkflugkörper. Mischformen aus Rohrwaffe und Rakete sind ebenfalls gebaut worden. Neben dem Gepard zählen etwa der sowjetische ZSU-23-4 und der US-amerikanische M163 zu den bekannten Vertretern der Gattung, beide ebenfalls mit drehbarem Turm auf vorhandenem Kettenfahrgestell.

Entscheidend für die Bauart ist die Richtgeschwindigkeit. Turm und Waffen müssen sich deutlich schneller bewegen lassen als bei einem Kampfpanzer, weil ein Flugziel seine Position rascher ändert als ein Fahrzeug am Boden. Dafür wird an anderer Stelle gespart: Der Flakpanzer verzichtet zugunsten von Turmgewicht und Schwenktempo auf einen Teil der Panzerung. Seine Stärke liegt in Sensorik und Wendigkeit des Turms, nicht in einer schweren Wanne wie beim Kampfpanzer, dessen Kanone auf Bodenziele ausgelegt ist und mit geringerer Richtgeschwindigkeit auskommt.

Als eigenständige Fahrzeuggattung ist der Flakpanzer seltener geworden. Die Bundeswehr hat den Flugabwehrkanonenpanzer Gepard zu Beginn der 2010er-Jahre außer Dienst gestellt und ihre Heeresflugabwehrtruppe aufgelöst, andere NATO-Staaten verkleinerten ihre Bestände in ähnlichem Zeitraum. Gründe waren die hohen Kosten der Systeme und der Wegfall der unmittelbaren Bedrohung durch Kampfflugzeuge nach dem Ende des Kalten Kriegs. Erst die Bedrohung durch Drohnen hat das Interesse an bodengestützten Systemen wie dem Skyranger 30 neu geweckt, allerdings in deutlich kleineren Stückzahlen als zu Zeiten des Gepard.

Bedeutung beim Panzerfahren

Der Gepard gehört zu den fahrbaren Modellen. Am Turm sitzt sichtbar das Rundsuchradar, das sich beim Fahren und bei Vorführungen mit dem Turm mitdreht. Der Turm lässt sich dabei hörbar schneller schwenken als bei einem Kampfpanzer gleicher Fahrgestellbasis, dieser Unterschied im Schwenktempo ist unmittelbar wahrnehmbar. Die im Vergleich zum Kampfpanzer leichtere Turmpanzerung erklärt außerdem, warum der Aufbau schlanker wirkt als bei einem Kampfpanzerturm auf derselben Wanne. Wer beide Fahrzeugtypen auf demselben Gelände sieht, erkennt den Flakpanzer schon von Weitem an der schmaleren Turmsilhouette und der Antenne.

Verwandte Begriffe

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