Der Ladeschütze ist das Besatzungsmitglied im Turm eines Kampfpanzers, das für das Nachladen der Kanone zuständig ist. Bei westlichen Fahrzeugen wie dem Leopard 2 sitzt er links neben dem Geschütz, bei sowjetischen und frühen russischen Konstruktionen saß er ursprünglich rechts. Bei Kampfpanzern mit Ladeautomat entfällt die Position, weil eine Maschine die Aufgabe übernimmt.
Ladeschütze im Detail
Die Position gibt es nur bei Kampfpanzern mit klassischer Vierer-Besatzung: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Der Ladeschütze arbeitet im Turmkorb, dem drehbaren Innenraum über der Wanne, auf engem Raum gemeinsam mit Kommandant und Richtschütze.
Der Platzbedarf ist eine Konstruktionsvorgabe für den gesamten Turm. Zwischen Turmboden und Turmdach muss genug Kopffreiheit vorhanden sein, damit der Ladeschütze aufrecht arbeiten kann. Bei vielen historischen wie modernen Konstruktionen liegt dieser Wert zwischen 1,70 und 1,80 Metern. Diese Vorgabe bestimmt die Mindesthöhe des Turms und damit einen Teil der Fahrzeugsilhouette.
Die Position stellt körperliche Anforderungen. Bei modernen Kampfpanzern wie dem Leopard 2 wiegt die einteilige Munition mehr als 20 Kilogramm, wie die Bundeswehr zur Fahrzeugtechnik des Leopard 2 angibt. Der Ladeschütze braucht entsprechend Kraft und Ausdauer in beengter Umgebung, während sich der Turm dreht und das Fahrzeug in Bewegung ist.
Mit dem Ladeautomaten entfällt die Position technisch. Eine Maschine übernimmt die Aufgabe, wodurch der Turm niedriger gebaut werden kann, weil dort kein Mensch mehr aufrecht stehen oder sitzen muss. Das verkleinert die Silhouette und reduziert die Besatzung auf drei Personen. Sowjetische und spätere russische Konstruktionen setzen seit dem T-64 auf Ladeautomaten, ebenso der französische Leclerc. Deutschland, die USA und Großbritannien behielten die Besatzungsposition beim Leopard 2, M1 Abrams und Challenger 2 dagegen bei.
Bedeutung beim Panzerfahren
Auf Erlebnisgeländen in Deutschland ist die Position des Ladeschützen nicht besetzt. Die Fahrzeuge sind für touristische Fahrten entmilitarisiert, die Kanone ist unbrauchbar gemacht oder fehlt ganz, eine Munitionsversorgung existiert nicht. Ein Nachladen findet nicht statt, entsprechend gibt es keine Aufgabe für diese Besatzungsposition im touristischen Betrieb.
Wer bei einer Panzerfahrt im Turm mitfährt, sitzt in der Regel auf dem Platz des Kommandanten oder Richtschützen, nicht auf dem des Ladeschützen. Die beengten Platzverhältnisse, für die die Position ursprünglich ausgelegt wurde, spürt man trotzdem. Der Turmkorb bietet auch im touristischen Betrieb wenig Bewegungsraum, und die Kopffreiheit unter dem Turmdach bleibt für große Personen knapp.
Verwandte Begriffe
- Ladeautomat: ersetzt die Position technisch
- Turmkorb: der Arbeitsraum des Ladeschützen
- Kommandantenkuppel: benachbarte Position im Turm
- Turmschwenkwerk: bewegt den Turmkorb, in dem der Ladeschütze arbeitet
- Luke: Ein- und Ausstieg am Arbeitsplatz des Ladeschützen