Leergewicht

Das Leergewicht ist die Masse eines Kettenfahrzeugs ohne Munition, Treibstoff über die vorgeschriebene Füllmenge hinaus, Besatzung und deren persönliche Ausrüstung. Bei gepanzerten Fahrzeugen zählt zusätzlich abnehmbare Zusatzpanzerung nicht zum Leergewicht. Davon abzugrenzen ist das Gefechtsgewicht: die vollständig einsatzbereite Konfiguration mit Bewaffnung, Munition, vollem Tank und Besatzung.

Leergewicht im Detail

Für Leergewicht gibt es je nach Regelwerk unterschiedliche Definitionen. Im Straßenverkehr legt § 42 StVZO fest, dass zum Leergewicht das betriebsbereite Fahrzeug mit auf 90 Prozent gefülltem Kraftstofftank, komplett gefüllten übrigen Flüssigkeitsbehältern und mitgeführtem Zubehör wie Ersatzrad, Werkzeug und Wagenheber zählt, zuzüglich 75 Kilogramm für den Fahrer.

Für militärische Kettenfahrzeuge gilt eine andere, engere Definition. Der KSE-Vertrag der OSZE von 1990 legt in Artikel II fest, dass zum Leergewicht weder Munition noch Treibstoff, Öl und Schmiermittel, abnehmbare reaktive Panzerung, Ersatzteile, Werkzeug und Zubehör, abnehmbare Schnorchelausrüstung noch die Besatzung mit ihrer persönlichen Ausrüstung zählen. Diese Definition wurde für die Verifikation von Rüstungskontrollverträgen geschaffen: Sie macht Fahrzeuge unabhängig von ihrer jeweiligen Beladung vergleichbar.

Der Unterschied zwischen Leer- und Gefechtsgewicht fällt bei gepanzerten Fahrzeugen deutlich aus. Hauptwaffe samt Lafettierung, Munitionsvorrat, Zusatzpanzerung, Funkausstattung im Feldeinsatz, Treibstoff und die Besatzung mit Gepäck addieren sich zu einer Differenz von mehreren Tonnen gegenüber dem reinen Fahrzeugchassis.

Bedeutung beim Panzerfahren

Fahrzeuge auf Erlebnisgeländen sind entmilitarisiert. Waffenanlage, Munition und ein Großteil der militärischen Zusatzausrüstung fehlen gegenüber der ursprünglichen Ausführung. Damit liegt ihr tatsächliches Fahrgewicht näher am Leergewicht als am historischen Gefechtsgewicht des Fahrzeugtyps.

Das wirkt sich auf das Fahrverhalten aus. Ein leichteres Fahrzeug übt weniger Bodendruck aus und arbeitet sich auf weichem Untergrund langsamer ein. Antriebsstrang und Laufwerk werden geringer belastet, weil weniger Masse zu bewegen und zu bremsen ist. Der Motor, unverändert stark, bewegt eine kleinere Masse, wodurch sich das Verhältnis von Leistung zu Gewicht verbessert und das Fahrzeug spürbar direkter auf Gas und Lenkbewegungen reagiert. Wer selbst am Steuer sitzt, merkt das an einem agileren Ansprechverhalten, als es das ursprüngliche Gefechtsgewicht des Fahrzeugtyps vermuten lässt. Ohne Turmlast und Munitionskisten verschiebt sich zudem der Schwerpunkt leicht nach unten, was auf unebenem Gelände zur Stabilität beiträgt.

Verwandte Begriffe

Der Zusammenhang zwischen Fahrzeuggewicht und Fahrverhalten zeigt sich besonders am Bodendruck, der sinkt, wenn ein Fahrzeug leichter wird. Wie die Last auf den Untergrund verteilt wird, hängt vom Kettenlaufwerk und der Gleiskette ab. Die Drehstabfederung federt Gewichtsunterschiede über unebenes Gelände aus, die Laufrolle überträgt das Gewicht auf die Kette. Weitere Begriffe rund um Kettenfahrzeuge finden Sie im Panzer-Lexikon.