Standortübungsplatz

Ein Standortübungsplatz ist ein Übungsgelände unmittelbar an oder in der Nähe einer Kaserne, auf dem die dort stationierten Soldaten wohnortnah üben, ohne für die Übung anzureisen. Er dient der Grundausbildung ohne scharfen Schuss, etwa der Fahrausbildung, dem Grundverfahren im Gefechtsdienst oder technischen Übungen. Vom deutlich größeren Truppenübungsplatz unterscheidet er sich durch die Nähe zum Standort, die geringere Fläche und das Fehlen einer Gefechtsausbildung mit scharfer Munition.

Standortübungsplatz im Detail

Der Standortübungsplatz, abgekürzt StOÜbPl, ist einer Garnison oder oft direkt einer einzelnen Kaserne zugeordnet. Er ist so gelegen, dass Einheiten ihn ohne Anmarsch über größere Distanzen erreichen, was den Ausbildungsalltag prägt: Grundausbildung, Fahrausbildung und technische Übungen finden dort statt, wo die Soldaten stationiert sind, nicht auf einem entfernten Gelände. In Österreich heißt die entsprechende Einrichtung Garnisonsübungsplatz.

Der Truppenübungsplatz dagegen ist für die übende Truppe in der Regel weiter von der Heimatkaserne entfernt, deutlich größer angelegt und verfügt über eigene Unterkünfte für die anreisenden Einheiten, sogenannte Truppenlager. Dort wird auch Gefechtsausbildung mit Übungs- und Gefechtsmunition durchgeführt. Auf dem Standortübungsplatz bleibt es bei Übungen ohne scharfen Schuss.

Militärisches Gelände wird zusätzlich danach unterschieden, ob es als frei zugängliches Übungsgelände oder als aus Sicherheitsgründen gesperrtes Gelände ausgewiesen ist. Für gesperrte Flächen gelten eigene Zutrittsregeln, die von der zuständigen Standortverwaltung festgelegt werden.

Bedeutung beim Panzerfahren

Wer als Soldat das Fahren eines Kettenfahrzeugs erlernt, tut das häufig zuerst auf einem Standortübungsplatz: kurze Wege von der Kaserne, überschaubares Gelände, keine Gefechtsübung im Hintergrund. Grundlegende Fertigkeiten wie das Manövrieren in engen Kurven oder ein Kettenwechsel unter Anleitung lassen sich hier ohne den logistischen Aufwand eines Truppenübungsplatzes trainieren.

Nach der militärischen Aufgabe folgt bei vielen Standortübungsplätzen eine zivile Nachnutzung. Weil auf ihnen jahrzehntelang kein Ackerbau und keine Bebauung stattfand, haben sich dort oft naturnahe, offene Flächen mit alten Fahrspuren erhalten. Der ehemalige Standortübungsplatz Pötzen in Niedersachsen wurde zum Naturschutzgebiet, ebenso der 293 Hektar große ehemalige Standortübungsplatz Aschaffenburg mit seinen wassergefüllten Panzerspuren. Auch Flächen bei Hildesheim, Landshut und Elmenhorst/Lanken sind heute Schutzgebiete. Aus demselben Grund liegen manche kommerziellen Panzerfahrangebote auf ehemaligem Übungsgelände dieser Art, das nach der Freigabe zivil weitergenutzt wird.

Verwandte Begriffe

Übersicht aller Begriffe im Lexikon.

Zu den Zutrittsregeln auf militärischem Gelände informiert die Bundeswehr auf bundeswehr.de. Ein Beispiel für die Nachnutzung als Schutzgebiet beschreibt der NLWKN Niedersachsen am Beispiel Pötzen.