Robur LO 3000

Robur LO 3000 Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: Charles, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Robur LO 3000 ist ein Lastkraftwagen aus DDR-Produktion, gebaut von VEB Robur-Werke Zittau. Die Modellbezeichnung folgt einem festen Schema der Robur-Werke: LO steht für Luftgekühlt Otto, LD dagegen für Luftgekühlt Diesel. Der LO 3000 hat also einen luftgekühlten Ottomotor, keinen Diesel. Die Zahl 3000 gibt die Nutzlast in Kilogramm an, nicht das Gewicht des Fahrzeugs selbst. Ein Kampffahrzeug ist der LO 3000 nicht: Er trägt weder Bewaffnung noch Panzerung, sondern diente als Transport- und Mehrzweckfahrzeug. Er stand unter anderem bei der Nationalen Volksarmee (NVA) und den Grenztruppen der DDR im Dienst, daneben bei zivilen und staatlichen Stellen wie der Feuerwehr. Alle technischen Werte dieser Seite stammen aus unserer Fahrzeugdatenbank, weitere Modelle finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Lastkraftwagen
Herkunftsland DDR
Hersteller VEB Robur-Werke Zittau
Bauzeit keine Angabe, siehe Text
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht keine Angabe, siehe Text
Länge keine Angabe
Breite keine Angabe
Höhe keine Angabe
Motor LO 4/2, luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Ottomotor, 3345 cm³
Leistung 75 PS
Höchstgeschwindigkeit 85 km/h
Reichweite keine Angabe
Besatzung 4
Hauptbewaffnung unbewaffnet
Panzerung ungepanzert
Watfähigkeit keine Angabe

Entwicklungsgeschichte

Der LO 3000 gehört zur Robur-LO-Baureihe, die als Nachfolger der Garant-Reihe entwickelt wurde. VEB Robur-Werke Zittau ging aus der 1946 enteigneten Phänomen-Werke Gustav Hiller AG hervor und erhielt Anfang 1957 den Namen Robur. Die neue LO-Reihe löste die bisherige Fahrzeuggeneration ab und orientierte sich an internationalen Entwicklungstrends im Lastwagenbau, insbesondere an der Frontlenker-Bauweise mit dem Fahrerhaus über der Vorderachse.

Zur genauen Bauzeit des LO 3000 gibt es keine einheitliche Angabe. Eine Quelle nennt den Zeitraum 1973 bis 1984, eine zweite 1972 bis 1991, eine dritte 1973 bis 1990. Aus den Quellen lässt sich nicht zweifelsfrei trennen, welche Angabe die Fertigung des LO 3000 im engeren Sinn meint und welche den gesamten Produktionszeitraum der LO-Baureihe insgesamt.

Auch beim Vorgängermodell widersprechen sich die Angaben: Eine Quelle nennt den LO 2501, eine andere den LO 2500. Als Nachfolger im eigenen Datensatz ist der Robur LO 3001 verzeichnet, eine überarbeitete Version mit im Kern gleichem Konzept.

Die Fertigung in Zittau endete Anfang der 1990er Jahre. Nach der deutschen Vereinigung geriet das Werk in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Nutzfahrzeugproduktion wurde 1991 eingestellt. Laut dem Kulturlandschaftsportal Kuladig endete damit die Fahrzeugfertigung am Standort Zittau nach rund 103 Jahren. Anschließend begann eine mehrjährige Abwicklung durch die Treuhandanstalt, die Nachfolgegesellschaft Robur-Werke Zittau GmbH war bis 1998 aufgelöst.

Technik im Detail

Der Name LO 3000 beschreibt das Fahrzeug technisch genauer, als es auf den ersten Blick wirkt. LO steht für Luftgekühlt Otto und bezeichnet damit Kühlungsart und Motorprinzip zugleich. Das Gegenstück in der Robur-Palette trug die Bezeichnung LD für Luftgekühlt Diesel. Beide Baureihen teilten sich weitgehend das Fahrgestell, unterschieden sich aber im Antrieb. Der LO 3000 fährt mit dem Motor LO 4/2, einem luftgekühlten Vierzylinder-Viertaktmotor mit 3345 cm³ Hubraum und 75 PS Leistung. Die Luftkühlung galt in der DDR-Nutzfahrzeugentwicklung als praktisch, weil sie den Wagen unabhängiger von Kühlwasser und Frostschutz machte.

Die Zahl 3000 in der Modellbezeichnung bezieht sich, anders als bei militärischen Kettenfahrzeugen üblich, nicht auf ein Kampfgewicht, sondern schlicht auf die Nutzlast in Kilogramm. Der LO 3000 ist ein Radfahrzeug mit klassischer Achskonstruktion, kein Kettenfahrzeug. Anders als bei einem Kettenlaufwerk mit Laufrollen und einem Treibrad, das die Gleiskette antreibt, läuft der LO 3000 auf vier bereiften Rädern.

Zu den Abmessungen liegt nur eine einzelne Quelle vor. Sie nennt eine Länge von 6,075 Metern, eine Breite von 2,405 Metern und eine Höhe von 2,490 Metern. Da diese Werte nicht durch eine zweite, unabhängige Quelle bestätigt sind, stehen sie hier nur zur Einordnung und nicht im Datenblatt.

Zum Gesamtgewicht schwanken die Angaben stärker, als es bei einem einfachen Lastkraftwagen zu erwarten wäre. Eine Quelle beziffert es auf 5,7 Tonnen, zusammengesetzt aus einem Leergewicht von 2600 Kilogramm und einer Nutzlast von 3100 Kilogramm. Eine andere Quelle, eine Forumsdiskussion unter Robur-Haltern, nennt 7,5 Tonnen als werksseitig zulässiges Gesamtgewicht vor einer späteren Ablastung auf 3,5 Tonnen. Beide Zahlen können richtig sein, sie beschreiben offenbar unterschiedliche Bemessungsgrundlagen: Leergewicht plus Nutzlast gegenüber ursprünglich zulässigem Gesamtgewicht.

Varianten

Die LO-3000-Plattform diente als Basis für mehrere Aufbauvarianten:

  • Pritschenwagen: die Standardausführung für Transportaufgaben
  • Kastenwagen: geschlossener Aufbau für Güter- oder Materialtransport
  • Bus (B 21): Personenbeförderung, unter anderem im öffentlichen Nahverkehr und bei Behörden
  • Mehrzweckfahrzeug (Mz): variabel nutzbarer Aufbau ohne feste Zweckbindung
  • Feuerwehrfahrzeug: Basis für Löschfahrzeuge, unter anderem bei der freiwilligen Feuerwehr
  • Kipper: mit Kippaufbau für Schütt- und Baustoffe

Diese Bandbreite zeigt, dass der LO 3000 in erster Linie als zivil-staatliches Universalfahrzeug konzipiert war und erst in zweiter Linie militärisch genutzt wurde. Als Nachfolger im eigenen Datensatz ist der Robur LO 3001 verzeichnet, eine technisch überarbeitete Weiterentwicklung mit vergleichbarem Aufbauprogramm.

Einsatz und Verbreitung

Der Robur LO 3000 war bei der Nationalen Volksarmee (NVA) und den Grenztruppen der DDR im Einsatz. In beiden Organisationen diente er als Transport- und Mehrzweckfahrzeug, etwa für Personal, Material und Ausrüstung, nicht als Kampffahrzeug. Bewaffnung und Panzerung waren für dieses Modell nicht vorgesehen.

Neben dem militärischen Einsatz war der LO 3000 auch bei zivilen und staatlichen Stellen der DDR verbreitet, etwa bei der Feuerwehr, wie die entsprechende Aufbauvariante zeigt. Diese Mehrfachnutzung war für Nutzfahrzeuge des VEB Robur-Werke Zittau typisch: Ein gemeinsames Fahrgestell wurde für unterschiedliche zivile und staatliche Aufgaben aufgebaut, statt für jeden Zweck ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln.

Zur genauen Stückzahl des LO 3000 liegt keine aus zwei unabhängigen Quellen übereinstimmende Angabe vor.

Der Einsatzzeitraum fällt in die Spätphase des Kalten Krieges. Mit dem Ende der DDR 1990 und der anschließenden Auflösung von NVA und Grenztruppen endete auch die reguläre militärische Nutzung des Fahrzeugs in diesen Strukturen.

Verbleib heute

Die Fertigung in Zittau wurde 1991 eingestellt, das Werk anschließend über mehrere Jahre durch die Treuhandanstalt abgewickelt. Die Nachfolgegesellschaft Robur-Werke Zittau GmbH war bis 1998 aufgelöst.

Erhaltene Exemplare des LO 3000 befinden sich heute vor allem in privater Hand, bei Oldtimer-Vereinen und bei Sammlern DDR-typischer Nutzfahrzeuge im ehemaligen Ostblock. Eine belastbare, aus zwei unabhängigen Quellen bestätigte Angabe zu einem bestimmten Museum, das den LO 3000 dauerhaft ausstellt, liegt für dieses Modell nicht vor.

Kann man einen Robur LO 3000 selbst fahren?

Für den Robur LO 3000 ist derzeit kein Standort mit geprüften Angaben zu Preis oder Buchung bekannt.

Eine Übersicht der Fahrzeuge, für die bereits geprüfte Standortangaben vorliegen, finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Verwandte Fahrzeuge

Zum Vorgänger des LO 3000 gibt es widersprüchliche Angaben: Je nach Quelle wird der LO 2501 oder der LO 2500 genannt. Als Nachfolger ist der Robur LO 3001 verzeichnet, eine technisch überarbeitete Version mit vergleichbarem Aufbauprogramm. Weitere Fahrzeuge aus der DDR-Nutzfahrzeug- und Militärgeschichte finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Modellbezeichnung LO 3000?

LO steht für Luftgekühlt Otto und beschreibt Kühlungsart und Motortyp zugleich. Die Ziffer 3000 gibt die Nutzlast in Kilogramm an. Das Gegenstück LD stand bei Robur für Luftgekühlt Diesel, verbaut in dieselbetriebenen Modellen mit ansonsten ähnlichem Fahrgestell.

Wie schnell fährt ein Robur LO 3000?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Datenblatt bei 85 km/h. Der Antrieb erfolgt über den luftgekühlten Vierzylinder-Viertakt-Ottomotor LO 4/2 mit 3345 cm³ Hubraum und 75 PS Leistung. Diese Motorisierung war für Nutzfahrzeuge der Robur-LO-Baureihe charakteristisch.

Wie viel wiegt ein Robur LO 3000?

Zum Gesamtgewicht gibt es keine einheitliche Angabe. Eine Quelle nennt 5,7 Tonnen, zusammengesetzt aus 2600 Kilogramm Leergewicht und 3100 Kilogramm Nutzlast. Eine andere Quelle nennt 7,5 Tonnen als ursprünglich zulässiges Gesamtgewicht vor einer späteren Ablastung auf 3,5 Tonnen.

Wie viele Robur LO 3000 wurden gebaut?

Zur Stückzahl liegt keine aus zwei unabhängigen Quellen übereinstimmende Angabe vor. Auch die Bauzeit ist nicht einheitlich belegt, Quellen nennen je nach Zählweise 1972 bis 1991, 1973 bis 1984 oder 1973 bis 1990.

Wer hat den Robur LO 3000 gebaut?

Hersteller war VEB Robur-Werke Zittau in Sachsen, DDR. Das Werk ging aus der 1946 enteigneten Phänomen-Werke Gustav Hiller AG hervor und firmierte ab 1957 unter dem Namen Robur. Die Fahrzeugfertigung am Standort endete 1991, nach der Wende wurde der Betrieb durch die Treuhandanstalt abgewickelt.

Kann man einen Robur LO 3000 selbst fahren?

Für dieses Modell liegt in unserer Datenbank aktuell keine geprüfte Betreiberangabe zu Standort oder Preis vor. Eine Übersicht bereits bestätigter Fahrzeuge und Standorte finden Sie im Fahrzeugkatalog.

Welche Varianten gab es vom Robur LO 3000?

Das Fahrgestell wurde unter anderem als Pritschenwagen, Kastenwagen, Bus (B 21), Mehrzweckfahrzeug (Mz), Feuerwehrfahrzeug und Kipper aufgebaut. Militärisch genutzt wurde vor allem die Basisversion als Transportfahrzeug bei NVA und Grenztruppen.