
Der M113 ist ein gepanzerter Mannschaftstransportwagen aus amerikanischer Fertigung. Die FMC Corporation baute ihn zwischen 1960 und 1964, als Ersatz für schwerere und langsamere Vorgängerfahrzeuge. Kennzeichnend ist die Wanne aus einer Aluminiumlegierung, die den M113 deutlich leichter machte als vergleichbare Stahlfahrzeuge und ihn zugleich schwimmfähig hielt. Bei deutschen Anbietern von Panzerfahrten gehört der M113 zu den häufiger im Programm geführten Fahrzeugen, eine Übersicht bietet die Fahrzeugdatenbank. Die folgenden Angaben gelten für die ursprüngliche Grundversion, nicht für die späteren Baureihen M113A1 bis M113A3 oder die zahlreichen Sondervarianten.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Gepanzerter Mannschaftstransportwagen |
| Herkunftsland | Vereinigte Staaten |
| Hersteller | FMC Corporation |
| Bauzeit | 1960 bis 1964 |
| Stückzahl | keine Angabe |
| Gefechtsgewicht | keine Angabe (Quellen weichen ab, siehe Text) |
| Länge | 4,863 m |
| Breite | 2,686 m |
| Höhe | 2,5 m |
| Motor | Chrysler 75M V8 (Ottomotor) |
| Leistung | 209 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | keine Angabe (Quellen weichen ab, siehe Text) |
| Reichweite | 322 km |
| Besatzung | 2 |
| Hauptbewaffnung | 12,7-mm-Maschinengewehr M2 Browning |
| Panzerung | Aluminiumlegierung 5083, 12 bis 38 mm |
| Watfähigkeit | entfällt, das Fahrzeug ist vollständig schwimmfähig |
Zum Gefechtsgewicht nennt die deutschsprachige Wikipedia 10,668 Tonnen, die englischsprachige Ausgabe 12,3 Tonnen. Ein Grund für die Differenz lässt sich aus den Quellen nicht sicher ableiten, plausibel ist eine unterschiedliche Bezugsgröße, etwa Leergewicht gegenüber gefechtsbereitem Zustand. Bei der Höchstgeschwindigkeit liegen die Angaben zwischen 60 und 64 km/h, ein Unterschied, der auch auf eine Umrechnung aus britischen oder amerikanischen Maßeinheiten zurückgehen kann. Beide Werte bleiben deshalb im Datenblatt offen und werden hier nur als Spanne benannt.
Entwicklungsgeschichte
Das US-Heer suchte Ende der 1950er Jahre einen Mannschaftstransporter, der leichter und lufttransportfähig war als die bis dahin genutzten Typen M59 und M75. Beide galten als zu schwer für den Transport im Flugzeug und zu langsam im Gelände. Die FMC Corporation erhielt den Zuschlag für ein neues Konzept: eine Wanne aus Aluminium statt Stahl.
Aluminium war zu dieser Zeit im Bau gepanzerter Fahrzeuge ungewöhnlich. Die Legierung 5083 bot ausreichenden Schutz gegen Splitter und Infanteriewaffen kleineren Kalibers, wog aber deutlich weniger als Stahlpanzerung vergleichbarer Stärke. Das Ergebnis war ein Fahrzeug, das per Flugzeug verlegt werden konnte und zugleich ohne Vorbereitung schwimmfähig war, eine Eigenschaft, die spätere Kritiker des Konzepts als eine seiner größten Stärken einordneten.
Die Serienfertigung lief von 1960 bis 1964. In dieser Zeit stellte FMC den M113 mit einem benzinbetriebenen Chrysler-V8-Motor her. Bereits kurz nach Produktionsstart zeigte sich in der Truppenerprobung, dass der Ottomotor im Feldeinsatz Nachteile gegenüber einem Dieselantrieb hatte, unter anderem beim Kraftstoffverbrauch und bei der Brandgefahr. Das führte zur Entwicklung des dieselbetriebenen Nachfolgers M113A1, der die hier beschriebene Grundversion ablöste.
Der M113 wurde nicht nur vom US-Heer beschafft. Auch mehrere NATO-Partner übernahmen das Konzept in den 1960er-Jahren, darunter die Bundeswehr. Nach übereinstimmenden Angaben von esut.de und einer Fachpublikation zum Modell begann die Einführung bei deutschen Panzergrenadier- und Pioniereinheiten ab 1962.
Technik im Detail
Das Kettenlaufwerk des M113 folgt einem klassischen Aufbau mit vorn liegendem Treibrad und mehreren Laufrollen je Seite, über die die Gleiskette läuft. Gefedert wird das Laufwerk über eine Drehstabfederung, bei der Torsionsstäbe quer im Wannenboden die Stoßenergie aufnehmen. Dieses Prinzip war zur Entwicklungszeit bei Kettenfahrzeugen verbreitet, weil es ohne außenliegende Federelemente auskommt und so die Silhouette niedrig hält.
Angetrieben wird der M113 von einem Chrysler 75M, einem Achtzylinder-Ottomotor mit 209 PS. Der Motor sitzt vorn rechts in der Wanne, getrennt vom Fahrerplatz links daneben. Diese Anordnung erlaubte einen großen zusammenhängenden Truppenraum im Heck, der über eine Heckklappe zugänglich ist, ein Konstruktionsmerkmal, das viele spätere Schützenpanzer übernahmen.
Die Wanne besteht aus der Aluminiumlegierung 5083 mit Wandstärken zwischen 12 und 38 Millimetern, je nach Bauteil und Belastungsrichtung. Aluminium oxidiert an der Oberfläche selbstständig und benötigt dadurch weniger Korrosionsschutz als Stahl, ist im Vergleich aber empfindlicher gegenüber Kerbwirkung bei Beschuss. Für die Wasserfahrt reicht der Auftrieb der Wanne ohne zusätzliche Schwimmkörper aus, der Vortrieb im Wasser erfolgt über die Kettenbewegung. Eine Watfähigkeit im engeren Sinn, also eine maximale Furttiefe für das Durchfahren von Gewässern mit Bodenkontakt, ist beim M113 deshalb kein sinnvoller Wert, weil das Fahrzeug ab einer bestimmten Wassertiefe ohnehin schwimmt statt zu waten.
Varianten
Ab 1964 folgte mit dem M113A1 die erste größere Überarbeitung, gekennzeichnet vor allem durch den Wechsel auf einen Dieselmotor. Daran schlossen sich die weiteren Kampfwertsteigerungen M113A2 und M113A3 an, die unter anderem Antrieb, Federung und Schutz schrittweise anpassten.
Neben der reinen Transportversion entstand innerhalb der M113-Familie eine große Zahl an Sondervarianten, laut Auftragsdaten mehr als 40. Dazu zählen unter anderem:
- Führungsfahrzeuge für Stäbe und Gefechtsstände
- Sanitätsfahrzeuge zum Verwundetentransport
- Werkstatt- und Bergefahrzeuge für die Instandsetzung
- Mörserträger mit aufgesetztem Waffensystem, darunter eine Version, die bei der Bundeswehr bis heute im Bestand geführt wird
Diese Vielfalt an Aufbauten machte die M113-Familie zu einer der am breitesten genutzten Fahrzeugbasen ihrer Zeit. Alle genannten Varianten unterscheiden sich in Gewicht, Motorisierung oder Bewaffnung von der hier beschriebenen Grundversion.
Einsatz und Verbreitung
Das US-Heer setzte den M113 ab den frühen 1960er-Jahren in großem Umfang ein, unter anderem während des Vietnamkriegs, wo es im tropischen Gelände und bei Flussüberquerungen eingesetzt wurde und sich zugleich als anfällig gegenüber Minen und panzerbrechenden Waffen erwies.
Auch mehrere NATO- und Partnerstreitkräfte übernahmen das Fahrzeug. Bei der Bundeswehr begann die Einführung 1962 in Panzergrenadier- und Pionierverbänden, die zuvor auf ältere Radfahrzeuge angewiesen waren. Der M113 blieb dort über Jahrzehnte im Dienst, zuletzt vor allem in spezialisierten Varianten wie dem Mörserträger.
Weltweit zählte der M113 zu den am weitesten verbreiteten gepanzerten Fahrzeugen der Nachkriegszeit. Die genaue Gesamtstückzahl ist in den vorliegenden Datenquellen nicht einheitlich belegt und wird hier deshalb nicht beziffert.
Verbleib heute
In der Bundeswehr ist der M113 als Trägerfahrzeug des 120-mm-Panzermörsers weiterhin im Bestand, wie die Bundeswehr auf ihrer Website zur Ausrüstung der Landstreitkräfte darstellt. Andere Streitkräfte nutzen weiterhin Transport- und Sondervarianten, teils in modernisierter Form. BAE Systems beschreibt auf seiner Website eigene Nachrüstprogramme, bei denen bestehende M113-Wannen mit neuen Motoren, Getrieben und Kühlsystemen ausgestattet werden, statt sie komplett zu ersetzen.
Museale Exemplare des M113 finden sich in mehreren Panzer- und Militärmuseen in Europa und Nordamerika. Für einzelne Häuser in Deutschland liegt in den geprüften Quellen keine bestätigte Angabe vor, weshalb hier auf eine Nennung verzichtet wird.
Kann man einen M113 selbst fahren?
Nein, derzeit nicht. Keiner der hier verzeichneten Standorte führt den M113 in seiner Fahrzeugliste. An einem Standort gehörte das Modell früher zum Bestand, steht dort aber nach Angabe des Betreibers zurzeit nicht im Angebot. Welche Modelle tatsächlich buchbar sind, zeigt die Fahrzeugdatenbank.
Vom Fahrersitz aus fällt zunächst die klare Trennung zwischen Motorraum und Fahrerplatz auf. Die Lenkung erfolgt über zwei Lenkhebel, die auf die Ketten wirken und das Fahrzeug im Vergleich zu deutlich schwereren Kettenfahrzeugen leichtfüßig auf Kurs halten. Durch das geringe Gefechtsgewicht im Vergleich zu Kampfpanzern reagiert der M113 spürbar direkter auf Lenk- und Bremsbefehle.
Verwandte Fahrzeuge
Vorgänger des M113 waren die Typen M59 und M75, die er ab den frühen 1960er-Jahren ablöste. Als direkter Nachfolger gilt der M113A1 mit Dieselmotor. Eine Übersicht aller hier geführten Fahrzeuge finden Sie unter Panzer im Überblick.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein M113?
Zum Gefechtsgewicht liegen widersprüchliche Angaben vor. Deutschsprachige Quellen nennen 10,668 Tonnen, englischsprachige 12,3 Tonnen. Eine gesicherte Einzelzahl lässt sich daraus nicht ableiten, deshalb führt das Datenblatt hier keine feste Angabe.
Wie schnell fährt ein M113?
Auch bei der Höchstgeschwindigkeit weichen die Quellen voneinander ab: Angegeben werden Werte zwischen 60 und 64 km/h. Beide Zahlen stammen aus geprüften Quellen, eine davon dürfte auf einer Umrechnung britischer oder amerikanischer Maßeinheiten beruhen.
Wie viele M113 wurden gebaut?
Zur weltweiten Gesamtstückzahl liegt keine gesicherte, einheitliche Angabe vor. Deshalb wird hier bewusst keine Zahl genannt, statt eine unsichere Schätzung zu übernehmen.
Kann man einen M113 selbst fahren?
Nein. Kein hier verzeichneter Standort führt den M113 derzeit in seiner Fahrzeugliste. Welche Modelle tatsächlich buchbar sind, zeigt die Fahrzeugdatenbank.
Ist der M113 schwimmfähig?
Ja, ohne zusätzliche Vorbereitung. Die Aluminiumwanne bietet genug Auftrieb, der Vortrieb im Wasser erfolgt über die Ketten. Eine Watfähigkeit in Metern wird deshalb nicht angegeben, das Fahrzeug schwimmt statt zu waten.
Wer hat den M113 gebaut und was war sein Vorgänger?
Hersteller war die FMC Corporation in den USA, gefertigt zwischen 1960 und 1964. Vorgänger waren die schwereren, weniger lufttransportfähigen Typen M59 und M75.
Gelten die Datenblattwerte auch für den M113A1?
Nein. Die Werte auf dieser Seite beziehen sich auf die ursprüngliche Grundversion des M113. Der M113A1 unterscheidet sich unter anderem durch den Dieselmotor, die späteren Baureihen M113A2 und M113A3 sowie die zahlreichen Sondervarianten weichen zusätzlich in Gewicht und Ausstattung ab.