M2 Bradley

M2 Bradley Gesamtansicht, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen
Foto: 7th Army Joint Multinational Training Command, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der M2 Bradley ist ein Schützenpanzer aus US-amerikanischer Produktion. Die FMC Corporation entwickelte ihn als Nachfolger des Mannschaftstransporters M113, um Infanterie geschützt und mit eigener Bewaffnung im Verband mit Kampfpanzern bewegen zu können. Benannt ist das Fahrzeug nach dem US-General Omar N. Bradley. Die Grundversion trägt eine 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster und wiegt gefechtsbereit 22,8 Tonnen. Bis heute steht der Bradley im Dienst der US-Armee, mittlerweile in mehreren kampfwertgesteigerten Ausführungen. Dieser Artikel beschreibt die technischen Daten der Grundversion M2. Für die Modelle M2A1 bis M2A4 sowie die Aufklärungsvariante M3 gelten davon abweichende Werte, die hier nicht erfasst sind.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Schützenpanzer
Herkunftsland USA
Hersteller FMC Corporation
Bauzeit keine Angabe
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht 22,8 t
Länge keine Angabe
Breite keine Angabe
Höhe keine Angabe
Motor Cummins VTA-903T (V8-Diesel)
Leistung 500 PS
Höchstgeschwindigkeit 66 km/h
Reichweite 480 km
Besatzung 3
Hauptbewaffnung 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster
Panzerung keine Angabe
Watfähigkeit keine Angabe

Zu Länge, Breite, Höhe und Watfähigkeit liegen keine übereinstimmenden Werte vor, deshalb stehen sie hier als keine Angabe. Zur Länge nennen Quellen entweder rund 6,45 oder 6,55 Meter, zur Breite reicht die Spanne von 3,2 bis 3,61 Meter, zur Höhe von 2,98 bis 3,38 Meter. Bei der Breite ist der Grund erkennbar: Der höhere Wert wird ausdrücklich mit angebauter Zusatzpanzerung angegeben, der niedrigere ohne. Bei Länge und Höhe liegt derselbe Effekt nahe, er ist in den Quellen aber nicht ausdrücklich benannt. Auch die Watfähigkeit ohne Hilfsmittel schwankt leicht, zwischen 1,1 und 1,2 Metern. Auch zur Panzerung selbst nennt keine Quelle einen belastbaren Zahlenwert, weshalb sie im Datenblatt offenbleibt. Alle Werte in dieser Tabelle gelten ausschließlich für die Grundversion M2, nicht für die Kampfwertsteigerungen M2A1 bis M2A4 und nicht für die Aufklärungsvariante M3.

Entwicklungsgeschichte

Die US-Armee suchte seit den 1960er-Jahren nach einem Ersatz für den M113. Der M113 transportierte Infanterie geschützt über das Gefechtsfeld, konnte sie aber weder mit nennenswerter eigener Feuerkraft unterstützen noch im Innern gegen leichte Waffen ausreichend schützen. Damit fiel er im Verband mit den zunehmend schnelleren und besser geschützten Kampfpanzern zurück. Gefordert war ein Fahrzeug, das Truppen nicht nur transportiert, sondern als eigenständiges Kampffahrzeug mit Kanone und Panzerabwehrbewaffnung im Gefecht mithält, das militärische Fachvokabular fasste diese Fahrzeugklasse unter dem Begriff Mechanized Infantry Combat Vehicle zusammen.

Der Entwicklungsweg zum Bradley war lang und ging durch mehrere Zwischenschritte und Programmwechsel, bis die FMC Corporation den Zuschlag für die Serienfertigung erhielt. Parallel zur Truppentransportversion M2 entstand die aufklärungsorientierte Schwesterversion M3, die auf derselben Wanne aufbaut, aber für einen anderen Zweck ausgerüstet ist und in dieser Tabelle nicht abgebildet wird.

Mit der Einführung ersetzte der Bradley den M113 nicht vollständig, sondern ergänzte ihn dort, wo Infanterie im direkten Verband mit Kampfpanzern operieren sollte. Der M113 blieb in anderen Rollen, etwa als reiner Transporter oder Basis für Spezialfahrzeuge, noch lange im Bestand. Der konzeptionelle Sprung gegenüber dem M113 lag darin, dass die mitgeführte Infanterie nun aus einem gepanzerten, bewaffneten Fahrzeug heraus operierte, das selbst Teil des Gefechtsverbands sein konnte, statt nur bis zum Absitzpunkt zu fahren.

Technik im Detail

Angetrieben wird der M2 Bradley von einem Cummins VTA-903T, einem aufgeladenen V8-Dieselmotor mit 500 PS. Der Hersteller Cummins listet dieses Triebwerk als militärische Antriebslösung für Kettenfahrzeuge dieser Gewichtsklasse. Bei einem Gefechtsgewicht von 22,8 Tonnen ergibt sich daraus ein Leistungsgewicht, das die Höchstgeschwindigkeit von 66 km/h auf der Straße und eine Reichweite von 480 Kilometern ermöglicht.

Das Kettenlaufwerk folgt dem für US-Kettenfahrzeuge dieser Gewichtsklasse üblichen Aufbau: Die Laufrollen laufen an einer Drehstabfederung, die Bodenunebenheiten ausgleicht, dazwischen führen sie die Gleisketten, angetrieben über das Treibrad. Diese Kombination sorgt für Geländegängigkeit bei vertretbarem Wartungsaufwand.

Bei der Panzerung setzt der Bradley auf eine geschweißte Aluminiumwanne, auf die zusätzliche Panzerungselemente in Schottbauweise aufgesetzt sind, mehrere Schichten mit Abstand zueinander statt einer massiven Platte. Diese Bauweise zählt zur Familie der Verbundpanzerung, bei der unterschiedliche Materialien und Schichten zusammenwirken, statt allein auf die Dicke eines einzelnen Werkstoffs zu setzen. Die zusätzlichen Panzerungselemente erklären zugleich, warum sich Quellen bei den Außenmaßen unterscheiden, je nachdem ob sie mit oder ohne diese Anbauteile gemessen haben. Bewaffnet ist die Grundversion mit der 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster, hier als reine Typangabe ohne Aussagen zu Munitionswirkung oder Zielverfahren.

Varianten

Der M2 Bradley wurde in mehreren Stufen kampfwertgesteigert. Zur Modellfamilie zählen:

  • M2A1: überarbeitete Schutzausstattung und Waffenanlage gegenüber der Grundversion
  • M2A2: weitergehende Anpassungen bei Antrieb, Munitionslagerung und Panzerschutz
  • M2A2 ODS: Weiterentwicklung mit ergänzter Sensorik und Navigationstechnik
  • M2A3: überarbeitete Sichtsysteme und Feuerleittechnik, dazu Anpassungen für den Einsatz in bebautem Gelände
  • M2A4: jüngste Kampfwertsteigerung mit überarbeiteter Antriebs- und Energieversorgungstechnik

Diese Kampfwertsteigerung verändert bei jeder Stufe Gewicht, Motorleistung und Ausstattung gegenüber der Grundversion, weshalb die Datentabelle dieser Seite ausdrücklich nur für die Ausgangsversion M2 gilt. Daneben führt die US-Armee die Aufklärungsvariante M3 auf derselben Fahrzeugbasis, jedoch mit abweichender Beladung und Ausstattung für Spähtrupps statt für den Infanterietransport. Auch für den M3 gelten die hier genannten Werte nicht.

Einsatz und Verbreitung

Der M2 Bradley steht seit der Einführung im Dienst der US-Armee und bildete dort über Jahrzehnte das Standardfahrzeug der mechanisierten Infanterie neben dem Kampfpanzer M1 Abrams. Eine Quelle nennt für die Grundversion M2 eine Fertigungsstückzahl von etwa 2.500 Fahrzeugen, bis zur Ablösung durch die M2A1 in der Truppe. Diese Angabe stammt aus einer einzelnen Quelle und gilt nicht als gesichert.

Die Modernisierung reißt bis in die Gegenwart nicht ab. Nach Angaben der US Army erhielt im April 2022 erstmals ein Truppenteil den vollständig modernisierten M2A4 zur Ausbildung und zum Einsatz, mit dem Ziel, mehrere hundert weitere Fahrzeuge dieses Typs in den folgenden Jahren an weitere Verbände auszugeben. Weitere Nutzerstaaten neben den USA sind nicht bekannt.

Verbleib heute

Der M2 Bradley und seine Kampfwertsteigerungen befinden sich weiterhin im aktiven Bestand der US-Armee. Ein Nachfolgeprogramm ist bereits angelaufen: Die XM30 Mechanized Infantry Combat Vehicle, früher unter der Bezeichnung OMFV geführt, befindet sich in der Entwicklung und soll den Bradley perspektivisch ablösen. Der Name der Nachfolgerin greift denselben Fahrzeugbegriff auf, unter dem einst auch die Anforderung an den Bradley formuliert wurde.

Zu Museumsstandorten oder erhaltenen Einzelfahrzeugen außerhalb des aktiven Dienstes liegen keine belastbaren Angaben vor.

Kann man einen M2 Bradley selbst fahren?

Nein, der M2 Bradley steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Für dieses US-amerikanische Fahrzeug liegt panzerfahren.de kein verifizierter Standort mit entsprechendem Angebot vor. Einen Überblick über alle Modelle, die sich in Deutschland selbst fahren lassen, bietet die Fahrzeugübersicht.

Verwandte Fahrzeuge

Der M2 Bradley löste den Mannschaftstransporter M113 in seiner Rolle als Begleitfahrzeug der Kampfpanzer ab. Als Nachfolger befindet sich die XM30 Mechanized Infantry Combat Vehicle in der Entwicklung. Für beide Fahrzeuge gibt es hier derzeit keine eigenen Seiten. Einen Überblick über alle erfassten Modelle bietet die Fahrzeugübersicht.

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein M2 Bradley?

Das Gefechtsgewicht der Grundversion M2 liegt bei 22,8 Tonnen. Zu Länge, Breite und Höhe gibt es keine übereinstimmenden Werte, da die Quellen teils mit und teils ohne angebaute Zusatzpanzerung messen.

Wie schnell fährt ein M2 Bradley?

Die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße beträgt 66 km/h. Der Cummins VTA-903T mit 500 PS treibt das 22,8 Tonnen schwere Fahrzeug an, die Reichweite liegt bei 480 Kilometern.

Wie viele M2 Bradley wurden gebaut?

Eine Quelle nennt für die Grundversion M2 rund 2.500 gebaute Fahrzeuge, bis zur Ablösung durch die M2A1. Eine zweite, unabhängige Bestätigung dieser Zahl liegt nicht vor.

Kann man einen M2 Bradley in Deutschland selbst fahren?

Nein. Für den M2 Bradley ist derzeit kein Standort mit Selbstfahrangebot in Deutschland hinterlegt. Die Fahrzeugübersicht zeigt, welche anderen Modelle sich selbst fahren lassen.

Wer stellte den M2 Bradley her?

Hersteller der Grundversion war die FMC Corporation. Das Fahrzeug ersetzte den Mannschaftstransporter M113 als Begleitfahrzeug für Kampfpanzer.

Welche Varianten gibt es vom M2 Bradley?

Auf die Grundversion M2 folgten die Kampfwertsteigerungen M2A1, M2A2, M2A2 ODS, M2A3 und M2A4. Daneben führt die US-Armee die Aufklärungsvariante M3 auf derselben Fahrzeugbasis.

Wodurch wird der M2 Bradley abgelöst?

Als Nachfolger befindet sich die XM30 Mechanized Infantry Combat Vehicle in der Entwicklung, früher unter der Bezeichnung OMFV geführt. Ein Serieneinsatz beim Bradley-Nachfolger steht nach aktuellem Stand noch aus.