Bodendruck bezeichnet das Gewicht eines Fahrzeugs, verteilt auf die Fläche, mit der es den Untergrund berührt. Gedacht als Verhältnis: Oben steht das Gesamtgewicht des Fahrzeugs, unten die Aufstandsfläche von Kette oder Reifen, angegeben meist in kg/cm². Je kleiner der Wert, desto weniger sinkt ein Fahrzeug in weichen oder nassen Boden ein.
Bodendruck im Detail
Die Formel dahinter ist einfach: Bodendruck gleich Gewicht geteilt durch Fläche. Bei Kettenfahrzeugen ergibt sich die Fläche aus der Breite der Gleiskette multipliziert mit der Länge des aufliegenden Kettentrums, bei Radfahrzeugen aus der Aufstandsfläche der Reifen. Die physikalische Einheit ist Pascal. In der Praxis hat sich bei Kettenfahrzeugen die Angabe in kg/cm² gehalten, weil sich damit einfacher rechnen lässt: Ein kg/cm² entspricht ungefähr einem bar und damit rund 100.000 Pascal.
Kettenfahrzeuge erreichen einen niedrigeren Bodendruck als Radfahrzeuge gleichen Gewichts, weil ihre Auflagefläche deutlich größer ausfällt. Ein Reifen berührt den Boden nur mit einer kleinen, ovalen Fläche, eine Gleiskette dagegen über ihre gesamte aufliegende Länge. Konstrukteure senken den Bodendruck auf zwei Wegen: über eine breitere oder längere Kette, die die Fläche vergrößert, oder über ein geringeres Fahrzeuggewicht. Bei gepanzerten Fahrzeugen schließt sich beides oft aus, weil mehr Panzerung mehr Gewicht bedeutet, dem nur eine größere Auflagefläche entgegenwirken kann. Deshalb sind die Ketten schwerer Kampfpanzer breiter als die leichterer Schützenpanzer, obwohl beide Fahrzeugklassen auf vergleichbarem Untergrund fahren.
Bei Radfahrzeugen lässt sich der Bodendruck durch Verringern des Reifendrucks senken, allerdings nur innerhalb enger Grenzen. Zu weiche Reifen werden instabil und verschleißen schneller. Kettenfahrzeuge bleiben deshalb auf weichem, moorigem oder sandigem Untergrund grundsätzlich im Vorteil.
Der Wert hat auch außerhalb der Geländegängigkeit Bedeutung. Ein niedriger Bodendruck schont den Untergrund selbst: Wo ein schweres Kettenfahrzeug nur eine flache Spur hinterlässt, hebt ein Radfahrzeug mit vergleichbarem Gewicht auf demselben Boden deutlich tiefere Furchen aus. Dieser Zusammenhang wird auf befestigten Übungsgeländen ebenso berücksichtigt wie bei landwirtschaftlichen Maschinen, die aus demselben Grund zunehmend auf Ketten- oder Bandlaufwerke setzen.
Bedeutung beim Panzerfahren
Auf der Fahrstrecke zeigt sich der niedrige Bodendruck genau dort, wo ein Pkw steckenbleiben würde: auf aufgeweichten Wiesen, in Furten oder auf losem Sand. Ein Kettenlaufwerk trägt das Fahrzeug, ohne tief einzusinken, während ein Radfahrzeug gleichen Gewichts an derselben Stelle durchdrehen würde.
Wer selbst fährt, sieht den Effekt eher, als dass er ihn spürt. Direkt nach einer Regenperiode bleibt die Spur des Kettenfahrzeugs auf der Wiese flach, während ein gleich schweres Radfahrzeug an derselben Stelle eine tiefe Fahrrinne hinterlassen kann. Instruktoren weisen auf Fahrstrecken oft genau darauf hin, wenn sie erklären, warum bestimmte Streckenabschnitte auch bei nassem Wetter befahrbar bleiben.
Das Deutsche Panzermuseum Munster zeigt Laufwerke unterschiedlicher Fahrzeugklassen nebeneinander. Der Unterschied in der Kettenbreite zwischen leichten und schweren Fahrzeugen lässt sich dort direkt vergleichen.