
Der Pandur II 8×8 ist ein Radschützenpanzer aus österreichischer Entwicklung. Gebaut wird er von Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug, seit 2003 Teil von General Dynamics European Land Systems. Das Fahrzeug bietet Platz für eine Besatzung von bis zu 14 Personen und zählt zur Gegenwart der europäischen Radpanzerflotten. Zu den Nutzerstaaten gehören unter anderem die tschechische und die portugiesische Armee, die den Pandur II 8×8 in unterschiedlichen Rollen einsetzen, vom Mannschaftstransport bis zum Kommandofahrzeug. In Deutschland steht dieses Modell derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung, weiter unten folgt ein Verweis auf den Fahrzeugkatalog als Ausweichmöglichkeit.
Alle Angaben auf dieser Seite gelten für die Ausführung Pandur II 8×8. Der ältere Pandur I (6×6) und die neuere Generation Pandur Evolution (Pandur EVO) sind eigenständige Baureihen mit abweichender Auslegung und Motorisierung. Ihre Werte sind hier nicht enthalten. Die 8×8-Version wurde deshalb als Grundlage gewählt, weil sowohl die tschechischen als auch die portugiesischen Streitkräfte, die zu den wichtigsten Nutzern zählen, ausschließlich diese Ausführung einsetzen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Radschützenpanzer |
| Herkunftsland | Österreich |
| Hersteller | Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug (seit 2003 Teil von General Dynamics European Land Systems) |
| Bauzeit | keine Angabe |
| Stückzahl | keine Angabe |
| Gefechtsgewicht | keine Angabe |
| Länge | keine Angabe |
| Breite | 2,67 m |
| Höhe | 2,08 m |
| Motor | Cummins ISLe 450 HPCR, Sechszylinder-Reihen-Turbodiesel |
| Leistung | 455 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | keine Angabe |
| Reichweite | keine Angabe |
| Besatzung | 14 |
| Hauptbewaffnung | keine Angabe |
| Panzerung | keine Angabe |
| Watfähigkeit | 1,5 m |
Mehrere Werte fehlen, weil sich die Quellen widersprechen oder nur eine einzelne Quelle sie nennt. Die Abweichungen benennen die folgenden Abschnitte dort, wo sie relevant sind.
Entwicklungsgeschichte
Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug entwickelte den Pandur II als erweiterte Baureihe auf Grundlage der Erfahrungen mit dem kleineren Pandur I (6×6). Die neue Generation entstand zunächst als eigenfinanziertes Projekt und wurde in einer 6×6- und einer 8×8-Version angeboten, die zu großen Teilen dieselben Bauteile nutzen. Seit November 2003 gehört Steyr-Daimler-Puch zu General Dynamics European Land Systems, nachdem der US-Konzern General Dynamics das Unternehmen zusammen mit dem Schweizer Hersteller Mowag und dem spanischen Hersteller Santa Bárbara Sistemas übernommen hatte.
Den Durchbruch am Markt brachten zwei Beschaffungsentscheidungen in Mitteleuropa. Portugal wählte den Pandur II 8×8 2005 in einer Ausschreibung für seine Streitkräfte. Die Tschechische Republik folgte 2006 mit einer vergleichbaren Entscheidung für ihre Armee. Aus dem tschechischen Auftrag entwickelte sich eine eigene Fertigungslinie: Das Fahrzeug wird seither auch in der Tschechischen Republik in Lizenz gebaut, unter anderem durch Tatra Defence Vehicle.
Eine Quelle nennt als Bauzeitraum der Baureihe 2001 bis heute. Damit steht der Pandur II 8×8 weiterhin in Produktion beziehungsweise Lizenzfertigung, während der Hersteller parallel bereits die Nachfolgegeneration Pandur Evolution entwickelt hat. Weil diese Bauzeitangabe nur aus einer einzigen Quelle stammt, führt das Datenblatt oben keine Zahl, der Zeitraum lässt sich aber als grobe Orientierung lesen.
Technik im Detail
Der auffälligste Unterschied zu vielen anderen Fahrzeugen dieses Portals liegt im Fahrwerk. Kettenbetriebene Kampffahrzeuge nutzen üblicherweise ein Kettenlaufwerk mit mehreren Laufrollen je Seite, einem Treibrad für die umlaufende Gleiskette und häufig einer Drehstabfederung an jeder Radstation. Der Pandur II 8×8 verzichtet darauf vollständig. Acht einzeln angetriebene Räder übertragen die Kraft des Motors über Achsen und Verteilergetriebe direkt auf Straße oder Gelände.
Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Cummins ISLe 450 HPCR, einem Sechszylinder-Reihen-Turbodiesel mit 455 PS. Mit einer Wattiefe von 1,5 Metern kann der Pandur II 8×8 Gewässer bis zu dieser Tiefe durchqueren, ohne dass eine besondere Vorbereitung nötig wird.
Der Schutz richtet sich nach dem NATO-Standard STANAG 4569. Eine Quelle nennt dafür Schutzstufen 1 bis 4, je nach Bauart, wobei sich der Grundschutz durch optionale Zusatzpanzerung erhöhen lässt. Solche Nachrüstpakete bestehen bei vielen Herstellern aus Verbundpanzerung, die zusätzlichen Schutz bei begrenztem Gewichtszuwachs bietet. Auch diese Angabe stammt aus nur einer Quelle und steht deshalb nicht im Datenblatt.
Die Wanne ist modular aufgebaut. Aus derselben Basis lassen sich unterschiedliche Rollen ableiten, vom Mannschaftstransporter bis zum Kommandofahrzeug, ohne die tragende Struktur jedes Mal neu zu konstruieren. Das schlägt sich auch in der Bewaffnung nieder, die stärker als jeder andere Datenblattwert von der Bestellung des jeweiligen Kunden abhängt. Genannt werden unter anderem eine 30-mm-Maschinenkanone in einer ferngesteuerten Waffenstation, ein schweres Maschinengewehr oder, bei einzelnen Kunden, eine größere Kanone bis hin zu einer Glattrohrkanone. Welche dieser Optionen tatsächlich verbaut ist, hängt von der jeweiligen Landesausstattung ab und wird deshalb im Datenblatt nicht als feste Angabe geführt.
Varianten
Die Grundversion des Pandur II 8×8 lässt sich in mehrere Rollenvarianten umbauen. Genannt werden unter anderem:
- Kommandofahrzeug
- Aufklärungsfahrzeug
- Sanitätsfahrzeug
- Pionier- beziehungsweise Ingenieurfahrzeug
Je nach Kundenland kommen weitere Sonderaufbauten hinzu, etwa für Fernmeldetechnik oder Instandsetzung. Innerhalb dieser Rollen unterscheiden sich auch Gewicht und Länge des einzelnen Fahrzeugs, weil Turm, Zusatzpanzerung und sonstige Ausrüstung je nach Aufbau variieren. Das erklärt einen Teil der schwankenden Werte im Datenblatt oben.
Der Pandur II 8×8 steht zudem in einer Reihe mit zwei weiteren Baureihen desselben Herstellers. Eine Quelle nennt als Vorgänger den kleineren Pandur I (6×6). Als nachfolgende Generation wird der Pandur Evolution (Pandur EVO) genannt. Beide Baureihen unterscheiden sich in Auslegung und Motorisierung vom hier beschriebenen Pandur II 8×8. Eigene, geprüfte Datenblattwerte für Pandur I und Pandur Evolution liegen dieser Seite nicht vor, deshalb tauchen ihre Zahlen hier nicht auf. Über die Bauzeit seit 2001 hinweg entstanden für einzelne Kunden außerdem zusätzliche Kampfwertsteigerungen an Elektronik und Ausstattung.
Einsatz und Verbreitung
Der Pandur II 8×8 ist bei den Streitkräften mehrerer europäischer Staaten im Einsatz. Die Tschechische Republik entschied sich 2006 für die Beschaffung des Fahrzeugs. In der Folge entstand in der Tschechischen Republik eine eigene Fertigungslinie. Das tschechische Verteidigungsministerium und die tschechischen Streitkräfte führen den Pandur II 8×8 in ihren eigenen technischen Übersichten als Radschützenpanzer. Eine Quelle ordnet die tschechischen Fahrzeuge der 4. Schnellen Einsatzbrigade zu.
Portugal wählte den Pandur II 8×8 bereits 2005 für seine Streitkräfte. Eine Quelle nennt als zuständige Einheit die Interventionsbrigade der portugiesischen Armee. Die portugiesische Flotte deckt dabei mehrere Rollen ab, von Mannschaftstransportern über Kommandofahrzeuge bis zu spezialisierten Aufbauten.
Zu genauen Stückzahlen je Land liegen keine belastbaren, quellenübergreifend übereinstimmenden Angaben vor. Verschiedene Quellen nennen unterschiedliche Zahlen für Bestellungen, Nachbestellungen und tatsächlich ausgelieferte Fahrzeuge, teils mit deutlichen Abweichungen untereinander. Genannt wird deshalb keine Gesamtstückzahl.
Verbleib heute
Der Pandur II 8×8 steht heute weiterhin im aktiven Dienst der tschechischen und der portugiesischen Streitkräfte. Er zählt damit zu den Fahrzeugen, die dieses Portal der Gegenwart zuordnet, nicht der Fahrzeuggeschichte. Museale Bestände oder ausgemusterte Einzelstücke außerhalb des aktiven Dienstes sind für den Pandur II 8×8 nicht belegt, anders als bei vielen älteren Baureihen dieses Portals. Die Baureihe wird parallel zur laufenden Nutzung weiterentwickelt, unter anderem in Form der bereits erwähnten Nachfolgegeneration Pandur Evolution.
Kann man einen Pandur selbst fahren?
Nein, der Pandur II 8×8 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Für dieses Modell liegt an keinem deutschen Standort ein entsprechendes Angebot vor. Wer dennoch das Fahrgefühl eines Radschützenpanzers oder eines vergleichbaren Fahrzeugs erleben möchte, findet im Fahrzeugkatalog eine Übersicht aller Modelle, die sich an deutschen Standorten tatsächlich fahren lassen.
Verwandte Fahrzeuge
Der Vorgänger Pandur I (6×6) und die Nachfolgegeneration Pandur Evolution (Pandur EVO) sind derzeit nicht als eigene Seiten in diesem Katalog erfasst, ihre Zahlen fließen deshalb hier auch nicht mit ein. Einen Überblick über alle bereits erfassten Fahrzeuge, darunter weitere Radschützenpanzer und Kettenfahrzeuge, bietet der Fahrzeugkatalog.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Pandur II 8×8?
Ein eindeutiges Gefechtsgewicht lässt sich nicht angeben. Die Werte schwanken je nach Quelle und Ausstattung zwischen 14,5 und 23 Tonnen. Der niedrigere Wert bezieht sich auf die Leermasse ohne Besatzung und Ausrüstung, der höhere auf das voll beladene Gesamtgewicht mit Zusatzpanzerung.
Wie schnell fährt ein Pandur II 8×8?
Auch bei der Höchstgeschwindigkeit weichen die Quellen leicht voneinander ab. Auf der Straße werden Werte zwischen 100 und 105 km/h genannt, jeweils für die Vorwärtsfahrt. Im Gelände liegt die erreichbare Geschwindigkeit deutlich niedriger, dazu liegen aber keine belastbaren, übereinstimmenden Zahlen vor.
Wie viele Pandur II 8×8 wurden gebaut?
Zur Gesamtstückzahl gibt es keine belastbare, quellenübergreifend übereinstimmende Angabe. Verschiedene Quellen nennen für einzelne Länderbestellungen unterschiedliche und teils widersprüchliche Zahlen. Eine Gesamtstückzahl wird deshalb nicht genannt.
Kann man einen Pandur II 8×8 selbst fahren?
Nein, für den Pandur II 8×8 gibt es in Deutschland derzeit kein Angebot zum Selbstfahren. Das gilt unabhängig davon, ob ein Standort Ketten- oder Radfahrzeuge im Programm hat. Eine Übersicht über Fahrzeuge, die sich an deutschen Standorten tatsächlich fahren lassen, bietet der Fahrzeugkatalog dieses Portals.
Welche Streitkräfte setzen den Pandur II 8×8 ein?
Zu den bestätigten Nutzern zählen die tschechische und die portugiesische Armee. Beide Länder beschafften das Fahrzeug Mitte der 2000er-Jahre und betreiben es bis heute in mehreren Rollenvarianten, von Mannschaftstransportern bis zu Kommandofahrzeugen.
Was ist die Hauptbewaffnung des Pandur II 8×8?
Eine feste Angabe gibt es nicht, weil die Bewaffnung sich nach der Bestellung des jeweiligen Kunden richtet. Genannt werden unter anderem eine 30-mm-Maschinenkanone in einer ferngesteuerten Waffenstation, ein schweres Maschinengewehr oder, bei einzelnen Kunden, eine größere Kanone. Angaben zur Wirkung dieser Bewaffnung fehlen hier bewusst.
Wo wird der Pandur II 8×8 hergestellt?
Der Grundentwurf stammt vom österreichischen Hersteller Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug, seit 2003 Teil von General Dynamics European Land Systems. Zusätzlich wird das Fahrzeug seit der tschechischen Beschaffungsentscheidung von 2006 auch in der Tschechischen Republik in Lizenz gefertigt, unter anderem durch Tatra Defence Vehicle.