Der Antriebsstrang eines Kettenfahrzeugs führt die Kraft des Motors über Kupplung oder Drehmomentwandler, Getriebe und Lenkgetriebe bis zum Treibrad, das die Gleiskette antreibt. Bei modernen Kampfpanzern sind Motor und Getriebe meist zu einem gemeinsamen Bauteil zusammengefasst, dem Triebwerksblock. Ob das Treibrad vorne oder hinten am Fahrzeug sitzt, unterscheidet zwei grundsätzliche Bauweisen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen.
Antriebsstrang im Detail
Der Kraftfluss beginnt am Motor. Über eine Kupplung oder einen hydrodynamischen Wandler gelangt die Drehbewegung in das Getriebe, das die Fahrstufen bereitstellt. Von dort führt der Weg zum Lenkgetriebe, das die Kraft auf beide Ketten verteilt und beim Kurvenfahren die Drehzahl der Innen- und Außenseite gegeneinander verschiebt. Erst danach erreicht die Kraft über die Seitenvorgelege die beiden Treibräder, die im Zahneingriff mit der Gleiskette stehen und sie abrollen.
Für die Lenkung selbst haben sich laut dem Wikipedia-Artikel zum Kettenfahrzeug drei Bauformen durchgesetzt. Bei leichteren Fahrzeugen findet sich häufig ein zentrales Schaltgetriebe mit Kupplungen und Bremsen je Seite. Daneben gibt es den zweisträngigen Antrieb, bei dem jede Kette ihr eigenes, meist hydrostatisches Getriebe erhält, unabhängig von der Gegenseite. Bei Panzern und einigen zivilen Raupenfahrzeugen kommt zudem das Überlagerungslenkgetriebe zum Einsatz, das ein zentrales Schaltgetriebe mit einem hydrostatischen Lenkanteil kombiniert.
Die Position des Treibrads legt fest, wie der restliche Antriebsstrang durch die Wanne verläuft. Sitzt das Getriebe vorne und der Motor hinten, muss eine Triebwelle durch den Kampfraum zum vorderen Verteilergetriebe führen. Bei vielen Kettenfahrzeugen der Wehrmacht war das so gelöst, was den Innenraum zusätzlich beengte, ein eigenes Verteilergetriebe verlangte und einen weiteren möglichen Ausfallpunkt schuf. Sitzen Motor, Getriebe und Treibrad dagegen zusammen am Heck, entfällt die lange Triebwelle durch den Kampfraum. Das spart Bauraum und kann die Wannenhöhe senken.
Bedeutung beim Panzerfahren
Für die Praxis auf der Strecke zeigt sich die Bauweise vor allem im Wartungszugang. Ist der Antriebsstrang als kompakter Triebwerksblock ausgeführt, wie beim Leopard 2, lassen sich Motor und Getriebe gemeinsam mit einem Kran ausbauen, statt beide Bauteile einzeln zu demontieren. Innerhalb weniger Stunden lässt sich der Triebwerksblock des Leopard 2 im Bedarfsfall komplett austauschen, so sieht es die Konstruktion laut Bundeswehr vor. Wer selbst einen Panzer fährt, bekommt von dieser Bauweise nichts direkt zu spüren. Sie ist aber einer der Gründe, warum Fahrschulbetriebe ihre Fahrzeuge zwischen zwei Terminen zügig wieder einsatzbereit bekommen, statt bei jedem größeren Defekt tagelang zu stehen.
Verwandte Begriffe
- Kettenlaufwerk: die gesamte Baugruppe, in die der Antriebsstrang mündet
- Treibrad: das Bauteil am Ende des Antriebsstrangs
- Gleiskette: wird vom Treibrad abgerollt
- Kettenspanner: hält die Kette unter der vom Treibrad übertragenen Spannung
- Laufrolle: trägt das Fahrzeuggewicht zwischen Treibrad und Leitrad
Einen Überblick über weitere Fachbegriffe rund um Kettenfahrzeuge bietet das Lexikon.