Die Luftfilteranlage reinigt die Ansaugluft des Motors, bevor sie in den Verbrennungsraum gelangt. Bei Kettenfahrzeugen besteht sie meist aus zwei Stufen: einem Zyklon-Vorabscheider, der grobe Staubpartikel durch Fliehkraft aus der Luft schleudert, und einem nachgeschalteten Feinfilter. Diese zweistufige Bauweise ist nötig, weil Kettenfahrzeuge im Gelände einen Großteil des Staubs selbst aufwirbeln, den sie anschließend wieder ansaugen.
Luftfilteranlage im Detail
Das Grundprinzip der Vorabscheidung ist der Zyklon, auch Fliehkraftabscheider genannt. Die angesaugte Luft wird über Leitschaufeln in eine Drehbewegung versetzt. Die dabei entstehenden Zentrifugalkräfte schleudern Staubpartikel an die Außenwand des Abscheiders, wo sie sich aus dem Luftstrom lösen und über eine Staubaustragsöffnung wieder abgegeben werden. Die gereinigte Luft verlässt den Zyklon durch ein zentrales Tauchrohr und strömt weiter zum Feinfilter.
Viele Anlagen bündeln nicht einen einzelnen Zyklon, sondern mehrere parallel geschaltete kleine Zyklone in einem Gehäuse. Diese Bauart wird als Multizyklon bezeichnet. Sie erhöht die Abscheidefläche bei gleichem Bauraum und funktioniert auch bei wechselnden Ansaugmengen zuverlässig. Der Filterhersteller MANN+HUMMEL gibt an, dass eine Multizyklon-Vorabscheidung die Standzeit nachgeschalteter Feinfilter um das Zwanzig- bis Dreißigfache verlängern kann.
Der Zyklon allein reicht als Filterstufe nicht aus. Seine Abscheideleistung ist bei sehr feinen Partikeln nur mäßig, weshalb ihm praktisch immer ein Papier- oder Trockenfilter nachgeschaltet ist, der die restlichen Feinstpartikel zurückhält. Manche Systeme entlasten sich zusätzlich selbst: Ein saugzugbetriebener Staubaustrag befördert die im Vorabscheider gesammelten Partikel während der Fahrt kontinuierlich nach außen, sodass der Behälter nicht von Hand geleert werden muss.
Bedeutung beim Panzerfahren
Ein Kettenfahrzeug erzeugt seine eigene Staubwolke. Die Gleiskette wirbelt auf trockenem, sandigem Untergrund deutlich mehr Material auf als ein Rad, weil die Auflagefläche größer ist und die Kettenglieder den Boden bei jedem Umlauf aufschlagen. Auf einer Sandstrecke fährt das Fahrzeug damit ständig durch eine Staubfahne, die es selbst hinter sich herzieht, und ein Teil dieser Luft wird direkt wieder angesaugt.
Deshalb sitzt der Lufteinlass bei vielen Kettenfahrzeugen bewusst hoch am Wannen- oder Turmheck, um möglichst saubere Luft oberhalb der bodennahen Staubschicht anzusaugen. Wer selbst fährt, bemerkt die Staubbelastung vor allem optisch: Auf trockenen Übungs- und Sandstrecken zieht das eigene Fahrzeug eine sichtbare Wolke, die bei mehreren Fahrzeugen in Kolonne noch zunimmt, wenn das nachfolgende Fahrzeug in die Staubfahne des vorausfahrenden gerät. Instrumente im Fahrerraum zeigen bei vielen Anlagen den Verschmutzungsgrad des Feinfilters an, damit der Fahrer oder das Wartungspersonal rechtzeitig reagieren kann, bevor die Ansaugleistung spürbar sinkt. Wie oft ein Filter tatsächlich gereinigt oder gewechselt werden muss, hängt stark vom Einsatzgelände ab: Auf trockenem Sand deutlich häufiger als auf befestigter Strecke oder feuchtem Boden.
Verwandte Begriffe
Weitere Fachbegriffe rund um Kettenfahrzeuge finden Sie im Lexikon.