BMP-3

Der BMP-3 ist ein Schützenpanzer aus sowjetisch-russischer Produktion, gebaut von Kurganmaschsawod. Der Name legt eine Nähe zum BMP-2 nahe, tatsächlich handelt es sich aber um eine eigenständige Neukonstruktion, keine Weiterentwicklung der Vorgängermodelle BMP-1 und BMP-2. Der auffälligste technische Unterschied liegt im Antrieb: Der Motor sitzt im Heck, nicht vorn wie bei den beiden älteren Baureihen. Das Gefechtsgewicht liegt bei 18,7 Tonnen, die Besatzung besteht aus drei Personen. Bewaffnet ist das Fahrzeug mit einer 100-mm-Kanone vom Typ 2A70 und einer 30-mm-Maschinenkanone 2A72. Zur Bauzeit gibt es unterschiedliche Quellenangaben, dazu mehr unten. Der BMP-3 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Schützenpanzer
Herkunftsland Sowjetunion/Russland
Hersteller Kurganmaschsawod (Kurganmashzavod)
Bauzeit keine Angabe
Stückzahl mehr als 2000
Gefechtsgewicht 18,7 t
Länge 7,14 m
Breite 3,2 m
Höhe keine Angabe
Motor UTD-29, Zehnzylinder-Dieselmotor
Leistung 500 PS
Höchstgeschwindigkeit keine Angabe
Reichweite 600 km
Besatzung 3
Hauptbewaffnung 100-mm-Kanone 2A70, 30-mm-Maschinenkanone 2A72
Panzerung keine Angabe
Watfähigkeit entfällt (Fahrzeug ist vollständig schwimmfähig)

Drei Felder stehen oben als „keine Angabe“, weil sich die Quellen widersprechen. Zur Bauzeit finden sich sehr unterschiedliche Angaben: eine Quelle nennt eine Entwicklung in den 1980er-Jahren mit öffentlicher Präsentation 1990, eine zweite datiert die Entwicklungsphase auf 1975 bis 1987 mit Diensteintritt 1987, eine dritte spricht von einer bis heute laufenden Produktion seit 1987. Bei der Höchstgeschwindigkeit auf Straße liegen die Werte zwischen 70 und 72 km/h. Bei der Höhe nennen zwei Quellen 2,4 Meter, eine dritte 2,3 Meter bis zum Turmdach, möglicherweise wegen eines unterschiedlichen Messpunkts. Eine Watfähigkeit in Metern fehlt bewusst: Der BMP-3 ist vollständig schwimmfähig, ein solcher Wert wäre für dieses Fahrzeug nicht sinnvoll.

Entwicklungsgeschichte

Die Vorgängermodelle BMP-1 und BMP-2 trugen den Motor vorn im Fahrzeug, der Truppenraum lag im Heck. Für den BMP-3 wählte Kurganmaschsawod einen anderen Grundaufbau und entwarf das Fahrzeug komplett neu, statt die bestehende Baureihe nur weiterzuentwickeln. Diese Entscheidung für eine Neukonstruktion mit Heckmotor ist der technische Kern des BMP-3 und erklärt viele der folgenden Unterschiede zu BMP-1 und BMP-2.

Wann die Entwicklung genau begann, ist unklar, die Angaben schwanken zwischen einer Entwicklung in den 1980er-Jahren bis zu einem Beginn bereits 1975 (siehe Abschnitt Technische Daten). Übereinstimmend berichten die Quellen dagegen, dass das Fahrzeug noch zu Zeiten der Sowjetunion entstand und nach deren Ende 1991 von Russland weitergeführt wurde. Hersteller ist bis heute Kurganmaschsawod mit Sitz im russischen Kurgan.

Mit mehr als 2000 gebauten Einheiten zählt der BMP-3 zu den in größerer Stückzahl gefertigten Schützenpanzern seiner Generation. Wie sich diese Zahl auf einzelne Baujahre oder Bestellungen verteilt, ist nicht aufgeschlüsselt. Die Einführung eines Fahrzeugs mit derart grundlegend anderem Aufbau als die Vorgänger war für die Beschaffungsseite kein kleiner Schritt: Ein neues Antriebskonzept bedeutet auch neue Fertigungsabläufe beim Hersteller, unabhängig davon, welche der oben genannten Zeiträume für die eigentliche Entwicklung zutrifft.

Technik im Detail

Der technische Kern des BMP-3 liegt in der Anordnung des Antriebs. Während BMP-1 und BMP-2 den Motor vorn trugen und die Besatzung über Heckklappen ein- und ausstieg, sitzt beim BMP-3 der Motor im Heck. Das ist der wichtigste konstruktive Unterschied zu den älteren Baureihen und der Grund, warum der BMP-3 als eigenständige Neukonstruktion gilt und nicht als Weiterentwicklung des BMP-2.

Angetrieben wird das Fahrzeug von einem UTD-29, einem Zehnzylinder-Dieselmotor mit 500 PS. Die Kraft läuft über ein Kettenlaufwerk auf den Boden. Das Fahrgestell stützt sich auf Laufrollen, die über eine Drehstabfederung gegen die Wanne abgefedert sind. Ein Treibrad setzt die Motorkraft in Vortrieb der Gleiskette um.

Eine Besonderheit des BMP-3 ist die vollständige Schwimmfähigkeit. Anders als Fahrzeuge, die nur begrenzt watfähig sind und für tiefere Gewässer auf Fähren oder Brücken angewiesen bleiben, kann der BMP-3 Gewässer aus eigener Kraft schwimmend überqueren. Ein Wert für die Watfähigkeit in Metern, wie er bei anderen Fahrzeugen im Datenblatt steht, fehlt deshalb bewusst.

Zur Panzerung liegt nur eine einzelne Quelle vor. Sie beschreibt Wanne und Turm als Kombination aus Aluminiumlegierung (Bezeichnung ABT-102) und Stahl (Bezeichnung BT-70Sh), mit einer Wannenfront aus rund 22 Millimetern Stahl und zusätzlich rund 60 Millimetern Aluminium. Weil nur diese eine Quelle die Werte nennt, stehen sie nicht im Datenblatt.

Varianten

Die Modellfamilie des BMP-3 umfasst mehrere Varianten:

  • BMP-3K: Führungsfahrzeug-Version mit zusätzlicher Kommunikationsausstattung.
  • BMP-3M: kampfwertgesteigerte Version des Grundmodells.
  • BMP-3F: Version für die Marineinfanterie.
  • BRM-3K: Aufklärungsfahrzeug auf demselben Fahrgestell.
  • 2S31 Vena: Selbstfahrlafette auf dem BMP-3-Chassis, technisch ein eigenständiges Waffensystem und keine reine Kampfwertsteigerung.

Zu einem möglichen Nachfolger liegt nur eine einzelne Quelle vor. Sie nennt den Kurganets-25 als geplanten Nachfolger des BMP-3, ohne den Stand des Programms näher zu beschreiben. Ob und wann eine Ablösung kommt, ist offen.

Einsatz und Verbreitung

Der BMP-3 steht seit den späten 1980er-Jahren im Dienst der sowjetischen beziehungsweise russischen Streitkräfte, der genaue Zeitpunkt lässt sich wie oben beschrieben nicht eindeutig festlegen. Eine Quelle ordnet das Fahrzeug zeitlich in die Endphase des Kalten Kriegs bis in die Gegenwart ein.

Kurganmaschsawod hat mehr als 2000 Einheiten gebaut. Welche Staaten außerhalb Russlands das Fahrzeug übernommen haben, wie viele Stück jeweils und wie viele davon heute noch im Dienst stehen, ist nicht dokumentiert.

Die Variante BMP-3F ist für die Marineinfanterie vorgesehen, das Fahrzeug wurde also auch außerhalb der klassischen Landstreitkräfte genutzt. Über Stückzahlen und Zeiträume dieser Nutzung ist nichts bekannt.

Verbleib heute

Wo einzelne Fahrzeuge heute stehen, welche Museen einen BMP-3 zeigen und wie viele Einheiten noch im Dienst sind, ist nicht dokumentiert. Fest steht, dass der Hersteller Kurganmaschsawod weiterhin besteht und mit dem Kurganets-25 ein möglicher Nachfolger im Gespräch ist. Ob und wann der BMP-3 abgelöst wird, ist offen.

Fahrzeuge, deren heutiger Bestand besser dokumentiert ist, finden Sie in der Übersicht auf der Fahrzeugseite von panzerfahren.de.

Kann man einen BMP-3 selbst fahren?

Nein, der BMP-3 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Kein Standort im Verzeichnis führt ihn, und ein direkt vergleichbares fahrbares Modell gibt es nicht. Einen Überblick über die in Deutschland tatsächlich fahrbaren Panzer und Schützenpanzer bietet die Fahrzeugübersicht von panzerfahren.de.

Verwandte Fahrzeuge

Der BMP-3 hat mit dem BMP-1 und dem BMP-2 zwei Vorgängermodelle. Beide unterscheiden sich vom BMP-3 vor allem durch die Anordnung des Motors. Als möglicher Nachfolger wird der Kurganets-25 genannt. Eine Übersicht über weitere Schützenpanzer und andere Fahrzeugtypen bietet die Fahrzeugseite von panzerfahren.de.

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein BMP-3?

Das Gefechtsgewicht des BMP-3 liegt laut Datenblatt bei 18,7 Tonnen. Das ist vergleichsweise leicht für einen Schützenpanzer dieser Klasse, was auch mit der Bauweise aus Aluminiumlegierung und Stahl zusammenhängt, die laut einer einzelnen Quelle für Wanne und Turm verwendet wird. Getrennte Werte für Wanne und Turm nennt keine Quelle.

Wie schnell fährt ein BMP-3?

Die Angaben zur Höchstgeschwindigkeit auf Straße schwanken je nach Quelle zwischen 70 und 72 km/h. Wegen dieser Abweichung bleibt das Feld im Datenblatt oben leer. Wie schnell der BMP-3 im Gelände oder im Wasser ist, sagen die Quellen nicht.

Wie viele BMP-3 wurden gebaut?

Kurganmaschsawod hat mehr als 2000 Einheiten des BMP-3 gebaut. Eine genauere Zahl oder eine Aufschlüsselung nach Ländern und Varianten wie BMP-3K oder BMP-3M gibt es nicht.

Ist der BMP-3 eine Weiterentwicklung des BMP-2?

Nein. Der BMP-3 ist eine eigenständige Neukonstruktion, keine Weiterentwicklung des BMP-2. Der wichtigste Unterschied liegt in der Anordnung des Motors: Beim BMP-3 sitzt er im Heck, bei den Vorgängern BMP-1 und BMP-2 vorn im Fahrzeug. Mehr dazu auf den Seiten zu BMP-1 und BMP-2.

Ist der BMP-3 schwimmfähig?

Ja, der BMP-3 ist vollständig schwimmfähig. Deshalb enthält das Datenblatt oben keinen Wert für die Watfähigkeit in Metern, wie er bei anderen Fahrzeugen üblich ist. Für ein vollständig schwimmfähiges Fahrzeug ist ein solcher Wert nicht sinnvoll.

Kann man einen BMP-3 selbst fahren?

Nein, der BMP-3 steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Einen Überblick über tatsächlich fahrbare Modelle bietet die Fahrzeugübersicht von panzerfahren.de.

Wer stellt den BMP-3 her?

Hersteller ist Kurganmaschsawod (Kurganmashzavod) mit Sitz in Kurgan, damals Sowjetunion, heute Russland. Der genaue Entwicklungs- und Bauzeitraum wird in den Quellen unterschiedlich angegeben, Einzelheiten dazu stehen im Abschnitt Entwicklungsgeschichte.