K2 Black Panther

K2 Black Panther Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: KBS VIEW – theDEEP, Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Der K2 Black Panther ist der aktuelle Kampfpanzer der südkoreanischen Streitkräfte und der Nachfolger des K1. Hyundai Rotem entwickelte das Fahrzeug, um technisch mit modernen Kampfpanzern anderer Nationen gleichzuziehen und die heimische Rüstungsindustrie von ausländischen Lizenzen unabhängiger zu machen. Mit einem Gefechtsgewicht von 56 Tonnen, 1.500 PS Motorleistung und einer Besatzung von drei Personen gehört er zur aktuellen Generation schwerer Kampfpanzer. Eine Besonderheit der Beschaffungsgeschichte betrifft den Antrieb: Frühe und spätere Baulose liefen mit unterschiedlichen Motoren, beide auf dieselbe Leistungsklasse ausgelegt, mehr dazu weiter unten. Entwickelt für Südkorea, beschafft inzwischen auch Polen den K2 in großer Zahl und baut dafür eine eigene Fertigung auf, ein direkter Bezug des Fahrzeugs zu Europa.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Kampfpanzer
Herkunftsland Südkorea
Hersteller Hyundai Rotem
Bauzeit keine Angabe
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht 56 t
Länge keine Angabe
Breite 3,6 m
Höhe 2,4 m
Motor keine Angabe
Leistung 1.500 PS
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
Reichweite 450 km
Besatzung 3
Hauptbewaffnung 120-mm-Glattrohrkanone CN08 L/55
Panzerung Verbundpanzerung mit modularer reaktiver Zusatzpanzerung (ERA/NERA)
Watfähigkeit 4,1 m

Bauzeit und Motor fehlen in der Tabelle bewusst als Zahl beziehungsweise Bezeichnung, weil die Quellenlage uneinheitlich ist. Beides wird in den folgenden Abschnitten eingeordnet. Auch bei der Länge weichen Quellen leicht voneinander ab, mit Werten zwischen 10,7 und 10,8 Metern, vermutlich abhängig vom Messpunkt am Rohr.

Entwicklungsgeschichte

Südkoreas Verteidigungsministerium ließ einen neuen Kampfpanzer entwickeln, weil der bisherige K1 aus den 1980er Jahren technisch nicht mehr mit neueren Konstruktionen in der Region mithalten konnte. Die staatliche Agency for Defense Development arbeitete das Konzept gemeinsam mit Hyundai Rotem aus, mit dem Ziel, ein Fahrzeug möglichst weitgehend aus heimischer Fertigung zu stellen. Das betraf Kanone, Feuerleitanlage, Panzerung und, mit Einschränkungen, auch den Antrieb.

Beim Antrieb geriet das Vorhaben zunächst ins Stocken. Der für den K2 vorgesehene koreanische Motor bestand die geforderten Dauerlauf- und Belastungstests über Jahre nicht zuverlässig. Um die Einführung nicht weiter zu verzögern, rüstete Südkorea die ersten Baulose mit einem deutschen Motor aus, der im Land in Lizenz gefertigt wurde, kombiniert mit einem deutschen Getriebe. Erst spätere Baulose erhielten einen koreanischen Eigenmotor, der die Importlösung ablöste. Wie diese beiden Antriebe im Detail aussehen, beschreibt der nächste Abschnitt.

Auch zum eigentlichen Beginn der Serienfertigung nennen Quellen unterschiedliche Jahre. Manche geben den Beginn der Entwicklung beziehungsweise des Prototypenbaus an, andere den Start der Serienfertigung, wieder andere die Auslieferung der ersten Fahrzeuge an die Truppe oder die offizielle Indienststellung. Diese Zeitpunkte liegen mehrere Jahre auseinander und werden in Quellen oft nicht sauber unterschieden, weshalb sich die Bauzeit hier nicht auf ein einzelnes Jahr festlegen lässt.

Technik im Detail

Der Motor ist der interessanteste Punkt der Beschaffungsgeschichte. Die erste Baucharge des K2 erhielt einen wassergekühlten Zwölfzylinder-Dieselmotor deutscher Bauart, in Südkorea in Lizenz gefertigt vom koreanischen Unternehmen STX Engine, gekoppelt an ein Getriebe des deutschen Herstellers RENK. Ab der zweiten Baucharge ersetzte ein in Südkorea entwickelter Zwölfzylinder-Dieselmotor von Doosan Infracore, dem heutigen HD Hyundai Infracore, den importierten Antrieb. Beide Motoren werden mit derselben Leistung von 1.500 PS angegeben. Deshalb steht im Datenblatt oben die Leistungsangabe, aber keine einzelne Motorbezeichnung: Je nach Baujahr steckt ein anderer Motor im Fahrzeug. Das RENK-Getriebe läuft auch in der für Polen bestimmten Fertigung weiter, dazu mehr im Abschnitt Einsatz und Verbreitung.

Wie bei den meisten modernen Kampfpanzern bewegt sich der K2 auf einem Kettenlaufwerk: Ein Treibrad treibt die Gleiskette an, mehrere Laufrollen je Seite führen und tragen sie. Die Laufrollen sind über eine Drehstabfederung am Wannenboden aufgehängt, die Stöße beim Überfahren von Gelände abfedert.

Die Kanone ist eine 120-mm-Glattrohrkanone des Typs CN08 mit einer Rohrlänge von 55 Kalibern, eine koreanische Eigenentwicklung. Der Schutz besteht aus einer mehrschichtigen Verbundpanzerung aus Panzerstahl mit keramischen Elementen aus Siliziumkarbid, ergänzt durch aufgesetzte reaktive Panzerungsmodule. Angaben zu Wirkung oder Durchschlagsleistung gehören hier nicht dazu.

Varianten

Der K2 existiert in mehreren Ausführungen, die sich nach Zielgruppe und Entwicklungsstand unterscheiden.

  • K2 PIP (Product Improvement Program): eine Kampfwertsteigerung für die eigene Truppe, mit der Hyundai Rotem spätere Baulose technisch weiterentwickelt.
  • K2ME: eine für den Export in den Nahen Osten vorgesehene Ausführung mit angepasstem Ausstattungspaket.
  • K2EX: eine Exportversion, die auf Rüstungsmessen vorgestellt wurde.
  • K2PL: die für Polen lokalisierte Version, mit teilweiser Fertigung im Land selbst.

Alle vier Ausführungen behalten das Grundlayout des K2 bei: dieselbe Kanone, dieselbe Besatzungsstärke von drei Personen, dieselbe grundsätzliche Panzerungskonzeption. Unterschiede liegen vor allem bei Zusatzausstattung, Elektronik und, im Fall von K2PL, bei Fertigungsanteilen vor Ort. Von den vier Varianten hat K2PL die konkreteste öffentlich dokumentierte Bestell- und Fertigungsgeschichte, weil Polen als NATO- und EU-Mitglied die Beschaffung offenlegt.

Einsatz und Verbreitung

Der K2 steht bei den südkoreanischen Landstreitkräften im aktiven Dienst und bildet dort neben dem älteren K1 die schwerste Panzerkomponente. Eine belastbare Gesamtstückzahl für die südkoreanische Beschaffung liegt nicht in einheitlicher Form vor.

Der bislang einzige bestätigte Exportkunde ist Polen. Polen bestellte 2022 einen ersten Rahmenvertrag über K2-Kampfpanzer und erweiterte die Beschaffung seither mehrfach. Nach übereinstimmenden Angaben der Fachmedien esut.de und gefechtsklar.de, zwei voneinander unabhängigen Quellen, sieht der Rahmen inzwischen bis zu 1.000 K2 für Polen vor, überwiegend als lokalisierte Version K2PL. Am 11. Juli 2025 folgte eine weitere Bestellung über 180 Fahrzeuge, die zweite Tranche dieser Größenordnung nach einer ersten Bestellung von 2022.

Die polnische Fertigung läuft nur langsam an: Wegen begrenzter industrieller Kapazitäten baut der polnische Rüstungskonzern PGZ über seine Tochter Bumar-Łabędy zunächst rund 60 K2PL im eigenen Land, der übrige bestellte Bestand kommt direkt aus Südkorea. Auch für die polnische Fertigung liefert weiterhin der deutsche Hersteller RENK das Getriebe HSWL 295, hergestellt im RENK-Werk Augsburg. Der K2 verbindet damit koreanische, deutsche und polnische Industrie in einer gemeinsamen Lieferkette, ein Beispiel dafür, wie eng europäische und asiatische Rüstungsproduktion inzwischen verflochten sind.

Verbleib heute

Der K2 ist ein aktuelles, im Dienst befindliches Fahrzeug und deshalb bislang nicht in Museen zu sehen. Er steht im aktiven Bestand der südkoreanischen Streitkräfte und wird dort weiter ausgeliefert und modernisiert. In Polen befinden sich die ersten gelieferten Fahrzeuge im Aufbau der eigenen Panzertruppe, während die heimische Fertigung bei Bumar-Łabędy hochläuft. Weitere Exportinteressenten wurden in der Fachpresse genannt, ohne dass daraus bislang unterschriebene Verträge bekannt sind. In Deutschland steht kein K2 als Ausstellungsstück. Wer sich für das Fahrzeug aus der Nähe interessiert, ist derzeit auf Fachmessen und Herstellerunterlagen angewiesen, ein Besuch vor Ort ist nicht möglich.

Kann man einen K2 Black Panther selbst fahren?

Nein, dieses Modell steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Der K2 ist ein aktueller Kampfpanzer im aktiven Dienst zweier Streitkräfte, kein für Fahrveranstaltungen freigegebenes Fahrzeug.

Ein moderner schwerer Kampfpanzer mit Verbundpanzerung steht in Deutschland überhaupt nicht zum Fahren bereit. Buchbar sind ältere Kettenfahrzeuge, die zwar Kettenlaufwerk und Turmkanone teilen, sonst aber einer anderen Generation angehören. Welche Modelle das sind, zeigt das Panzerlexikon.

Verwandte Fahrzeuge

Direkter Vorgänger ist der koreanische K1 (Typ 88), der seit den 1980er Jahren im Dienst steht und weiterhin parallel zum K2 genutzt wird. Zur gleichen Fahrzeugklasse zählen weitere aktuelle Kampfpanzer, mit denen der K2 in Gewicht, Kanonenkaliber und Grundkonzept vergleichbar ist. Einen Überblick über alle bislang erfassten Modelle bietet das Panzerlexikon.

Häufige Fragen

Wie schwer ist der K2 Black Panther?

Das Gefechtsgewicht des K2 liegt bei 56 Tonnen. Damit gehört er zur oberen Gewichtsklasse aktueller Kampfpanzer, deutlich schwerer als sein Vorgänger K1. Ein Großteil des Gewichts entfällt auf die mehrschichtige Verbundpanzerung samt aufgesetzten reaktiven Panzerungsmodulen.

Wie schnell fährt der K2 Black Panther?

Die Höchstgeschwindigkeit auf befestigter Straße liegt bei 70 km/h. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 450 Kilometern an. Im Gelände liegen beide Werte in der Praxis niedriger als auf der Straße, konkrete Geländewerte sind nicht angegeben.

Welchen Motor hat der K2 Black Panther?

Das hängt vom Baujahr ab. Frühe Baulose liefen mit einem in Lizenz gefertigten deutschen Motor und deutschem Getriebe, spätere mit einem in Südkorea entwickelten Motor. Beide Antriebe werden mit derselben Leistung von 1.500 PS angegeben, weshalb sich der K2 nicht auf eine einzelne Motorbezeichnung festlegen lässt.

Wie viele K2 Black Panther wurden gebaut?

Eine belastbare Gesamtstückzahl für die südkoreanische Beschaffung liegt nicht vor. Bekannt ist die Exportbestellung Polens: Der Rahmenvertrag sieht bis zu 1.000 Fahrzeuge vor, überwiegend als lokalisierte Version K2PL, mit einer weiteren Bestellung über 180 Fahrzeuge im Juli 2025.

Kann man einen K2 Black Panther selbst fahren?

Nein. Der K2 steht in Deutschland nicht für Fahrveranstaltungen zur Verfügung, er ist aktives Wehrmaterial zweier Streitkräfte. Ein moderner Kampfpanzer vergleichbarer Gewichtsklasse ist ebenfalls nirgends buchbar; welche älteren Modelle bereitstehen, zeigt das Panzerlexikon dieser Seite.

Seit wann wird der K2 Black Panther gebaut?

Das lässt sich nicht auf ein Jahr festlegen. Quellen nennen je nach Zählweise den Beginn der Entwicklung, den Start der Serienfertigung oder die Auslieferung der ersten Fahrzeuge an die Truppe, und diese Zeitpunkte liegen mehrere Jahre auseinander.

Wo wird der K2 Black Panther heute eingesetzt?

Aktiv im Dienst steht er bei den südkoreanischen Landstreitkräften. Polen hat als bislang einziger Exportkunde eine Beschaffung von bis zu 1.000 Fahrzeugen vereinbart und baut parallel eine eigene Fertigung bei Bumar-Łabędy auf.