Der Merkava ist ein israelischer Kampfpanzer, dessen Grundausführung Mk1 zwischen 1979 und 1983 in Serie gebaut wurde. Technisch fällt vor allem eine Besonderheit auf: Der Motor sitzt vorn im Bug, nicht im Heck, wie es bei den meisten Kampfpanzern üblich ist. Diese Bauweise ist bei Kampfpanzern weltweit selten und prägt das gesamte Fahrzeugkonzept, von der Panzerungsanordnung bis zur Zugänglichkeit des Innenraums über das Heck. Mit vier Mann Besatzung zählt er zur üblichen Besatzungsgröße dieser Fahrzeugklasse. In Deutschland steht kein Merkava zum Selbstfahren zur Verfügung, die folgenden Daten und Erläuterungen beziehen sich ausschließlich auf die technische Auslegung der Grundausführung Mk1.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Kampfpanzer |
| Herkunftsland | Israel |
| Hersteller | keine Angabe |
| Bauzeit | 1979 bis 1983 |
| Stückzahl | 250 |
| Gefechtsgewicht | keine Angabe |
| Länge | keine Angabe |
| Breite | 3,70 m |
| Höhe | keine Angabe |
| Motor | V12-Dieselmotor AVDS-1790-6A (Teledyne Continental) |
| Leistung | 900 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | keine Angabe |
| Reichweite | keine Angabe |
| Besatzung | 4 |
| Hauptbewaffnung | 105-mm-Zugrohrkanone M68 (Lizenzbau des britischen L7) |
| Panzerung | Gegossener und geschweißter Stahl, mehrlagig als Schottpanzerung verbaut |
| Watfähigkeit | keine Angabe |
Mehrere Felder bleiben bewusst leer, weil sich die verfügbaren Quellen widersprechen. Zum Hersteller finden sich vier unterschiedliche Angaben: die staatliche Projektstelle MANTAK, Israel Military Industries in zwei leicht abweichenden Schreibweisen sowie eine Fertigungsstätte des israelischen Ordnance Corps. Beim Gefechtsgewicht reicht die Spanne der Quellen von 60 bis 63 Tonnen, bei der Höchstgeschwindigkeit von 46 bis 50 km/h. Auch Länge, Höhe und Reichweite werden uneinheitlich angegeben, teils vermutlich abhängig davon, ob die Kanone bei der Längenmessung mitgezählt wird. Auffällig ist zudem: Die deutschsprachige Wikipedia nennt für Länge, Höhe und Reichweite bei den Baureihen Mk1 bis Mk4 durchgehend identische Zahlen. Das spricht eher für einen pauschalen Infobox-Wert der gesamten Modellfamilie als für eine Mk1-spezifische Messung, weshalb diese drei Felder hier ebenfalls als ungeklärt gelten. Alle Angaben auf dieser Seite, auch die gesicherten, beziehen sich auf die Grundausführung Mk1. Zu den späteren Baureihen Mk2 bis Mk4 liegen auf dieser Seite keine eigenen Werte vor.
Entwicklungsgeschichte
Israel verfügte in den 1960er und 1970er Jahren über keine eigene Kampfpanzerproduktion und war auf importierte Fahrzeuge angewiesen. Das Verteidigungsministerium entschied sich für die Entwicklung eines im Land konstruierten und gefertigten Kampfpanzers, um von ausländischen Lieferungen unabhängiger zu werden. Die Leitung des Projekts übernahm der Panzeroffizier und Ingenieur Israel Tal, der die Konstruktionsphilosophie maßgeblich prägte.
Zentrale Vorgabe der Entwicklung war, sämtliche Bauteile und Konzepte dem Schutz der Besatzung unterzuordnen. Diese Prämisse unterschied den Merkava von den meisten zeitgenössischen Kampfpanzern, bei denen die Feuerkraft oder die Beweglichkeit im Vordergrund der Auslegung standen. Aus dieser Vorgabe leiten sich mehrere Konstruktionsentscheidungen ab, die bis heute als Alleinstellungsmerkmal des Fahrzeugs gelten, allen voran die vordere Motorposition. Die VDI nachrichten ordnen diese Konstruktionsentscheidung technikgeschichtlich ein.
Die Fertigung übernahm der staatliche Rüstungskonzern Israel Military Industries. Zahlreiche einheimische Zulieferbetriebe waren an der Produktion beteiligt, wodurch ein erheblicher Teil der Wertschöpfung im Land verblieb. Die Serienproduktion der Grundausführung Mk1 lief planmäßig von 1979 bis 1983, in diesem Zeitraum entstanden 250 Fahrzeuge.
Die Hauptbewaffnung, eine 105-mm-Kanone, war ein Lizenzbau der britischen L7-Kanone und damit keine Eigenentwicklung. Auch der Antrieb griff auf vorhandene Technik zurück: Der V12-Dieselmotor AVDS-1790 stammte aus einer Motorenfamilie, die bereits in anderen Fahrzeugen im Einsatz war. Neu war dagegen die Anordnung dieser Komponenten im Fahrzeug selbst.
Diese Kombination aus bewährten Einzelteilen und einer neu entworfenen Fahrzeugarchitektur war für ein Entwicklungsprojekt dieser Größenordnung ein bewusster Ansatz: Kanone und Motor mussten nicht eigens entwickelt werden, die eigentliche Ingenieursleistung lag in der Anordnung von Antrieb, Panzerung und Kampfraum zueinander. Dadurch ließ sich das Projekt mit überschaubarem technischem Risiko umsetzen, obwohl das Fahrzeugkonzept als Ganzes neu war. Die Serienfertigung lief nach der Entwicklungsphase ohne größere bekannte Verzögerungen an und hielt den vorgesehenen Zeitrahmen bis 1983 ein.
Technik im Detail
Namensgebend für das Konzept ist die vordere Motorposition: Statt im Heck sitzt der Antrieb im Bug des Fahrzeugs. Bei den meisten Kampfpanzern liegt der Motor hinten, beim Merkava schützt die vordere Anordnung die Besatzung, weil der Motorblock einen Teil der Fahrzeugfront zusätzlich abschirmt. Diese Anordnung hat eine weitere Folge: Das Heck bleibt frei für eine Ausstiegsluke, über die Besatzung und Ausrüstung ein- und aussteigen können, ohne das Fahrzeug über das Dach verlassen zu müssen.
Die Panzerung besteht aus gegossenem und geschweißtem Stahl, der in mehreren Lagen mit Abstand zueinander verbaut ist, einer sogenannten Schottbauweise. Zwischen den äußeren und inneren Panzerplatten sitzen Kraftstofftanks, die als zusätzliche Distanzschicht wirken. Eine Quelle nennt für den Merkava außerdem eine Wattiefe von 1,38 Metern; da nur diese eine Quelle den Wert führt, gilt er nicht als gesichert.
Das Laufwerk arbeitet mit einem klassischen Kettenlaufwerk: Ein Treibrad treibt die Gleiskette an, mehrere Laufrollen je Seite tragen das Fahrzeuggewicht und führen die Kette. Gefedert sind die Laufrollen über eine Drehstabfederung, bei der ein im Wanneninneren verlaufender Torsionsstab die Federkraft aufnimmt statt einer außenliegenden Schraubenfeder. Das gesamte Kettenlaufwerk ist so ausgelegt, dass es zusätzliches Gewicht durch die Panzerungslösung im Bug und an den Seiten tragen kann.
Der Turm wird elektrohydraulisch bewegt. Die hydraulischen Bauteile liegen dabei außerhalb des eigentlichen Kampfraums, um im Innenraum das Risiko durch auslaufende Hydraulikflüssigkeit zu verringern. Die Hauptbewaffnung, eine 105-mm-Zugrohrkanone vom Typ M68, ist ein Lizenzbau der britischen L7-Kanone und wird ausschließlich als Typbezeichnung geführt.
Varianten
Auf die Grundausführung Mk1 folgten mit Mk2, Mk3 und Mk4 drei weitere Baureihen, die jeweils als Kampfwertsteigerungen der ursprünglichen Konstruktion entstanden. Abgebildet wird hier ausschließlich der Mk1, eigene Kennwerte zu Mk2 bis Mk4 liegen nicht vor. Ein Hinweis zur Datenlage: Mehrere Quellen, darunter die deutschsprachige Wikipedia, führen für Länge, Höhe und Reichweite über alle vier Baureihen hinweg identische Zahlen. Das deutet eher auf einen für die gesamte Modellfamilie übernommenen Infobox-Wert hin als auf eine für jede Baureihe eigens erhobene Messung. Aus diesem Grund wurden diese drei Felder auf dieser Seite nicht als gesicherte Mk1-Werte übernommen, sondern als offene Punkte behandelt.
Als direkter Nachfolger der Grundausführung gilt der Merkava Mk2. Zu dessen technischen Details gibt es hier keine Angaben, der Fokus liegt ausdrücklich auf dem Mk1.
Kampfwertsteigerungen sind bei Kampfpanzern allgemein üblich: Ein bestehendes Grundfahrzeug wird über Jahrzehnte in Teilbereichen erneuert, etwa bei Panzerung, Optik, Antrieb oder Elektronik, ohne die Fahrzeugarchitektur grundlegend zu ändern. Belastbare Einzelwerte zu diesen Änderungen bei Mk2 bis Mk4 liegen hier nicht vor. Wer eine spätere Baureihe sucht, findet dazu möglicherweise eine eigene Seite im Fahrzeugkatalog, sobald sie dort veröffentlicht ist.
Einsatz und Verbreitung
Der Merkava wird ausschließlich von den israelischen Streitkräften genutzt, ein Export an andere Staaten ist für die Grundausführung Mk1 nicht belegt. Von 1979 bis 1983 entstanden 250 Fahrzeuge dieser Baureihe. Der Merkava war damit der erste im Land selbst entworfene und gefertigte Kampfpanzer Israels und löste in der Panzertruppe Fahrzeuge ab, die zuvor importiert oder aus importierten Fahrgestellen umgerüstet worden waren.
Mit der Einführung der Nachfolgebaureihen Mk2, Mk3 und Mk4 verschob sich der Schwerpunkt der Fertigung schrittweise auf die jeweils aktuelle Baureihe. Innerhalb der israelischen Landstreitkräfte ist der Merkava als Kampfpanzer eigener Bauart geführt, getrennt von den zuvor genutzten, ursprünglich importierten Fahrzeugtypen. Die Fertigung in Israel bedeutete auch, dass Ersatzteile, Wartung und spätere Umbauten nicht mehr von ausländischen Herstellern abhingen, sondern im Land selbst organisiert werden konnten.
Zu Fragen der taktischen Verwendung, zu einzelnen Einsätzen oder zu einer Bewertung militärischer Leistungen gibt es hier bewusst keine Angaben. Sie beschränkt sich ausdrücklich auf Fahrzeugtechnik, Beschaffung und die organisatorische Einordnung als Standardfahrzeug der israelischen Panzertruppe.
Verbleib heute
Zum aktuellen Bestand einzelner Merkava-Mk1-Fahrzeuge, etwa in Museen oder als Denkmalfahrzeuge, liegen keine belastbaren, doppelt bestätigten Angaben vor. Die israelischen Streitkräfte setzen weiterhin Fahrzeuge der Merkava-Familie ein, mittlerweile überwiegend spätere Baureihen. In Deutschland ist kein Merkava öffentlich zugänglich ausgestellt, weder als Museumsfahrzeug noch bei einem der hier gelisteten Anbieter.
Es gilt hier die gleiche Regel wie beim Datenblatt: Eine nicht gegengeprüfte Quellenangabe gilt nicht als gesicherte Tatsache. Genauere Angaben zum heutigen Bestand werden nachgetragen, sobald zwei unabhängige Quellen vorliegen.
Kann man einen Merkava selbst fahren?
Nein, ein Merkava steht in Deutschland aktuell nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Unter den hier gelisteten fahrbaren Modellen gibt es derzeit kein Fahrzeug, das in Herkunft und Bauweise unmittelbar mit dem Merkava vergleichbar wäre. Eine Übersicht aller derzeit fahrbaren Kampfpanzer und weiterer Modelle finden Sie im Fahrzeugkatalog.
Verwandte Fahrzeuge
Weitere Kampfpanzer mit eigenem Datenblatt, darunter auch der Nachfolger Merkava Mk2, sobald er als eigene Seite vorliegt, finden Sie im Fahrzeugkatalog von panzerfahren.de. Dort lassen sich Modelle nach Herkunftsland, Typ und Bauzeit filtern.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Merkava?
Für das Gefechtsgewicht gibt es keine einheitliche Angabe. Die Quellen schwanken zwischen 60 und 63 Tonnen für die Grundausführung Mk1. Weil sich die Werte nicht in Deckung bringen lassen, führt das Datenblatt dieser Seite kein Gefechtsgewicht, sondern nennt hier nur die Bandbreite der vorliegenden Zahlen.
Wie schnell fährt ein Merkava?
Auch bei der Höchstgeschwindigkeit weichen die Quellen voneinander ab: Sie reichen von 46 bis 50 km/h für die Grundausführung Mk1. Woher der Unterschied stammt, etwa unterschiedliche Messbedingungen auf Straße oder im Gelände, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht sicher rekonstruieren. Deshalb zeigt das Datenblatt keine Angabe, statt eine der Zahlen auszuwählen.
Wie viele Merkava wurden gebaut?
Von der Grundausführung Mk1 entstanden zwischen 1979 und 1983 insgesamt 250 Fahrzeuge. Das ist die einzige Stückzahl, die als gesichert gilt. Zahlen zu den späteren Baureihen Mk2, Mk3 und Mk4 liegen hier nicht vor, weil sich die Darstellung ausdrücklich auf die Grundausführung beschränkt und diese Baureihen nicht eigens geprüft wurden.
Wer stellt den Merkava her?
Auch hierzu widersprechen sich die Quellen: Genannt werden die israelische Projektstelle MANTAK, der Rüstungskonzern Israel Military Industries in zwei unterschiedlichen Schreibweisen sowie eine Fertigungsstätte des israelischen Ordnance Corps. Da vier Quellen vier verschiedene Formulierungen liefern und sich keine davon als eindeutig richtig belegen lässt, führt das Datenblatt dieser Seite keinen einzelnen Herstellernamen.
Kann man einen Merkava in Deutschland selbst fahren?
Nein. Der Merkava steht bei keinem der hier gelisteten Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung, weder als Mk1 noch als eine der späteren Baureihen. Der Fahrzeugkatalog der Website listet ausschließlich Modelle, die an einem deutschen Standort tatsächlich buchbar sind, mit Angabe des jeweiligen Anbieters.
Wie lang und wie hoch ist ein Merkava?
Für beide Maße liegt keine gesicherte Angabe vor. Die Quellen weichen deutlich voneinander ab, und mehrere von ihnen, darunter die deutschsprachige Wikipedia, nennen für alle Baureihen von Mk1 bis Mk4 dieselben Zahlen, was eher für einen pauschalen Sammelwert als für eine Mk1-spezifische Messung spricht.
Welche Kanone hat der Merkava?
Die Grundausführung Mk1 trägt eine 105-mm-Zugrohrkanone vom Typ M68, einen Lizenzbau der britischen L7-Kanone. Die Kanone ist gezogen, also mit Innendrall versehen, keine Glattrohrkanone. Angaben zu Munitionswirkung, Durchschlagsleistung oder Zielverfahren fehlen hier grundsätzlich, genannt wird ausschließlich der Kanonentyp als technische Bezeichnung.