Der Panzerkampfwagen V Panther war ein deutscher Kampfpanzer des Zweiten Weltkriegs. Die Wehrmacht entwickelte ihn als Reaktion auf den sowjetischen Panzer T-34, den deutsche Truppen 1941 erstmals in größerer Zahl antrafen. Die Besatzung bestand aus fünf Mann, angetrieben wurde das Fahrzeug von einem Maybach HL 230 P30, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 55 Kilometern pro Stunde. Bewaffnet war der Panther mit einer 7,5-cm-KwK 42 L/70.
Zu mehreren Kennwerten gibt es keine einheitliche Zahl, darunter Hersteller, Bauzeit, Gefechtsgewicht und Leistung. Wo die Angaben auseinandergehen, stehen sie im Text mit der jeweiligen Zuschreibung statt im Datenblatt.
Der Panther steht in Deutschland heute nicht zum Selbstfahren zur Verfügung.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Kampfpanzer |
| Herkunftsland | Deutsches Reich |
| Motor | Maybach HL 230 P30 |
| Höchstgeschwindigkeit | 55 km/h |
| Besatzung | 5 |
| Hauptbewaffnung | 7,5-cm-KwK 42 L/70 |
Die Werte der Tabelle gelten für die Ausführung G (Sd.Kfz. 171). Hersteller, Bauzeit, Stückzahl, Gefechtsgewicht, Länge, Breite, Höhe, Leistung, Reichweite, Panzerung und Watfähigkeit fehlen dort, weil die Angaben dazu entweder auseinandergehen oder nur aus einer einzigen Quelle stammen. Sie stehen stattdessen im Text, jeweils mit der Zuschreibung, aus der sie kommen.
Zu Länge, Breite, Höhe, Reichweite und Watfähigkeit nennt jeweils nur eine Quelle einen Wert: 8,86 Meter Länge, 3,27 Meter Breite (mit Seitenschürzen 3,42 Meter), 2,99 Meter Höhe, 200 Kilometer Reichweite auf Straßen (100 im Gelände) und 1,9 Meter Watfähigkeit.
Entwicklungsgeschichte
Die Entwicklung des Panther geht auf die Erfahrungen der Wehrmacht nach dem Überfall auf die Sowjetunion 1941 zurück. Deutsche Truppen trafen dort auf den Panzer T-34, dessen Konstruktion den vorhandenen deutschen Panzern und Panzerabwehrwaffen Probleme bereitete. Das Heereswaffenamt gab daraufhin die Entwicklung eines neuen mittleren Panzers in Auftrag.
Zwei Hersteller bewarben sich um den Auftrag. Daimler-Benz legte einen Entwurf vor, der sich eng an der äußeren Form des T-34 orientierte. MAN entwickelte einen eigenständigen Entwurf mit deutscher Fahrwerks- und Antriebstechnik. Eine Kommission entschied sich für den Entwurf von MAN, unter anderem wegen des größeren Aktionsradius und der aus ihrer Sicht besseren Waffenplattform. Der zunächst bei Daimler-Benz vorgesehene Bauauftrag wurde daraufhin storniert.
Als beteiligte Hersteller der Serienfertigung werden MAN, Daimler-Benz und die Maschinenfabrik Niedersachsen-Hannover (M.N.H.) genannt. Das M.N.H.-Werk in Hannover taucht auch bei zwei Museen auf, dem Kriegsmuseum Overloon und dem Tank Museum in Bovington, jeweils im Zusammenhang mit dort gefertigten oder fertiggestellten Fahrzeugen.
Für die Ausführung G nennt eine Quelle als Bauzeit März 1944 bis April 1945. Ein einzelnes erhaltenes Fahrzeug in Overloon wurde nach Angabe des Museums im August 1944 montiert, was diesen Zeitraum stützt, ohne ihn insgesamt zu bestätigen.
Der erste Fronteinsatz erfolgte 1943 im Raum Kursk. Von einer geplanten Leistung von 700 PS berichtet eine einzelne Quelle, bezogen ausdrücklich auf die Ausführung A. Da Besatzung, Gewicht und weitere Kennwerte laut einer Vergleichstabelle bei den Ausführungen D, A und G identisch waren, dürfte dieser Wert auch für die Ausführung G gelten, eigens bestätigt ist er für sie aber nicht.
Technik im Detail
Der Panther nutzte ein Kettenlaufwerk mit ineinandergreifenden Laufrollen, eine Bauweise, die die Last gleichmäßiger auf den Untergrund verteilte als bei vielen anderen Panzern der Zeit. Jede Laufrolle war einzeln über eine Drehstabfederung aufgehängt, das ermöglichte gegenüber älteren Federungssystemen einen ruhigeren Lauf im Gelände. Angetrieben wurde die Gleiskette über ein vorne liegendes Treibrad, hinten lief sie über ein Leitrad.
Auffälligstes Konstruktionsmerkmal war die stark geneigte Frontpanzerung der Wanne. Eine geneigte Platte erhöht die Materialstärke, die ein auftreffendes Geschoss durchqueren muss, ohne dass das Fahrzeuggewicht im gleichen Maß steigt wie bei einer senkrechten Platte gleicher Schutzwirkung. Zu den genauen Panzerungswerten der Ausführung G liegt eine einzelne differenzierte Angabe vor: Turmblende und Turmfront werden mit 100 Millimetern angegeben, die Fahrerfront der Wanne mit 80 Millimetern, Wannenbug und obere Wannenseite mit jeweils 50 Millimetern, Turmseiten und Turmheck mit 45 Millimetern, untere Wannenseite und Wannenheck mit 40 Millimetern, das Turmdach mit 16 Millimetern. Eine zweite Quelle nennt für den Panther nur einen einzelnen Sammelwert von 80 Millimetern ohne Zuordnung zu einem Bauteil oder zu einer Ausführung, das entspricht ungefähr der Fahrerfront und nicht dem stärksten Wert am Fahrzeug. Beide Angaben widersprechen sich damit nicht zwangsläufig, sie beschreiben aber erkennbar unterschiedliche Stellen der Panzerung.
Der Motor saß im Heck, das Getriebe und das Lenkgetriebe dagegen vorne im Fahrzeug, verbunden über eine lange Kardanwelle, die durch den Kampfraum lief. Diese Anordnung war bei deutschen Panzern dieser Zeit üblich, sie machte Wartungsarbeiten am Antriebsstrang aber aufwendig, weil dafür oft der Kampfraum geöffnet werden musste.
Von der Ausführung D über A bis G gab es mehrere Kampfwertsteigerungen: unter anderem eine massivere Turmblende, geänderte Beobachtungsoptiken und Anpassungen am Wannenbug.
Varianten
Auf dem Fahrgestell des Panther entstanden mehrere Sonderfahrzeuge. Eine Quelle nennt dazu den Bergepanther, ein Bergefahrzeug ohne Turm für den Abtransport beschädigter Panzer, den Jagdpanther, eine Selbstfahrlafette mit fest eingebauter Kanone anstelle eines drehbaren Turms, sowie den Panzerbefehlswagen Panther mit zusätzlicher Funkausstattung anstelle eines Teils der Munition.
Innerhalb der Baureihe des Kampfpanzers selbst gab es nacheinander die Ausführungen D, A und G. Die Werte auf dieser Seite gelten für die Ausführung G. Laut einer Vergleichstabelle unterschieden sich Besatzung, Gefechtsgewicht, Länge, Breite, Höhe, Motortyp, Leistung, Höchstgeschwindigkeit, Reichweite, Watfähigkeit und die Hauptbewaffnung zwischen den drei Ausführungen nicht. Ausführungsabhängig waren dagegen Bauzeit, Stückzahl, Munitionsvorrat und einzelne Panzerungswerte an der Wanne.
Eine geplante Ausführung F mit kleinerem Turm, in Quellen als Schmalturm bezeichnet, kam laut einer Quelle nicht mehr in die Serienfertigung. Als Nachfolger war der Panther II vorgesehen, ebenfalls ein Projekt, das nicht in Serie ging.
Die Ausführung G war nach den genannten Stückzahlen die meistgebaute der drei. Von ihr steht im Kriegsmuseum Overloon ein Exemplar mit Fahrgestellnummer und Angaben zur Fertigung.
Einsatz und Verbreitung
Der Panther stand ab 1943 bei der Wehrmacht im Einsatz. Der erste Fronteinsatz erfolgte im Raum Kursk. Danach kam das Fahrzeug an der Ostfront, in Italien und, nach der alliierten Landung in Nordwesteuropa, auch an der Westfront zum Einsatz, bis die Fertigung der Ausführung G im April 1945 endete.
Der Panther war Teil der Panzerwaffe der Wehrmacht im deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieg, vor allem an der Ostfront. Dort ging die deutsche Kriegführung mit systematischen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und gegen Kriegsgefangene einher, das schließt die mit dem Panther ausgerüsteten Einheiten ein.
Zur Stückzahl schwanken die Angaben deutlich. Eine Quelle nennt für die Ausführung G im Zeitraum März 1944 bis April 1945 insgesamt 2953 neu gebaute Fahrzeuge, für alle Ausführungen zusammen rund 6000, davon 842 der Ausführung D und 2192 der Ausführung A. Das Tank Museum in Bovington nennt dagegen 3694 gebaute Fahrzeuge insgesamt, ohne anzugeben, ob nur Kampfpanzer gezählt wurden oder auch Fahrgestelle, die zu Jagdpanthern umgebaut wurden. Die beiden Zahlen beruhen erkennbar auf unterschiedlichen Zählweisen und sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Auch beim Gefechtsgewicht weichen die Quellen voneinander ab: Eine Vergleichstabelle nennt 44,8 Tonnen für alle drei Ausführungen gleichermaßen, das Tank Museum Bovington rundet auf 44 Tonnen ohne Angabe der Ausführung, das Museum der gepanzerten Fahrzeuge in Saumur nennt für die Ausführung A ausdrücklich 45,7 Tonnen. Da die Ausführungen laut der Vergleichstabelle beim Gewicht gleich sein sollen, bleibt offen, worauf der höhere Wert aus Saumur zurückgeht.
Verbleib heute
Erhaltene Panther stehen heute in mehreren Museen. Das Kriegsmuseum in Overloon (Niederlande) zeigt mit der Fahrgestellnummer 128427 ein Fahrzeug, das laut Museumsangabe im August 1944 im Werk der Maschinenfabrik Niedersachsen-Hannover in Hannover montiert wurde. Das Panzermuseum Munster führt in seiner Liste der Großexponate einen Panzerkampfwagen V Panther der Ausführung A, allerdings ohne technische Einzeldaten zu diesem Fahrzeug. Das Tank Museum in Bovington in Großbritannien besitzt ein Exemplar, das nach Kriegsende unter britischer Aufsicht im Werk Hannover fertiggestellt wurde.
Aktive Streitkräfte nutzen den Panther nicht mehr. Das Fahrzeug ist ausschließlich als Museums- und Sammlungsstück erhalten, öffentlich bekannte fahrfähige Exemplare gibt es nicht.
Kann man einen Panzerkampfwagen V Panther selbst fahren?
Nein, der Panzerkampfwagen V Panther steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Historische Wehrmachtsfahrzeuge dieser Art werden hierzulande grundsätzlich nicht für Selbstfahrer angeboten. Wer selbst hinter dem Steuer eines Kettenfahrzeugs sitzen möchte, findet eine Übersicht der tatsächlich fahrbaren Modelle im Fahrzeugverzeichnis von panzerfahren.de.
Verwandte Fahrzeuge
Zum Panther gehören mehrere Fahrzeuge auf demselben Fahrgestell: der Bergepanther, der Jagdpanther und der Panzerbefehlswagen Panther. Eine Übersicht aller erfassten Kampfpanzer und ihrer Sonderfahrzeuge bietet das Fahrzeugverzeichnis von panzerfahren.de.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Panzerkampfwagen V Panther?
Zum Gefechtsgewicht gibt es keine einheitliche Angabe. Die Werte liegen zwischen 44 und 45,7 Tonnen, je nach Quelle und je nachdem, ob sich die Angabe auf die Ausführung A oder G bezieht. Eine einzelne gesicherte Zahl für die Ausführung G gibt es damit nicht.
Wie schnell fährt ein Panzerkampfwagen V Panther?
Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 55 Kilometern pro Stunde. Dieser Wert gilt laut einer Vergleichstabelle gleichermaßen für die Ausführungen D, A und G und unterschied sich über die gesamte Bauzeit der Baureihe nicht. Der Antrieb erfolgte über einen Maybach-Motor HL 230 P30.
Wie viele Panzerkampfwagen V Panther wurden gebaut?
Zur Stückzahl schwanken die Angaben. Eine Quelle nennt 2953 neu gebaute Fahrzeuge der Ausführung G zwischen März 1944 und April 1945, eine andere insgesamt 3694 gebaute Fahrzeuge ohne nähere Angabe zur Zählweise. Beide Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Zählgrundlagen und sind nicht direkt vergleichbar.
Kann man einen Panzerkampfwagen V Panther selbst fahren?
Nein. In Deutschland steht kein Panzerkampfwagen V Panther für Selbstfahrer zur Verfügung. Historische Wehrmachtsfahrzeuge dieser Art werden generell nicht zum Selbstfahren angeboten, das gilt für alle Ausführungen des Panther gleichermaßen. Eine Übersicht tatsächlich fahrbarer Modelle mit Standorten, Anbietern und Preisspannen bietet das Fahrzeugverzeichnis von panzerfahren.de.
Wo steht heute ein Panzerkampfwagen V Panther?
Erhaltene Fahrzeuge stehen unter anderem im Kriegsmuseum Overloon in den Niederlanden, im Panzermuseum Munster und im Tank Museum in Bovington in Großbritannien. Aktive Streitkräfte setzen den Panther nicht mehr ein, er ist ausschließlich als Museumsstück erhalten. Fahrfähige Exemplare sind öffentlich nicht bekannt.
Welche Besatzung hatte ein Panzerkampfwagen V Panther?
Die Besatzung bestand aus fünf Personen. Dieser Wert gilt für die Ausführungen D, A und G gleichermaßen, er unterschied sich über die gesamte Baureihe nicht. Wie sich die fünf Plätze im Einzelnen verteilten, ist in den genannten Quellen nicht aufgeschlüsselt.
Welche Hauptbewaffnung hatte der Panzerkampfwagen V Panther?
Der Panther war mit einer 7,5-cm-KwK 42 L/70 bewaffnet. Das ist die reine Typbezeichnung, Angaben zur Wirkung dieser Waffe gehören nicht zu einer Fahrzeugbeschreibung.