
Der Pionierpanzer 2 Dachs ist ein gepanzertes Baufahrzeug der Bundeswehr für die Pioniertruppe. Er entstand ab Ende der 1980er Jahre durch Umbau vorhandener Fahrzeuge auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Leopard 1 und löste den älteren Pionierpanzer 1 ab. Statt Kanone und Turm trägt der Dachs einen hydraulischen Baggerarm, ein Räumschild und eine Bergewinde. Damit räumt er Hindernisse, hebt Deckungslöcher aus und bereitet Übergänge vor, wo Pioniere sonst von Hand arbeiten müssten. Die Konstruktion geht auf Maschinenbau Kiel (MaK) zurück, seit 1992 Teil von Rheinmetall Landsysteme. In Deutschland steht der Pionierpanzer 2 Dachs nicht zum Selbstfahren zur Verfügung, weiter unten erfahren Sie, welches verwandte Fahrzeug dafür infrage kommt.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Pionierpanzer |
| Herkunftsland | Deutschland |
| Hersteller | Maschinenbau Kiel (MaK), seit 1992 Rheinmetall Landsysteme |
| Bauzeit | keine Angabe |
| Stückzahl | 140 |
| Gefechtsgewicht | 43 t |
| Länge | keine Angabe |
| Breite | keine Angabe |
| Höhe | keine Angabe |
| Motor | keine Angabe |
| Leistung | 830 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 62 km/h |
| Reichweite | keine Angabe |
| Besatzung | 3 |
| Hauptbewaffnung | keine Angabe |
| Panzerung | keine Angabe |
| Watfähigkeit | 4 m |
Entwicklungsgeschichte
Die Bundeswehr suchte seit den frühen 1980er Jahren nach einem gepanzerten Arbeitsfahrzeug für die Pioniertruppe. Ein früherer Ansatz für eine eigens konstruierte gepanzerte Pioniermaschine wurde nicht weiterverfolgt. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung entschied sich stattdessen für den wirtschaftlicheren Weg: den Umbau bereits vorhandener Fahrzeuge auf dem Leopard-1-Fahrgestell zu einem neuen Pioniergerät. Mit der Umsetzung wurde Maschinenbau Kiel (MaK) beauftragt, ein Werk mit Erfahrung im Bau gepanzerter Kettenfahrzeuge.
Anstelle eines Krans, wie ihn frühere Bergefahrzeuge trugen, erhielt der neue Pionierpanzer einen Teleskop-Baggerarm mit Löffel. Diese Bauweise erlaubte präziseres Arbeiten beim Ausheben von Gräben und beim Räumen von Hindernissen als ein reiner Kran. Ergänzt wurde das Fahrzeug um ein vorn angebrachtes Räumschild und eine Seilwinde für Bergearbeiten.
Eine Quelle nennt als Zeitraum der Umrüstung die Jahre 1988 bis 1990, mit Übergabe des ersten Serienfahrzeugs am 13. April 1989. Der neue Pionierpanzer erhielt die Bezeichnung Pionierpanzer 2, um ihn vom älteren Pionierpanzer 1 zu unterscheiden, den er im Bestand der Bundeswehr ablöste. Insgesamt wurden 140 Fahrzeuge dieses Typs gefertigt.
Die Beschaffung fiel in eine Zeit, in der die Bundeswehr ihre Pioniertruppe konsequent auf gepanzerte, geländegängige Technik umstellte. Ein ungeschütztes Baufahrzeug im Gefechtsfeld hätte die Besatzung einem Risiko ausgesetzt, das ein gepanzertes Fahrgestell verringerte. Der Rückgriff auf die Leopard-1-Basis senkte zugleich die Kosten, weil Antrieb, Laufwerk und Ersatzteile bei der Bundeswehr bereits eingeführt waren.
Technik im Detail
Der Pionierpanzer 2 Dachs teilt Antrieb, Kettenlaufwerk und Federung mit dem Kampfpanzer Leopard 1, dessen Fahrgestell als Basis diente. Das Laufwerk mit Laufrollen und vorn liegendem Treibrad sorgt für die Geländegängigkeit, wenn der Dachs abseits befestigter Wege eingesetzt wird. Die Drehstabfederung dämpft Stöße auf unebenem Untergrund und erlaubt trotz des Fahrzeuggewichts eine vergleichsweise ruhige Fahrt. Die Gleiskette selbst stammt in Bauart und Breite von der Leopard-1-Familie.
Eine Quelle nennt als Antrieb einen Zehnzylinder-Vielstoffmotor von MTU mit der Bezeichnung MB 838 CaM-500. Motoren dieser Bauart können neben Diesel auch andere Kraftstoffe verbrennen, was die Versorgung im Feldeinsatz vereinfacht. Die Leistung liegt bei 830 PS, womit der Dachs trotz seines Gefechtsgewichts von 43 Tonnen ausreichend Reserven für den gleichzeitigen Betrieb von Baggerarm und Winde hat.
Das eigentliche Arbeitsgerät sitzt vorn und hinten am Fahrzeug: ein hydraulisch betriebener Teleskop-Baggerarm mit Löffel für Aushub- und Räumarbeiten, ein klappbares Räumschild zum Planieren und Beseitigen von Hindernissen sowie eine Seilwinde zum Bergen liegengebliebener oder beschädigter Fahrzeuge. Diese drei Arbeitsgeräte machen aus dem gepanzerten Fahrgestell ein bewegliches Baufahrzeug, das seine Aufgaben unter Panzerschutz erledigen kann, statt die Besatzung mit Handwerkzeug im offenen Gelände einzusetzen.
Zu Länge, Breite, Höhe und Reichweite gibt es jeweils nur eine Quelle: Sie nennt 8,93 Meter Länge, 3,25 Meter Breite und 2,57 Meter Höhe, dieselbe Quelle beziffert die Reichweite auf rund 500 Kilometer.
Varianten
Die Serienausführung trägt die Bezeichnung Pionierpanzer 2A1. Sie entstand aus dem Umbau vorhandener Fahrzeuge auf dem Leopard-1-Fahrgestell, nicht aus einer Neukonstruktion. Weitere Bau- oder Kampfwertsteigerungsstufen des Dachs sind nicht bekannt.
Die kanadischen Streitkräfte betreiben ein eng verwandtes Fahrzeug unter der Bezeichnung Badger Armoured Engineer Vehicle (AEV). Es beruht auf demselben Grundkonzept, unterscheidet sich in der Ausstattung aber von der deutschen Version. Technische Angaben zum Badger AEV lassen sich deshalb nicht auf den Pionierpanzer 2 Dachs übertragen, beschrieben wird hier ausschließlich die deutsche Ausführung.
Kampfwertsteigerungen im engeren Sinn spielten beim Dachs keine große Rolle. Die Bundeswehr richtete die Weiterentwicklung stattdessen auf den Nachfolger Pionierpanzer 3 Kodiak aus. Größere Modernisierungsstufen des Dachs selbst sind aus den vorliegenden Daten nicht ersichtlich.
Einsatz und Verbreitung
Der Pionierpanzer 2 Dachs steht bei der Pioniertruppe des Heeres im Einsatz. Er unterstützt Kampftruppen und Kampfunterstützungstruppen bei Erdarbeiten, dem Räumen von Hindernissen und der Instandsetzung von Verkehrswegen im Gelände. Zum Aufgabenspektrum gehört außerdem das Herstellen von Zu- und Abfahrten an Wasserhindernissen sowie das Bergen liegengebliebener Fahrzeuge.
Von den 140 gefertigten Fahrzeugen steht ein Teil bis heute im aktiven Bestand der Bundeswehr, ein anderer Teil wurde im Lauf der Nutzungszeit ausgesondert. Eine genaue aktuelle Bestandszahl ist nicht bekannt.
Der Nachfolger ist bereits beschafft. Im Mai 2021 vergab das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Auftrag über 44 Pionierpanzer 3 Kodiak an Rheinmetall. Ab 2023 lösen diese Fahrzeuge den Dachs schrittweise ab. Der Kodiak basiert auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Leopard 2A7V und bietet nach Angaben des Beschaffungsamts einen deutlich verbesserten Schutz bei vergleichbarer Beweglichkeit.
Der Dachs bleibt während der laufenden Umstellung im Dienst, während die Bundeswehr Truppenteil für Truppenteil auf das Nachfolgemodell wechselt. Eine militärische Bewertung von Einsätzen findet hier nicht statt, die Darstellung beschränkt sich auf Aufgabe, Ausstattung und Beschaffungsstand.
Verbleib heute
Der Pionierpanzer 2 Dachs ist weiterhin im Bestand der Bundeswehr zu finden, mit sinkender Stückzahl, während der Pionierpanzer 3 Kodiak zuläuft. Nach dem Ende der Nutzungszeit werden ausgemusterte Fahrzeuge üblicherweise für Ersatzteile verwertet oder einzeln an Museen und Sammlungen abgegeben.
Wo erhaltene Dachs-Fahrzeuge heute in Museen oder Sammlungen stehen, ist nicht bekannt. Wer sich für Bundeswehr-Technik dieser Generation interessiert, findet einen Überblick über Fahrzeugtypen im Fahrzeugkatalog von panzerfahren.de.
Kann man einen Pionierpanzer 2 Dachs selbst fahren?
Nein, dieses Modell steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Der Dachs ist ein aktives Dienstfahrzeug der Bundeswehr und wird nicht an private Fahrveranstalter abgegeben.
Wer einen Eindruck vom Fahrverhalten bekommen möchte, findet die nächste Annäherung beim Leopard 1: Der Dachs teilt mit ihm Fahrgestell, Antrieb und Laufwerk, nur der Aufbau wurde für die Pionieraufgabe umgebaut. Eine eigene Fahrzeugseite zum Leopard 1 gibt es hier mit weiteren technischen Hintergründen zu Motor und Laufwerk dieser Fahrzeugfamilie. Werte des Leopard 1 lassen sich wegen des umgebauten Aufbaus aber nicht direkt auf den Dachs übertragen.
Verwandte Fahrzeuge
Der Pionierpanzer 1 ist der Vorgänger des Dachs, der Pionierpanzer 3 Kodiak sein Nachfolger im Bestand der Bundeswehr. Beide gehören wie der Dachs zur Familie der gepanzerten Pioniermaschinen. Eine Übersicht über weitere Fahrzeuge finden Sie im Fahrzeugkatalog von panzerfahren.de.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Pionierpanzer 2 Dachs?
Das Gefechtsgewicht des Pionierpanzer 2 Dachs liegt bei 43 Tonnen. Damit ist er leichter als ein vollausgestatteter Kampfpanzer der Leopard-1-Familie, weil ihm Turm und Hauptbewaffnung fehlen. Das Gewicht verteilt sich auf Fahrgestell, Panzerung, Baggerarm, Räumschild und Winde, die zusammen die Arbeitsausstattung des Fahrzeugs bilden.
Wie schnell fährt der Pionierpanzer 2 Dachs?
Die Höchstgeschwindigkeit des Pionierpanzer 2 Dachs beträgt 62 Kilometer pro Stunde auf befestigter Straße. Im Gelände liegt das Tempo deutlich niedriger und hängt stark vom Untergrund ab. Der 830 PS starke Motor liefert dafür ausreichend Leistung, auch wenn Baggerarm oder Winde gleichzeitig genutzt werden.
Wie viele Pionierpanzer 2 Dachs wurden gebaut?
Eine Quelle nennt für die Umrüstung den Zeitraum 1988 bis 1990. In dieser Zeit entstanden insgesamt 140 Fahrzeuge des Typs, aus dem Umbau vorhandener Fahrzeuge auf dem Leopard-1-Fahrgestell. Sie ersetzten den älteren Pionierpanzer 1 im Bestand der Bundeswehr.
Wie groß ist die Besatzung eines Pionierpanzer 2 Dachs?
Der Pionierpanzer 2 Dachs wird von drei Soldaten besetzt. Sie teilen sich das Fahren, die Bedienung des Baggerarms und die übrigen Pionieraufgaben am Fahrzeug. Damit kommt der Dachs mit deutlich weniger Besatzung aus als ein Kampfpanzer mit eigener Turmbesatzung.
Welche Watfähigkeit hat der Pionierpanzer 2 Dachs?
Der Pionierpanzer 2 Dachs kann Gewässer bis zu einer Tiefe von 4 Metern durchqueren, ohne dass eine Fährverbindung oder Brücke nötig ist. Diese Watfähigkeit passt zu seiner Aufgabe, Übergänge an Wasserhindernissen für andere Fahrzeuge vorzubereiten.
Kann man einen Pionierpanzer 2 Dachs selbst fahren?
Nein, der Pionierpanzer 2 Dachs ist ein aktives Fahrzeug der Bundeswehr und steht nicht für Selbstfahrer zur Verfügung. Eine Annäherung an das Fahrgefühl bietet der Leopard 1, dessen Fahrgestell dem Dachs zugrunde liegt und zu dem panzerfahren.de eine eigene Seite bereithält.
Wer ist der Nachfolger des Pionierpanzer 2 Dachs?
Der Pionierpanzer 3 Kodiak löst den Dachs schrittweise ab. Die Bundeswehr hat 2021 einen Vertrag über 44 Kodiak-Fahrzeuge geschlossen, deren Auslieferung 2023 begann. Der Kodiak basiert auf dem Fahrgestell des Kampfpanzers Leopard 2A7V und bietet nach Angaben des Beschaffungsamts einen verbesserten Schutz.