Sturmgeschütz III

Das Sturmgeschütz III, kurz StuG III, ist ein deutsches Sturmgeschütz aus dem Zweiten Weltkrieg. Es beruht auf dem Fahrgestell des Panzer III, hat aber keinen drehbaren Turm: Die Hauptwaffe sitzt fest im gepanzerten Aufbau, was Bauhöhe und Herstellungsaufwand gegenüber einem Turmfahrzeug senkte. Hersteller war Alkett. Die Angaben auf dieser Seite beziehen sich, soweit die Quellen das ausdrücklich zuordnen, auf die letzte und meistgebaute Serienausführung G (Sd.Kfz. 142/1) mit der langen 7,5-cm-StuK 40 L/48. Frühere Ausführungen trugen noch die kürzere StuK 37 L/24 und werden hier nicht mit eigenen Werten geführt.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Sturmgeschütz
Herkunftsland Deutschland
Hersteller Alkett
Bauzeit keine Angabe
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht 23,9 t
Länge keine Angabe
Breite keine Angabe
Höhe 2,16 m
Motor keine Angabe
Leistung keine Angabe
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h
Reichweite keine Angabe
Besatzung 4
Hauptbewaffnung 7,5-cm-StuK 40 L/48 (Typangabe)
Panzerung 80 mm Front, geschweißter Stahlaufbau ohne drehbaren Turm
Watfähigkeit keine Angabe

Bauzeit, Länge, Breite, Motor, Leistung und Reichweite stehen hier als keine Angabe, weil dazu jeweils nur eine einzelne Quelle vorliegt, nicht weil dazu nichts bekannt wäre, siehe die folgenden Abschnitte. Auch die Stückzahl fehlt bewusst: Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen 8.596 Fahrzeugen für die Ausführung G und rund 10.000 für die gesamte StuG-III-Baureihe, siehe Abschnitt Einsatz und Verbreitung.

Entwicklungsgeschichte

Der gedankliche Ursprung liegt in einer Denkschrift, die der damalige Oberst Erich von Manstein 1935 als Chef der Operationsabteilung im Generalstab vorlegte. Er forderte eine eigene Sturmartillerie: gepanzerte, bewegliche Geschütze, die unmittelbar hinter der angreifenden Infanterie mitfahren und Bunker, Maschinengewehrnester und andere Feldbefestigungen im direkten Zielschuss bekämpfen sollten. Hintergrund war eine Erfahrung aus dem Ersten Weltkrieg: Die vorgehende Infanterie ließ sich von der eigenen Artillerie, die im indirekten und verzögerten Feuer schoss, nur unzureichend unterstützen.

Nach der Genehmigung des Vorschlags erarbeitete Manstein 1936 die Grundlinien für die neue Truppengattung. Erste Erprobungsfahrzeuge entstanden ab 1937 bei Alkett auf dem Fahrgestell des Panzer III, zunächst noch mit der kurzen 7,5-cm-StuK 37 L/24, die für die Bekämpfung von Infanteriezielen und leichten Befestigungen ausgelegt war. Die Auslieferung an die Truppe begann 1940 mit der Ausführung A.

Eine Quelle nennt für die auf dieser Seite beschriebene Ausführung G eine Bauzeit von 1942 bis 1945. In diesem Zeitraum lief die Fertigung überwiegend bei Alkett, ab Februar 1943 zusätzlich bei MIAG. Eine unabhängige zweite Quelle für genau diesen Zeitraum liegt nicht vor, weshalb die Bauzeit im Datenblatt oben als keine Angabe steht statt als scheinbar gesicherte Jahreszahl.

Technik im Detail

Charakteristisch für das Sturmgeschütz III ist der Verzicht auf einen drehbaren Turm. Die Hauptwaffe sitzt fest nach vorn ausgerichtet in einem geschweißten Stahlaufbau, der die gesamte Fahrzeugwanne überspannt. Das senkt die Bauhöhe gegenüber einem Turmfahrzeug und erlaubt bei gleichem Gewicht eine stärkere Frontpanzerung: Bei der hier beschriebenen Ausführung G sind es 80 mm an der Front. Der Nachteil dieser Bauweise ist die eingeschränkte seitliche Schwenkbarkeit der Waffe, die nur über einen begrenzten Verstellbereich im Aufbau möglich ist, nicht über eine Drehung des gesamten Oberbaus.

Das Fahrgestell übernimmt das Sturmgeschütz III vom Panzer III. Das Kettenlaufwerk läuft je Seite über mehrere Laufrollen, die einzeln über eine Drehstabfederung am Wannenboden aufgehängt sind. Die quer im Wanneninneren liegenden Drehstäbe federn Bodenunebenheiten durch Verdrehung ab, eine Lösung, die gegenüber einer Blattfederung weniger Bauraum braucht und langsamer ermüdet. Den Vortrieb der Gleiskette übernimmt ein vorn liegendes Treibrad je Seite, entsprechend der vorn in der Wanne sitzenden Antriebseinheit.

Eine Quelle nennt als Antrieb einen Maybach HL 120 TRM mit 300 PS, einen Ottomotor, wie er auch in anderen Fahrzeugen auf Panzer-III- und Panzer-IV-Basis verbaut wurde. Eine unabhängige zweite Quelle dafür liegt nicht vor, weshalb Motor und Leistung im Datenblatt oben als keine Angabe stehen. Ebenso nur einfach belegt sind Länge mit 6,77 m, Breite mit 2,95 m und Reichweite mit 155 km.

Die Hauptbewaffnung ist hier ausschließlich als Typangabe geführt: die 7,5-cm-StuK 40 L/48, ein Rohr mit gezogenem, nicht glattem Lauf. Angaben zu Munitionswirkung, Durchschlagsleistung oder Zielverfahren sind nicht Gegenstand dieser Seite.

Varianten

Zwischen den Ausführungen A und G veränderte sich das Sturmgeschütz III mehrfach spürbar, vor allem bei Bewaffnung und Panzerung. Die frühen Ausführungen A bis E trugen die kurze 7,5-cm-StuK 37 L/24, ausgelegt für Infanterieziele und leichte Befestigungen, bei einer Frontpanzerung, die anfangs bei rund 30 mm lag und im Lauf der Fertigung schrittweise verstärkt wurde. Ab der Ausführung F erhielt das Fahrzeug im Rahmen einer Kampfwertsteigerung zunächst die längere 7,5-cm-StuK 40 L/43, mit der Ausführung G schließlich die auf dieser Seite geführte StuK 40 L/48 sowie die verstärkte Frontpanzerung von 80 mm.

Auf demselben Fahrgestell und Aufbau entstand außerdem die Sturmhaubitze StuH 42 mit einem 10,5-cm-Geschütz anstelle der 7,5-cm-Kanone. Sie gilt als eigenständige Ausführung und ist nicht Gegenstand dieser Seite, die sich auf die kanonenbewaffnete Ausführung G bezieht.

Zur genauen Stückzahl der Ausführung G und zur Gesamtproduktion aller Varianten siehe den folgenden Abschnitt. Die Zahlen unterscheiden sich deutlich, je nachdem, ob nur die Ausführung G oder die gesamte Baureihe gemeint ist.

Einsatz und Verbreitung

Das Sturmgeschütz III diente ab 1940 in der Wehrmacht und war dort formal Teil der Artillerietruppe, nicht der Panzerwaffe. Eingesetzt wurde es unter anderem beim Westfeldzug 1940 und, ab Juni 1941, im deutschen Angriff auf die Sowjetunion. Diesen Krieg bereitete die nationalsozialistische Führung mit verbrecherischen Befehlen als Vernichtungskrieg vor und führte ihn so: Er gilt als einer der von systematischem Rechtsbruch am stärksten geprägten Feldzüge der jüngeren Geschichte, mit Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung und, bei der sogenannten Partisanenbekämpfung, mit rechtswidrigen Vergeltungsaktionen und Geiselerschießungen. Die Wehrmacht als Ganzes war an diesem Vernichtungskrieg beteiligt. Eine für das Sturmgeschütz III als Waffengattung eigens aufgearbeitete Beteiligung an einzelnen Kriegsverbrechen ist nicht systematisch dokumentiert.

Zur Stückzahl der hier beschriebenen Ausführung G schwanken die Angaben deutlich, je nachdem, was gezählt wird. Eine Quelle beziffert die Ausführung G auf 8.596 Fahrzeuge: 5.837 von Alkett ab Dezember 1942, 2.586 von MIAG ab Februar 1943 sowie 173 aus umgebauten Panzer-III-Fahrgestellen. Eine andere, museale Quelle nennt für dieselbe Ausführung rund 10.000 Fahrzeuge, deckt sich damit aber zahlenmäßig mit der Gesamtproduktion aller StuG-III-Varianten laut einer weiteren Quelle und dürfte deshalb eher diese gesamte Baureihe meinen, nicht ausschließlich die Ausführung G.

Verbleib heute

Ein Fahrzeug der Ausführung G steht in der Sammlung des Tank Museum im britischen Bovington, dort ausdrücklich als „Sd Kfz 142/1 7.5cm Sturmgeschütz Ausf G“ geführt. Auch das Deutsche Panzermuseum in Munster zeigt ein Exemplar dieser Ausführung.

Im Mai 2026 fanden Bauarbeiter am Fliegerhorst Nordholz ein weitgehend erhaltenes Sturmgeschütz III im Boden, nach rund 80 Jahren dort in überraschend gutem Zustand, nur mit leichtem Flugrost. Das Fahrzeug wurde am 1. Juni 2026 geborgen und sollte im August 2026 zur Konservierung an das Deutsche Panzermuseum Munster übergeben werden. Dort soll es zunächst als Bodenfund in der Lehrsammlung der Panzertruppenschule gezeigt werden. Ein vollständiger Wiederaufbau oder die Ergänzung fehlender Teile ist nach diesem Stand nicht vorgesehen. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden plant perspektivisch eine weitere Ausstellung, ein Zeitplan dafür steht noch nicht fest.

Kann man einen Sturmgeschütz III selbst fahren?

Nein, ein Sturmgeschütz III steht in Deutschland an keinem in dieser Datenbank verzeichneten Standort zum Selbstfahren zur Verfügung. Als Wehrmachtfahrzeug mit fest im Aufbau montierter Kanone unterscheidet es sich konstruktiv zudem von den turmbestückten Kampfpanzern, die auf den kommerziellen Standortseiten dieses Portals angeboten werden. Einen aktuellen Überblick über tatsächlich fahrbare Modelle liefert die Fahrzeugübersicht.

Verwandte Fahrzeuge

Weitere Sturmgeschütze und Kampfpanzer der Zeit des Zweiten Weltkriegs, darunter der namensgebende Panzer III und die geschützverwandte Sturmhaubitze StuH 42, ordnen sich thematisch in dieselbe Fahrzeuggruppe wie das Sturmgeschütz III ein. Eine vollständige Übersicht aller im Portal geführten Modelle liefert die Fahrzeugübersicht.

Häufige Fragen

Was ist ein Sturmgeschütz III?

Ein deutsches Sturmgeschütz des Zweiten Weltkriegs, gebaut von Alkett auf dem Fahrgestell des Panzer III. Anders als ein Kampfpanzer hat es keinen drehbaren Turm, die Kanone sitzt fest im gepanzerten Aufbau. Beschrieben wird hier die letzte und meistgebaute Ausführung G mit der langen 7,5-cm-StuK 40 L/48.

Wie schwer ist ein Sturmgeschütz III?

Die Ausführung G wiegt gefechtsbereit 23,9 Tonnen. Werte zu früheren, leichter gepanzerten Ausführungen mit der kürzeren Kanone liegen nicht vor, da sich die Beschreibung ausschließlich auf die Ausführung G bezieht.

Wie schnell fährt ein Sturmgeschütz III?

Die Ausführung G erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Zur Reichweite liegt nur eine einzelne Quelle mit 155 km vor, weshalb dieser Wert im Datenblatt als keine Angabe geführt wird.

Wie viele Sturmgeschütz III wurden gebaut?

Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen 8.596 Fahrzeugen, bezogen allein auf die Ausführung G, und rund 10.000 Fahrzeugen für die gesamte StuG-III-Baureihe einschließlich der Sturmhaubitze StuH 42 und weiterer Umbauten. Eine einzelne, unstrittige Zahl gibt es nicht.

Kann man ein Sturmgeschütz III selbst fahren?

Nein, in Deutschland steht kein Sturmgeschütz III an einem verzeichneten Standort zum Selbstfahren zur Verfügung. Einen Überblick über tatsächlich fahrbare Modelle liefert die Fahrzeugübersicht dieses Portals.

Wo steht ein Sturmgeschütz III heute?

Erhaltene Exemplare der Ausführung G stehen unter anderem im Tank Museum in Bovington und im Deutschen Panzermuseum Munster. Ein 2026 am Fliegerhorst Nordholz gefundenes Fahrzeug wird derzeit für die Lehrsammlung der Panzertruppenschule in Munster aufbereitet.

Welche Bewaffnung hatte ein Sturmgeschütz III?

Die Ausführung G führte die 7,5-cm-StuK 40 L/48, ein Rohr mit gezogenem Lauf. Die Bezeichnung ist hier ausschließlich als Typangabe zu verstehen, Angaben zu Munitionswirkung oder Durchschlagsleistung sind nicht Bestandteil dieser Seite.