
Der Leopard 2A7 ist ein Kampfpanzer der Bundeswehr, entstanden aus umgerüsteten Leopard-2A6-Fahrzeugen. Krauss-Maffei Wegmann brachte ab Dezember 2014 die ersten 20 Fahrzeuge auf diesen Stand und übergab sie an das Panzerbataillon 203 in Augustdorf. Der A7 markiert damit den Schritt von der A6-Reihe zur weiter modernisierten, eigenständigen A7V-Version. In vielen frei zugänglichen Quellen werden Kennwerte des A7 und des späteren A7V, teils auch der Exportversion A7+, nicht sauber getrennt und tauchen deshalb vermischt auf.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Typ | Kampfpanzer |
| Herkunftsland | Deutschland |
| Hersteller | Krauss-Maffei Wegmann (KMW) |
| Bauzeit | 2014 |
| Stückzahl | 20 |
| Leistung | 1.500 PS |
| Hauptbewaffnung | 120-mm-Glattrohrkanone L55 |
Zu Gefechtsgewicht, Länge, Breite, Höhe, Motor, Höchstgeschwindigkeit, Reichweite, Besatzung, Panzerung und Watfähigkeit liegen keine ausreichend gesicherten Werte vor, die Tabelle zeigt deshalb nur die belegten Merkmale.
Das ist bei diesem Fahrzeug kein Zufall. Öffentlich zugängliche Quellen zum Leopard 2A7 vermengen unbemerkt Angaben zu drei unterschiedlichen Ausführungen: dem eigentlichen A7 der Bundeswehr, dem später eingeführten A7V und teils der Exportversion A7+. Eine Zahl, die als A7-Wert zitiert wird, stammt bei näherer Prüfung häufig aus einer der beiden anderen Ausführungen. Die oben genannten gesicherten Angaben beziehen sich ausschließlich auf den A7 der Bundeswehr, also die 20 Fahrzeuge, die ab Dezember 2014 an die Truppe übergeben wurden. Der A7V ist eine eigene Ausführung und wird getrennt behandelt, siehe Abschnitt Varianten.
Bei mehreren dieser Merkmale liegen zwar Zahlen vor, sie widersprechen sich zwischen den Quellen aber so deutlich, dass sich kein einzelner Wert sicher bestimmen lässt. Beim Gefechtsgewicht schwanken die Angaben zwischen 63,5 und rund 65 Tonnen, bei der Höchstgeschwindigkeit zwischen 68 und mindestens 72 km/h, bei der Breite zwischen 3,80 und 3,81 Metern und bei der Höhe zwischen 2,64 und 3,03 Metern. Besonders die große Spanne bei der Höhe spricht dafür, dass hier unterschiedliche Messpunkte oder sogar unterschiedliche Ausführungen in einen Topf geworfen wurden, etwa mit und ohne aufgesetzte Optiken und Antennen.
Entwicklungsgeschichte
Der Leopard 2A7 entstand nicht als Neubau, sondern als Umrüstung vorhandener Fahrzeuge. Grundlage waren unter anderem Leopard-2A6-Panzer aus niederländischen Beständen. Diese kamen im Rahmen eines Fahrzeugtauschs mit Kanada zur Bundeswehr: Kanada hatte für den Einsatz in Afghanistan 20 Leopard 2A6M von der Bundeswehr übernommen, im Gegenzug erhielt die Bundeswehr 20 Leopard 2A6NL aus niederländischen Beständen. Diese Fahrzeuge bildeten die materielle Basis für die anschließende Modernisierung, finanziert aus deutschen Haushaltsmitteln.
Nach Angaben der Bundeswehr stand hinter der Weiterentwicklung eine sich verschlechternde sicherheitspolitische Lage in Europa, die modernere Fahrzeugvarianten erforderlich machte. Krauss-Maffei Wegmann rüstete die ersten 20 Fahrzeuge auf den A7-Standard um. Die Übergabe an die Truppe erfolgte ab Dezember 2014, Empfänger war das Panzerbataillon 203 in Augustdorf.
Gegenüber der A6-Reihe erhielt der A7 vor allem Verbesserungen an Elektronik und Klimatisierung: eine leistungsfähigere Kühlanlage für Kampfraum und Elektronik, überarbeitete Rundumsicht-Optiken und ein modernisiertes Führungs- und Informationssystem. Die Hauptbewaffnung blieb die bereits beim A6 eingeführte 120-mm-Glattrohrkanone.
Der A7 war von Beginn an als Zwischenschritt angelegt. Ein Teil der umgerüsteten Fahrzeuge erhielt in den Folgejahren weitere Änderungen und wurde auf den Stand A7V gebracht, eine eigenständige, spätere Ausführung mit zusätzlichen Anpassungen an Panzerung und Antrieb. Diese schrittweise Modernisierung in mehreren, teils überlappenden Stufen ist mit ein Grund dafür, dass öffentlich zugängliche Quellen bei technischen Kennwerten häufig nicht sauber zwischen A7 und A7V trennen.
Technik im Detail
Der Leopard 2A7 nutzt wie die gesamte Baureihe ein Kettenlaufwerk mit Drehstabfederung. Die Drehstäbe liegen quer im Wannenboden und übernehmen die Federung der Laufrollen, ohne dass dafür sichtbare Federelemente am Fahrzeug nötig sind. Das Treibrad sitzt am Heck und zieht die Gleiskette, die Laufrollen führen und tragen sie entlang der Wannenseite.
Beim Antrieb selbst bleibt die Datenlage für den A7 uneinheitlich. Eine Quelle nennt als Motor den MTU MB 873 Ka-501, kombiniert mit der im Datenblatt bestätigten Leistung von 1.500 PS. Eine zweite unabhängige Quelle, die genau diese Motorbezeichnung für den A7 bestätigt, liegt nicht vor, weshalb die Zeile Motor in der Tabelle keine Angabe zeigt. Ähnlich verhält es sich bei zwei weiteren Werten: Eine Quelle nennt eine Reichweite von 450 Kilometern, eine andere eine Watfähigkeit von 1,20 Metern ohne Vorbereitung. Beide Angaben stammen jeweils nur aus einer Quelle und erscheinen deshalb ebenfalls nicht im Datenblatt.
Bei Kampfpanzern dieser Klasse kommt üblicherweise eine mehrschichtige Verbundpanzerung zum Einsatz, die Wannenfront und Turm gegen unterschiedliche Bedrohungsarten schützen soll. Für den Leopard 2A7 liegt dazu keine belastbare, öffentlich zugängliche Bauartangabe vor, weshalb auch die Datenblattzeile Panzerung keine Angabe zeigt. Belegt ist lediglich, dass gegenüber dem A6 zusätzliche Elemente an Wannenfront und -seiten ergänzt wurden, ohne dass dazu Schutzwerte veröffentlicht sind.
Sichtbar verändert hat sich vor allem die Ausstattung im Innenraum. Eine leistungsfähigere Kühlanlage für Kampfraum und Elektronik hält die Systeme auch bei hohen Außentemperaturen funktionsfähig, ein zusätzlicher Generator versorgt die wachsende Zahl elektronischer Systeme unabhängig vom Hauptmotor.
Varianten
Der Leopard 2A7 ist selbst bereits eine Kampfwertsteigerung der A6-Reihe. Aus ihm ging der Leopard 2A7V hervor, eine eigenständige, spätere Ausführung.
Gegenüber dem A7 verstärkte Krauss-Maffei Wegmann beim A7V die Panzerung an der Wannenfront, tauschte Getriebe und Antriebsstrang aus und rüstete eine neue Klimaanlage ein. Die Bundeswehr bestellte 104 Fahrzeuge dieser Version bei KNDS, dem Nachfolgeunternehmen von Krauss-Maffei Wegmann. Die Auslieferung begann im Oktober 2019 und war im Oktober 2023 abgeschlossen. Auch Dänemark erhielt eine vergleichbar konfigurierte Version.
Gefechtsgewicht und Ausstattung unterscheiden sich zwischen A7 und A7V spürbar. Genau diese Nähe der beiden Bezeichnungen sorgt in vielen frei zugänglichen Quellen dafür, dass Kennwerte beider Ausführungen vermischt oder unter dem falschen Namen genannt werden. Wer Werte zum A7 sucht, sollte deshalb prüfen, ob eine gefundene Zahl tatsächlich das ältere A7-Modell betrifft oder bereits den A7V.
Der A7 reiht sich in eine längere Folge von Kampfwertsteigerungen der Leopard-2-Familie ein. Vorausgegangen sind unter anderem der Leopard 2A4 und der Leopard 2A6, gefolgt später vom Leopard 2A8 als bislang jüngster Version für die Bundeswehr.
Einsatz und Verbreitung
Die Bundeswehr übernahm die ersten 20 Leopard 2A7 im Dezember 2014. Empfänger war das Panzerbataillon 203 in Augustdorf.
Material für die Umrüstung stammte teilweise aus dem bereits beschriebenen Fahrzeugtausch mit Kanada und den Niederlanden. Die daraus gewonnenen Leopard-2A6NL-Fahrzeuge bildeten die Basis für die Modernisierung auf den A7-Standard, finanziert aus deutschen Haushaltsmitteln.
Der A7 blieb zahlenmäßig überschaubar. Mit 20 Fahrzeugen ist er deutlich kleiner als die spätere A7V-Serie mit 104 Einheiten für die Bundeswehr und weiteren 44 für Dänemark. Ein Teil der ursprünglichen A7-Fahrzeuge wurde in den Folgejahren auf den A7V-Standard weitergerüstet, sodass die A7-Ausführung im engeren Sinn heute nur noch einen Teil des ursprünglichen Bestands umfasst.
Über den Einsatz der A7-Fahrzeuge in Übungen oder Auslandseinsätzen liegen keine unabhängig bestätigten Angaben vor. Zur Truppenzugehörigkeit außerhalb von Augustdorf und zu etwaigen späteren Standortwechseln lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellen ebenfalls keine gesicherte Aussage treffen.
Verbleib heute
Der Leopard 2A7 ist kein historisches Fahrzeug, sondern Teil der aktiven Kampfpanzerausstattung der Bundeswehr. Museale Bestände oder eine Ausmusterung sind für diese Version bislang nicht dokumentiert.
Ein Teil der ursprünglich 20 Fahrzeuge wurde, wie im Abschnitt Varianten beschrieben, zwischenzeitlich auf den A7V-Standard gebracht. Wie viele Fahrzeuge im ursprünglichen A7-Umrüstzustand heute noch im Bestand sind, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Quellen nicht zuverlässig ermitteln. Belastbare Angaben zu einzelnen Standorten außerhalb von Augustdorf liegen ebenfalls nicht vor.
Kann man einen Leopard 2A7 selbst fahren?
Nein, der Leopard 2A7 steht in Deutschland nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Es handelt sich um ein aktives Kampfsystem der Bundeswehr, kein Fahrzeug im musealen oder kommerziellen Bestand.
Das Fahrangebot bezieht sich hier auf ältere, ausgemusterte Modelle. Am ehesten vergleichbar im Grundkonzept ist der Leopard 1, der Ursprung der gesamten Leopard-Baureihe: gleiches Herstellerland, gleiches Grundprinzip aus Kettenlaufwerk und Drehstabfederung, allerdings mit deutlich geringerem Gewicht und älterer Technik. Als Kampfpanzer steht allerdings auch er nicht zum Fahren bereit, auf zivilen Fahrgeländen findet sich aus dieser Baureihe nur ein Bergepanzer auf Leopard-1-Fahrgestell.
Verwandte Fahrzeuge
- Leopard 2: die Grundversion, aus der die gesamte A-Reihe hervorging.
- Leopard 2A4: weit verbreitete frühere Ausführung.
- Leopard 2A6: unmittelbarer Vorläufer des A7.
- Leopard 2A8: bislang jüngste Version für die Bundeswehr.
- Leopard 1: Vorgängerbaureihe mit anderem Grundkonzept.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Leopard 2A7?
Für das Gefechtsgewicht liegen keine übereinstimmenden Angaben vor. Quellen nennen Werte zwischen 63,5 und rund 65 Tonnen. Wegen dieser Streuung und der häufigen Vermischung mit A7V-Werten führt das Datenblatt keine feste Zahl.
Wie schnell fährt ein Leopard 2A7?
Auch hier schwanken die Angaben, zwischen 68 und mindestens 72 km/h. Eine gesicherte, einheitliche Zahl gibt es nicht, weshalb das Datenblatt keine Angabe zeigt.
Wie viele Leopard 2A7 wurden gebaut?
Krauss-Maffei Wegmann rüstete 20 Fahrzeuge auf den A7-Standard um. Sie gingen ab Dezember 2014 an das Panzerbataillon 203 in Augustdorf. Der spätere A7V ist mit 104 Fahrzeugen für die Bundeswehr eine deutlich größere, eigenständige Serie.
Kann man einen Leopard 2A7 selbst fahren?
Nein. Der Leopard 2A7 ist ein aktives Kampfsystem der Bundeswehr und steht nicht für Fahrangebote zur Verfügung. Vergleichbar im Grundkonzept ist der Leopard 1, auch er wird als Kampfpanzer nirgends zum Fahren angeboten.
Was unterscheidet den Leopard 2A7 vom Leopard 2A7V?
Der A7V ist eine eigenständige, spätere Weiterentwicklung mit verstärkter Panzerung an der Wannenfront, neuem Getriebe und Antriebsstrang sowie neuer Klimaanlage. Er wurde in 104 Exemplaren gebaut, Auslieferung 2019 bis 2023, und unterscheidet sich im Gefechtsgewicht vom A7.
Welchen Motor hat der Leopard 2A7?
Gesichert ist die Leistung von 1.500 PS. Eine Quelle nennt zusätzlich den Motor MTU MB 873 Ka-501, eine zweite unabhängige Bestätigung dafür liegt aber nicht vor, deshalb steht im Datenblatt keine Angabe.
Wo steht ein Leopard 2A7 heute?
Museale Bestände sind nicht dokumentiert. Die Fahrzeuge gingen an das Panzerbataillon 203 in Augustdorf, ein Teil wurde später auf den A7V-Standard umgerüstet. Weitere Standorte lassen sich aus den vorliegenden Quellen nicht sicher benennen.