M1A2 Abrams

M1A2 Abrams Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: Oregon National Guard, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der M1A2 Abrams ist ein Kampfpanzer aus amerikanischer Produktion, gebaut von General Dynamics Land Systems zwischen 1993 und 2001. Er markiert die dritte große Ausbaustufe der Abrams-Baureihe nach dem M1 und dem M1A1 und bringt gegenüber dem Vorgänger vor allem verbesserte Feuerleit- und Aufklärungstechnik mit. Angetrieben wird das Fahrzeug von der AGT1500-Gasturbine mit 1500 PS, die dem 63,1 Tonnen schweren Panzer eine Höchstgeschwindigkeit von 68 km/h erlaubt. Bewaffnet ist der M1A2 mit der 120-mm-Glattrohrkanone M256, geschützt durch eine Verbundpanzerung vom Chobham-Typ. Die Besatzung besteht aus vier Personen. Nachfolger in der US-Armee ist der M1A2 SEP mit weiter modernisierter Elektronik.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Kampfpanzer
Herkunftsland USA
Hersteller General Dynamics Land Systems
Bauzeit 1993 bis 2001
Stückzahl keine Angabe
Gefechtsgewicht 63,1 t
Länge 9,83 m
Breite 3,66 m
Höhe keine Angabe
Motor AGT1500-Gasturbine
Leistung 1500 PS
Höchstgeschwindigkeit 68 km/h
Reichweite 426 km
Besatzung 4
Hauptbewaffnung 120-mm-Glattrohrkanone M256
Panzerung Verbundpanzerung vom Chobham-Typ
Watfähigkeit keine Angabe

Entwicklungsgeschichte

Der M1A2 Abrams steht am Ende einer Entwicklungslinie, die in den 1970er-Jahren mit dem gescheiterten deutsch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekt MBT-70 begann. Nach dem Rückzug beider Seiten aus dem zu teuren und technisch überfrachteten Programm setzte die US-Armee auf eine eigenständige, kostengünstigere Neuentwicklung. Eine Arbeitsgruppe in Fort Knox erarbeitete gemeinsam mit General Motors und Chrysler die Anforderungen für den Nachfolger des M60 Patton. Chrysler erhielt den Zuschlag für die Serienentwicklung. Benannt wurde das Fahrzeug nach General Creighton W. Abrams, einem Panzerkommandeur des Zweiten Weltkriegs und späteren Generalstabschef der US-Armee.

Bei der Bewaffnung entschied man sich zunächst für die bewährte 105-mm-Kanone, um die NATO-Standardisierung nicht zu gefährden. Die Erfahrungen aus dem Nahost-Krieg von 1973 beeinflussten die Panzerungskonzeption: Die Konstrukteure integrierten eine Verbundpanzerung vom Chobham-Typ, die deutlich mehr Schutz bot als klassischer Walzstahl bei vergleichbarem Gewicht. Der erste M1 lief Ende der 1970er-Jahre vom Band und ersetzte in der US-Armee schrittweise den M60 Patton.

Aus dieser Grundversion entstand über mehrere Zwischenschritte der M1 Abrams-Familie der M1A2. Ab 1993 lief die Fertigung der Version mit erweiterten Feuerleitkomponenten an, darunter ein unabhängiger Wärmebildkanal für den Kommandanten und eine digitale Datenverbindung zur Vernetzung mit anderen Fahrzeugen im Verband. General Dynamics Land Systems übernahm für den M1A2 die alleinige Fertigungsverantwortung. Die Bauzeit des M1A2 endete 2001, bevor mit dem M1A2 SEP eine weitere Kampfwertsteigerung folgte.

Technik im Detail

Kern der Antriebstechnik ist die AGT1500-Gasturbine, ein Vielstoffmotor, der neben Diesel auch andere Kraftstoffe verarbeiten kann. Gasturbinen liefern im Vergleich zu klassischen Dieselmotoren ein deutlich höheres Leistungsgewicht und ein ruckfreies Anfahrverhalten, verbrauchen dafür im Leerlauf und bei niedriger Last spürbar mehr Kraftstoff. Mit 1500 PS bewegt sie den 63,1 Tonnen schweren Panzer auf bis zu 68 km/h und ermöglicht eine Reichweite von 426 km.

Das Laufwerk des M1A2 läuft auf einem klassischen Kettenlaufwerk mit Drehstabfederung. Die Laufrollen an beiden Seiten der Wanne sind über Drehstäbe im Wanneninneren gefedert, das fängt Bodenunebenheiten ab, ohne wie eine Blattfeder schnell zu ermüden. Die Gleiskette wird über ein Treibrad angetrieben, bei modernen Kampfpanzern amerikanischer Bauart meist am Heck der Wanne angeordnet.

Die Panzerung ist eine Verbundpanzerung vom Chobham-Typ, ein mehrschichtiger Aufbau aus Stahl, Keramikeinlagen und weiteren Werkstoffen, der bei geringerem Gewicht eine höhere Schutzwirkung bietet als homogener Walzstahl. Wanne und Turm bestehen aus gewalztem Stahl und tragen die zusätzlichen Panzerungsmodule als aufgesetzte Pakete, die sich im Feld austauschen lassen, ohne das gesamte Fahrzeug neu zu bauen. Dieses modulare Prinzip erlaubte spätere Kampfwertsteigerungen, ohne ein komplett neues Fahrzeug zu entwickeln.

Beim M1A2 kamen gegenüber den Vorgängerversionen zusätzliche Feuerleitkomponenten hinzu: ein unabhängiger Wärmebildkanal für den Kommandanten, der unabhängig vom Richtschützen Ziele aufklären kann, sowie eine digitale Datenverbindung, über die Fahrzeuge im Verband Positions- und Lagedaten austauschen. Hauptbewaffnung ist die Glattrohrkanone M256 im Kaliber 120 mm, eine reine Typangabe der Bewaffnung. Die Besatzung von vier Personen teilt sich auf Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer auf.

Varianten

Die Abrams-Baureihe durchlief mehrere Kampfwertsteigerungen:

  • M1: Ursprungsversion mit 105-mm-Kanone, Serienfertigung ab Ende der 1970er-Jahre
  • M1A1: ab 1985 mit der 120-mm-Glattrohrkanone M256 und verbessertem ABC-Schutzsystem
  • M1A2: ab 1993 mit unabhängigem Wärmebildkanal für den Kommandanten, digitaler Datenverbindung und verbesserter Navigation
  • M1A2 SEP: System Enhancement Package mit modernisierter Elektronik, weiterentwickelter Wärmebildtechnik und einer Hilfsstromeinheit unter Panzerung

Die hier beschriebene Version M1A2 bezeichnet die zwischen 1993 und 2001 gebaute Ausführung vor dem SEP-Umbau. Neben den US-Streitkräften erhielten auch mehrere Exportkunden Abrams-Panzer in an ihre Anforderungen angepassten Ausführungen, jeweils mit eigenen Bezeichnungen und teils abweichendem Ausstattungsumfang gegenüber der US-Armee-Version. Der M1A2 SEP löste den M1A2 in der Erstausstattung der US-Armee ab und wird seinerseits in weiteren Baustufen fortentwickelt.

Einsatz und Verbreitung

Die US-Armee und das US Marine Corps sind die Hauptnutzer der Abrams-Baureihe. Der M1A2 ersetzte in den 1990er-Jahren schrittweise ältere M1- und M1A1-Fahrzeuge in der Erstausstattung und kam bei mehreren Auslandseinsätzen der US-Streitkräfte zum Einsatz, darunter im Golfkrieg 1991 und den nachfolgenden Einsätzen im Irak. Auf eine Bewertung dieser Einsätze wird hier verzichtet, beschrieben wird ausschließlich die Fahrzeugtechnik.

Außerhalb der USA setzen mehrere Staaten Abrams-Panzer ein, die als Exportkunden eigene, an ihre Anforderungen angepasste Ausführungen erhielten. Zu den langjährigen Nutzerländern zählen Ägypten, Saudi-Arabien und Kuwait. Ägypten fertigt einen Teil seiner Fahrzeuge im Rahmen einer Lizenzvereinbarung im eigenen Land. Die genaue Anzahl der insgesamt gebauten und exportierten Fahrzeuge lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht einheitlich beziffern, weshalb hier auf konkrete Stückzahlen verzichtet wird.

Innerhalb der NATO zählt der M1A2 neben dem Leopard 2 zu den am weitesten verbreiteten westlichen Kampfpanzern der Nachkriegsgeneration. In der US-Armee bildet er seit den 1990er-Jahren das Rückgrat der schweren Panzerverbände.

Verbleib heute

In der US-Armee ist der M1A2 nicht mehr die aktuellste Version. Er wurde in der Erstausstattung inzwischen weitgehend durch den M1A2 SEP in seinen verschiedenen Weiterentwicklungsstufen abgelöst. Ausgemusterte M1A2-Fahrzeuge werden häufig auf den SEP-Standard umgerüstet statt verschrottet, das modulare Panzerungskonzept macht diesen Umbau möglich.

In Deutschland steht kein M1A2 Abrams in einem Museum oder bei einem Traditionsverband, das Fahrzeug war hier nie im aktiven Bestand einer Streitkraft. Wer das Fahrzeug besichtigen möchte, ist auf Standorte in den USA oder bei den Exportnutzern Ägypten, Saudi-Arabien und Kuwait angewiesen, wo Teile der Bestände weiterhin im aktiven Dienst stehen.

Kann man einen M1A2 Abrams selbst fahren?

Nein, ein M1A2 Abrams steht in Deutschland aktuell bei keinem Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung. Das Fahrzeug gehört zur aktiven Ausrüstung von NATO-Streitkräften, ziviler Zugang zu fahrbereiten Exemplaren dieser Generation besteht hierzulande nicht.

Ein amerikanischer Kampfpanzer steht in Deutschland derzeit überhaupt nicht zum Selbstfahren bereit. Das gilt auch für den M60 Patton, der aus derselben Herkunft stammt und in der US-Armee der unmittelbare Vorgänger war, bevor die Abrams-Baureihe ab Ende der 1970er-Jahre eingeführt wurde. Welche Modelle tatsächlich buchbar sind, zeigt die Fahrzeugübersicht des Portals.

Verwandte Fahrzeuge

  • M1 Abrams: Grundversion vor dem M1A2, direkter Vorgänger in der Baureihe
  • M60 Patton: unmittelbarer Vorgänger des M1 Abrams in der US-Armee
  • M48 Patton: amerikanischer Kampfpanzer einer früheren Generation, gleiche Herkunft
  • M47 Patton: frühe Nachkriegsversion der Patton-Baureihe, gleiche Herkunft

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein M1A2 Abrams?

Das Gefechtsgewicht liegt bei 63,1 Tonnen. Getragen wird dieses Gewicht von der AGT1500-Gasturbine mit 1500 PS, die dem Fahrzeug trotz der Masse eine Höchstgeschwindigkeit von 68 km/h erlaubt.

Wie schnell fährt ein M1A2 Abrams?

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 68 km/h. Erreicht wird dieser Wert durch die AGT1500-Gasturbine mit 1500 PS in Kombination mit dem 63,1 Tonnen schweren Fahrgestell.

Wie viele M1A2 Abrams wurden gebaut?

Zur genauen Stückzahl liegt keine gesicherte Angabe vor. Die verfügbaren Quellen nennen für die gesamte Abrams-Baureihe unterschiedliche Zahlen, eine belastbare Einzelziffer für die Version M1A2 lässt sich daraus nicht ableiten.

Welchen Motor hat der M1A2 Abrams?

Verbaut ist die AGT1500-Gasturbine mit 1500 PS. Sie unterscheidet sich von klassischen Dieselmotoren durch ein höheres Leistungsgewicht und die Fähigkeit, verschiedene Kraftstoffarten zu verarbeiten.

Wie groß ist die Besatzung eines M1A2 Abrams?

Die Besatzung besteht aus vier Personen: Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer. Diese Aufteilung ist bei Kampfpanzern mit Glattrohrkanone und getrenntem Ladeschützen üblich.

Kann man einen M1A2 Abrams in Deutschland selbst fahren?

Nein. Das Fahrzeug steht in Deutschland bei keinem Anbieter zum Selbstfahren zur Verfügung. Das gilt ebenso für den M60 Patton, den unmittelbaren Vorgänger des M1 Abrams in der US-Armee.