M47 Patton

M47 Patton Gesamtansicht seitlich, ohne Wappen oder Truppenkennzeichen im Bild
Foto: van Duinen / Anefo, Lizenz CC0, via Wikimedia Commons

Der M47 Patton ist ein US-amerikanischer Kampfpanzer, der Anfang der 1950er Jahre als Übergangslösung für die US Army entstand. Er verbindet die bewährte Wanne des Vorgängers M46 Patton mit einem neuen, größeren Turm und einer 90-mm-Kanone. Insgesamt entstanden 8.576 Exemplare, mehr als von jedem anderen Modell der Patton-Reihe. Als frühestes Mitglied dieser Baureihe steht der M47 am Anfang einer Entwicklung, die über den M48 Patton bis zum M60 Patton reichte. Von 1955 bis 1967 gehörte er zur Erstausstattung der neu gegründeten Bundeswehr, bevor der Leopard 1 diese Rolle übernahm.

Technische Daten

Merkmal Wert
Typ Kampfpanzer
Herkunftsland USA
Hersteller Detroit Arsenal (Detroit Tank Plant), American Locomotive Company (Alco)
Bauzeit keine Angabe
Stückzahl 8.576
Gefechtsgewicht keine Angabe
Länge 8,51 m
Breite 3,51 m
Höhe 3,35 m
Motor Continental AV-1790-5B (V12, luftgekühlt, Ottomotor)
Leistung 810 PS
Höchstgeschwindigkeit 48 km/h
Reichweite keine Angabe
Besatzung 5
Hauptbewaffnung keine Angabe
Panzerung keine Angabe
Watfähigkeit keine Angabe

Zu Bauzeit, Gefechtsgewicht, Reichweite, Panzerung und Hauptbewaffnung liegen widersprüchliche Angaben vor. Die Einzelheiten dazu stehen in den folgenden Abschnitten.

Entwicklungsgeschichte

Die Entwicklung des M47 Patton geht auf den Koreakrieg zurück, der 1950 begann. Amerikanische Panzer vom Typ M26 und M46 hatten sich dort gegen sowjetische T-34 durchgesetzt, doch die US Army befürchtete eine neue Generation sowjetischer Kampfpanzer und wollte nicht auf die Fertigstellung des in Entwicklung befindlichen Projekts T42 warten, wie das Tank Museum in Bovington zur Vorgeschichte darstellt.

Als pragmatische Zwischenlösung kombinierte man die bewährte Wanne des M46 Patton mit einem leicht veränderten Turm aus dem T42-Programm. Diese Kombination sollte rasch verfügbar sein, weil beide Baugruppen als erprobt galten. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die schnelle Zusammenführung nicht ohne Anlaufschwierigkeiten funktionierte. Ausgiebige Erprobung fehlte, und der hohe Zeitdruck der Beschaffung führte zu technischen Problemen im frühen Serienbetrieb.

Die Fertigung übernahmen Detroit Arsenal und die American Locomotive Company (Alco). Zur Bauzeit gibt es unterschiedliche Angaben: Eine Quelle nennt den Zeitraum 1951 bis 1954, eine andere Juli 1951 bis November 1953. Beide Angaben stammen aus seriösen Quellen und weichen nur im Enddatum voneinander ab. Insgesamt entstanden 8.576 Fahrzeuge, mehr als bei jedem anderen Modell der Patton-Familie.

Der M47 war von Beginn an als Übergangsmodell gedacht. Die Entwicklung des Nachfolgers M48 Patton lief bereits, bevor der M47 die Serienreife erreichte. Entsprechend kurz blieb seine Nutzungsdauer im aktiven Dienst der US Army, die den Panzer nach wenigen Jahren an verbündete Staaten weitergab. Für die Bundeswehr, die 1955 noch keinen eigenen Kampfpanzer besaß, war der M47 dennoch die erste Gelegenheit, gepanzerte Verbände überhaupt mit modernem Gerät auszustatten. Als frühestes Modell der Patton-Reihe markiert er damit sowohl technisch als auch für die deutsche Panzertruppe einen Ausgangspunkt, von dem aus die Entwicklung über den M48 Patton und den M60 Patton weiterging.

Technik im Detail

Angetrieben wird der M47 Patton von einem Continental AV-1790-5B, einem luftgekühlten V12-Ottomotor mit 810 PS. Diese Motorenfamilie blieb über mehrere Baureihen der Patton-Panzer im Einsatz und findet sich in ähnlicher Form auch im M48 Patton wieder. Die Höchstgeschwindigkeit von 48 km/h auf der Straße war für einen Kampfpanzer dieser Gewichtsklasse zu Beginn der 1950er Jahre üblich.

Das Fahrwerk nutzt ein klassisches Kettenlaufwerk mit Drehstabfederung. Jede Laufrolle ist einzeln über einen quer eingebauten Drehstab an der Wanne aufgehängt, was gegenüber älteren Blattfederkonstruktionen einen deutlich ruhigeren Geländelauf ermöglicht. Das Treibrad sitzt am Heck und zieht die Gleiskette, eine Anordnung, die der M47 vom Vorgänger M46 Patton übernahm.

Zur Panzerung liegen mehrere Bauartangaben vor, die sich in Details unterscheiden: Manche Quellen beschreiben eine geschweißte Wannenkonstruktion aus Stahlplatten mit gegossenen Bauteilen, andere nennen für Wannen- und Turmfront Werte um 100 bis 115 Millimeter, wieder andere sprechen von einem vollständig gegossenen Wannen- und Turmkörper. Übereinstimmend ist nur, dass es sich um homogenen Stahl ohne Verbundaufbau handelt, wie er erst bei späteren Kampfpanzern eingeführt wurde. Eine feste Zahl für die Panzerungsstärke lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.

Die Hauptbewaffnung war die 90-mm-Zugrohrkanone M36, bestätigt durch mehrere unabhängige Quellen, darunter ein Fachportal für Militärtechnik und das Tank Museum. Vereinzelt taucht in Beschreibungen zu einem konkreten Ausstellungsstück die Angabe einer 105-mm-Kanone M68 auf, mit identischem Wortlaut auf zwei Seiten desselben Website-Betreibers. Das spricht eher für einen Beschriftungsfehler an einem einzelnen Museumsfahrzeug oder eine Verwechslung mit dem M60 Patton, der serienmäßig mit dieser 105-mm-Kanone ausgerüstet war, als für eine tatsächliche zweite Bewaffnungsvariante. Gebaut wurde der M47 durchgehend mit der 90-mm-Kanone.

Eine Quelle nennt zusätzlich eine Watfähigkeit von 1,2 Metern ohne Vorbereitung. Eine zweite, unabhängige Bestätigung dafür liegt nicht vor.

Varianten

Aus dem M47 gingen mehrere Kampfwertsteigerungen hervor, die vor allem im Ausland entstanden.

  • M47M: Nachrüstprogramm für den Iran und Pakistan aus den späten 1960er Jahren. Antrieb und Feuerleitanlage stammten vom neueren M60A1 und wurden in den älteren M47-Rumpf eingebaut, was zusätzlichen Platz für Munition schuf.
  • M47E1 und M47E2: Spanische Modernisierung eigener Bestände in den 1970er Jahren. Beide Versionen erhielten eine überarbeitete Munitionsunterbringung und eine verbesserte Feuerleitanlage gegenüber dem Ausgangsmodell.
  • M102: Pionierversion mit verkürztem Kanonenrohr und einem Räumschild an der Wannenfront, gedacht für Erdarbeiten und Hindernisräumung statt für den Gefechtseinsatz.

Diese Kampfwertsteigerungen zeigen, dass der M47 über seine reguläre Nutzungszeit bei der US Army hinaus in mehreren Streitkräften weiterentwickelt wurde, meist um die Lebensdauer bestehender Fahrzeuge zu verlängern statt neue zu beschaffen.

Einsatz und Verbreitung

Die US Army setzte den M47 nur kurze Zeit als Hauptkampfpanzer ein, bevor sie ihn ab Mitte der 1950er Jahre durch den M48 Patton ersetzte. Die freiwerdenden Fahrzeuge gingen anschließend im Rahmen von Hilfsprogrammen an zahlreiche verbündete Staaten.

1955 erhielt die gerade erst gegründete Bundeswehr 1.120 M47 Patton als Starthilfe für den Aufbau ihrer Panzertruppe. Der Panzer bildete zusammen mit dem M48 Patton die Erstausstattung der deutschen Streitkräfte, bevor beide Modelle durch den in Deutschland entwickelten Leopard 1 abgelöst wurden. Die Bundeswehr nutzte den M47 bis 1967, zuletzt vor allem für die Ausbildung.

Über die Bundeswehr hinaus lieferten die USA den M47 unter anderem nach Belgien, Frankreich, Griechenland, in die Niederlande, nach Österreich, Spanien und in die Türkei, größtenteils NATO-Partner im Kalten Krieg. Iran und Pakistan erhielten ebenfalls Fahrzeuge, die dort später zum modernisierten M47M umgebaut wurden.

Ein Kampfeinsatz des M47 in deutscher Hand fand nicht statt. Die Bundeswehr nutzte den Panzer ausschließlich zu Ausbildungs- und Übungszwecken während des Kalten Krieges.

Verbleib heute

Ein M47 aus Bundeswehrbestand steht heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Ausgestellt ist dort eine spätere Ausführung mit Nebelwurfanlage, die die Nutzungsphase der 1960er Jahre dokumentiert.

Weitere Exemplare befinden sich in Sammlungen und Museen der Länder, die den Panzer nach seiner Bundeswehrzeit oder direkt von den USA übernahmen. Eine vollständige, belastbare Übersicht aller erhaltenen Fahrzeuge liegt nicht vor, weshalb sich hier keine Gesamtzahl nennen lässt.

Kann man einen M47 Patton selbst fahren?

Nein, dieses Modell steht in Deutschland derzeit nicht zum Selbstfahren zur Verfügung. Auch bei den verwandten US-amerikanischen Kampfpanzern M48 Patton, M60 Patton, M1 Abrams und M1A2 Abrams ist aktuell kein Fahrbetrieb für Privatpersonen verzeichnet. Eine laufend aktualisierte Übersicht der tatsächlich fahrbaren Modelle finden Sie auf der Übersichtsseite aller Panzer.

Verwandte Fahrzeuge

Der M47 Patton steht am Anfang der Patton-Reihe. Sein Vorgänger, der M46 Patton, ist hier derzeit nicht als eigene Seite geführt. Direkt anschließend folgen der M48 Patton und der M60 Patton, die die Baureihe technisch fortsetzen. Aus derselben US-amerikanischen Herkunft, aber einer späteren Generation, stammen der M1 Abrams und der M1A2 Abrams.

Häufige Fragen

Wie schwer ist ein M47 Patton?

Zum Gefechtsgewicht liegen keine übereinstimmenden Angaben vor. Je nach Quelle und Maßeinheit schwanken die Werte zwischen etwa 44 und 51 Tonnen, teils weil einzelne Quellen in short tons statt in metrischen Tonnen rechnen, teils weil unklar bleibt, ob das Leergewicht oder das gefechtsbereite Gewicht gemeint ist. Eine gesicherte Zahl lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie schnell fährt ein M47 Patton?

Die Höchstgeschwindigkeit auf der Straße liegt bei 48 km/h, angetrieben von einem 810 PS starken Continental-Motor. Damit bewegt sich der M47 Patton im üblichen Rahmen für Kampfpanzer seiner Gewichtsklasse aus den frühen 1950er Jahren. Werte für die Geländegeschwindigkeit oder die Reichweite sind nicht einheitlich dokumentiert und deshalb hier nicht angegeben.

Wie viele M47 Patton wurden gebaut?

Insgesamt entstanden 8.576 Exemplare, mehr als bei jedem anderen Modell der Patton-Reihe. Zur genauen Bauzeit gibt es unterschiedliche Angaben: Eine Quelle nennt den Zeitraum 1951 bis 1954, eine andere Juli 1951 bis November 1953. Beide Angaben stammen aus seriösen Quellen, weichen aber im Enddatum um etwa ein Jahr voneinander ab.

Welche Kanone hatte der M47 Patton?

Serienmäßig war der M47 Patton mit der 90-mm-Zugrohrkanone M36 bewaffnet, bestätigt durch mehrere unabhängige Quellen. Eine vereinzelte Angabe zu einer 105-mm-Kanone M68 auf zwei Seiten desselben Betreibers ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Beschriftungsfehler oder eine Verwechslung mit dem M60 Patton, der diese Kanone tatsächlich trug.

Kann man einen M47 Patton selbst fahren?

Nein. In Deutschland bietet aktuell kein Betreiber Fahrten mit einem M47 Patton an, auch nicht mit den verwandten Modellen M48 Patton, M60 Patton, M1 Abrams oder M1A2 Abrams. Wer einen historischen Kampfpanzer selbst fahren möchte, findet die aktuell verfügbaren Modelle auf der Übersichtsseite aller Panzer.

Wo steht heute ein M47 Patton in Deutschland?

Ein M47 aus Bundeswehrbestand ist im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ausgestellt. Gezeigt wird eine spätere Ausführung mit Nebelwurfanlage, die die Nutzungsphase der 1960er Jahre bei der Bundeswehr dokumentiert. Weitere Fahrzeuge befinden sich in Sammlungen anderer Staaten, eine vollständige Übersicht aller erhaltenen Exemplare liegt jedoch nicht vor.

Wurde der M47 Patton von der Bundeswehr genutzt?

Ja. Die Bundeswehr erhielt 1955 insgesamt 1.120 M47 Patton als Starthilfe beim Aufbau ihrer Panzertruppe und nutzte den Panzer bis 1967, zuletzt überwiegend zu Ausbildungszwecken. Zusammen mit dem M48 Patton bildete er die Erstausstattung, bevor beide Modelle durch den in Deutschland entwickelten Leopard 1 abgelöst wurden.