Eine Panzerhaubitze ist eine Haubitze auf einem gepanzerten Kettenfahrgestell mit drehbarem Geschützturm. Sie gehört zur Panzerartillerie und verbindet die Feuerkraft eines Rohrgeschützes mit der Beweglichkeit eines Kettenfahrzeugs. Von der gezogenen Artillerie unterscheidet sie der eigene Antrieb und die Panzerung, vom Kampfpanzer die auf Steilfeuer ausgelegte Bauform von Turm und Rohr.
Panzerhaubitze im Detail
Der Turm einer Panzerhaubitze ruht auf einem Turmdrehkranz und lässt sich über das Turmschwenkwerk drehen. Anders als beim Kampfpanzer ist er nicht für den direkten Gefechtskontakt gepanzert, sondern vor allem gegen Splitter und Witterung ausgelegt. Das Kettenfahrgestell trägt Motor, Getriebe und Munitionsvorrat und macht die Waffe unabhängig von einem eigenen Zugfahrzeug, wie es die gezogene Artillerie benötigt.
Die Bauform ist nicht neu. Bereits im Zweiten Weltkrieg setzten mehrere Staaten Haubitzen auf gepanzerten Kettenfahrgestellen ein, etwa die deutschen Modelle Wespe und Hummel oder die US-amerikanische M7 Priest. Die Konstruktionslogik von damals gilt bis heute: ein vorhandenes Fahrgestell wird um eine gepanzerte Wanne und ein Rohrgeschütz ergänzt, statt ein Geschütz allein auf eine Lafette zu setzen und von einem separaten Fahrzeug ziehen zu lassen.
Das Rohr ist bei den meisten Panzerhaubitzen ein gezogenes Rohr, kein Glattrohr wie bei modernen Kampfpanzerkanonen. Der Drall im Rohr stabilisiert das Geschoss, der Kampfpanzer setzt dagegen meist auf eine Glattrohrkanone. Verbreitet ist ein Kaliber von 155 Millimetern als NATO-Standardtypangabe, ältere und nationale Baureihen führen davon abweichende Kaliber.
Ein weiterer baulicher Unterschied liegt im Höhenrichtbereich: Die Lafette einer Panzerhaubitze erlaubt deutlich steilere Anstellwinkel als die eines Kampfpanzers, weil das Rohr auch im Steilfeuer arbeitet. Ein Ladeautomat oder eine teilautomatisierte Ladehilfe unterstützt die Besatzung beim Munitionshandling und ersetzt die reine Handbedienung älterer Bauarten. Wie Turm, Ladehilfe und Fahrgestell in einer aktuellen Baureihe zusammenspielen, zeigt die Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr. Rohrrücklauf und Mündungsbremse fangen den Rückstoß beim Schuss ab und schonen Lafette und Fahrgestell.
Bedeutung beim Panzerfahren
Wer auf einer Strecke neben einem Kampfpanzer auch eine Panzerhaubitze sieht, erkennt den Unterschied zuerst am Rohr: länger und schlanker als eine Kampfpanzerkanone, oft mit sichtbarer Rohrbremse und Mündungsbremse. Der Turm wirkt weniger kompakt, weil er Platz für Ladeautomat und Munitionsvorrat braucht. Am Fahrgestell fällt auf, dass die Wanne höher baut, weil sie für den Munitionstransport mitkonstruiert ist. Wer selbst ein Kettenfahrzeug lenkt, spürt trotzdem denselben Effekt wie bei jedem gepanzerten Kettenfahrzeug: Der Bodendruck verteilt sich über die gesamte Auflagefläche der Kette, gelenkt wird über unterschiedliche Kettengeschwindigkeit statt über eingeschlagene Räder.
Verwandte Begriffe
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